Sämtliche Geschäfte unter der Lupe
28.10.2008 | 10:52 Uhr 2008-10-28T10:52:00+0100
Seit zwei Monaten prüft das Rechnungsprüfungsamt alle Projekte und Handlungen der Gladbecker Wohnungsbaugesellschaft. Sondersitzung folgt am Donnerstag.
Die GWG kommt nicht zur Ruhe. Sorgte zuletzt eine 5311 Euro teure „Dienstreise” von Aufsichtsrat und Geschäftsführer nach München zum Zeitpunkt des Oktoberfestes für Aufregung, so wurde jetzt bekannt, dass das Rechnungsprüfungsamt seit zwei Monaten alle Geschäfte der Gladbecker Wohnungsgesellschaft – Auftragsvergaben, Mietverträge, Spesenabrechnungen – unter die Lupe nimmt.
Den Auftrag dazu erteilte Bürgermeister Ulrich Roland. Ergebnisse sollen in einer Sondersitzung des Rechnungsprüfungsausschusses am Donnerstag nach der Ratssitzung bekannt gegeben werden. Wie die WAZ erfuhr, geht es im Wesentlichen um folgende Punkte: So soll der Arbeitsvertrag für Geschäftsführer Ralf-Joseph Schnittker geändert worden sein.
Schnittker ist erst seit April 2007 als Nachfolger von Dr. Kloetsch im Amt, der wegen eigenmächtiger Geschäfte seinen Stuhl räumen musste. Verbunden mit der Änderung soll u. a. auch eine Gehaltserhöhung sein. Diese Vertragsänderung geschah just zu dem Zeitpunkt, als die Stadt Gladbeck der GWG mit einer Finanzspritze in Höhe von 1 Mio Euro zur Liquidität verhelfen musste und für weitere 4 Mio als Bürge eintrat. (Diese Summe fordert die Essener Gallinatbank aus dem Geschäft mit der Stallwitz KG, für das Dr. Kloetsch den Schuldbeitritt zugesagt hatte).
Ebenso hatte Schnittker wegen der schwierigen Finanzsituation fünf Mitarbeitern der GWG mehr oder weniger fristlos gekündigt. Einen langjährigen Mitarbeiter musste er auf Anweisung des Arbeitsgerichts jedoch wieder einstellen, da die Grundlage zur Kündigung nichtig war. Im Fall der anderen Mitarbieter einigte man sich auf einen Vergleich verbunden mit der Zahlung von Abfindungen.
Unklar ist, wer dieser Vertragsänderung zugestimmt hat. Der Aufsichtsratsvorsitzende Wolfgang Wedekind erklärt dazu auf WAZ-Anfrage: „Wenn ich dazu gefragt werde, werde ich in der Sitzung des Rechnungsprüfungsausschusses dazu Stellung nehmen.”
Im übrigen sei er weder über den Prüfungsauftrag noch zu den Inhalten informiert worden und habe erst jetzt die Einladung zur Sitzung bekommen. Die Rolle des Aufsichtsrats sei es, die groben Richtlinien für die GWG festzulegen.
Das operative Geschäft mache dann der Geschäftsführer. Dass Geschäftsführer Schnittker im Oktober eine Bildungsreise nach Japan unternahm, wird zurzeit ebenfalls geprüft. Schnittker selbst dazu: „Diese Bildungsreise habe ich privat auf eigene Kosten unternommen. Bei dem durchführenden Institut musste ich mich über die GWG anmelden, um überhaupt mitfahren zu können.”
Im übrigen sei er als Angestellter der GmbH nur dem Aufsichtsrat und den Gesellschaftern gegenüber rechenschaftspflichtig. Von der Sondersitzung des Rechnungsprüfungsausschusses habe er erst am Montag erfahren – und bisher keine Einladung dazu erhalten. Unter die Lupe nehmen die städtischen Rechnungsprüfer auch die Vergabe von Aufträgen der GWG. Sowohl der Abriss der drei Häuser an der Horster Straße (im Eingangsbereich zum Schulzentrum) als auch der Abriss von Balkonen an Wohnungen an der Stargarder Straße wurden von der Essener Firma Harmuth durchgeführt.
Dass der stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende Jürgen Zeller Geschäftsführer einer Gladbecker Tochterfirma von Harmuth, der Tenk GmbH, ist, warf hier offensichtlich Fragen auf.
13:18
Ich kenne den Fall einer SPD-Ratsfrau, die unbedingt in ihren fast fertigen Rohbau einziehen wollte. Alle anderen Häuser standen noch leer. Damit ihre Füsse nicht dreckig wurden, hat man den Weg zum Haus fertiggestellt. Direkt nach dem Einzug wurde alles wieder aufgerissen, weil die Versorgungsleitungen z.T. noch nicht lagen.
War naturlich alles rechtens....!
16:46
Die gesamte Auftragsvergabe ist seit Jahren korrupt und unredlich. Ich kenne Internas , wo Aufträge solange ausgeschrieben wurde ( wenn überhaupt ausgeschrieben wurde ) bis das derjenige ,- zu teils überhöhten Preisen ,- beauftragt wurde , der von der Mischpoke favorisiert war.
Zu den momentan beschäftigten Firmen , speziell im Bereich Kundendienst und Kleinaufträge , kann sich jetzt jeder seinen Teil selbst denken.
Ich persönlich warte auf die GWG-Prüfung , bei der hinterfragt wird , wer , wann und unter welchen Bedingungen Mitarbeiter der Mischpoke Aufträge vergeben haben und ob tatsächlich Angebotspreise bei den Schlussrechnungen eingehalten wurden.
Mir sind Umbauprojekte bekannt , für dessen Vergabe Mitarbeiter eine Woche auf Mallorca verweilten....
06:10
Wer Geschäftsführern Arbeitsverträge gibt, ist doch klar - der Aufsichtsrat. In diesem Fall wohl der Vorsitzende und sein Stellvertreter.
Bleibt also nur noch die Frage, wie hat der Aufsichtsratsvorsitzende profitiert?
Der Geschäftsführer kriegt mehr Kohle, der stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende Aufträge für seinen Brötchengeber ... Der 3. im Bunde wird´s aber nicht für Nüsse gemacht haben, oder?
22:32
So war es, ist es und bleibt es auch in Gladbeck, wenn man sich gegenseitig selbst beaufsichtigt - #2 sagt es in einem Wort.
Manus manum lavat!
Eine Hand wäscht die andere! (Petronius).
18:16
Man kann nur hoffen, dass die schweigende Mehrheit im Rat die Kraft findet sich für das Wohl Gladbecks einzusetzen.
Apell Schützen Sie Gladbeck und nicht die fehlgeleiteten Herren im Aufsichtrat der GWG.
Wie Bürger können den Schaden den diese Herren anrichten nicht mehr stemmen.
Danke !
16:39
Halten wir doch mal fest:
o Schnittker bekomt eine Gehaltserhöhung, die durch den Rauswurf von fünf Mitarbeiter mitfinanziert wird
o die krummen Geschäfte seines Vorgängers gleicht die Stadt mit 1 Mio. Euro aus und stellt noch mal 4 Mio. bereit
o Aufsichtsrat und Geschäftsführer machen eine Dienstreise zum Oktoberfest für 5.311 Euro
o der SPD-Bürgermeister läßt sein REchnungsprüfungsamt die GWG prüfen und sagt dem SPD-Aufsichtsratsvorsitzenden nichts davon
o unklar ist, wer Schnittker einen neuen Arbeitsvertrag mit Gehaltserhöhung gegeben hat
o Schnittker hat kürzlich eine Bildungsreise nach Japan unternommen (nach eigenen Angaben auf eigene Kosten)
o der stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende Jürgen Zeller (CDU) ist Geschäftsführer einer Gladbecker Tochterfirma von Harmuth, der Tenk GmbH. Dieses Unternehmen bekam häufig Aufträge von der GWG.
Ach waren das noch Zeiten in der Kalinowski-Ära vor 35 Jahren. Der hatte doch nur versucht aus Ackerland Bauland zu machen und wurde in Abwesenheit politisch gekillt.
Die Plünderung der GWG geht ungebrochen weiter, nur die Methoden und Dimensionen haben sich geändert.
Die Akteure kommen immer noch aus den selben Ställen.
14:52
Mischpoke!
11:35
Da haben Wedekind, Zeller und Fischbach den Schnittker ja verblüffend schnell eingenordet. Dazu hat nur eine Gehaltserhöhung ausgereicht, das nennt man Wirkungsgrad. Meinen Glückwunsch dazu – währe ja auch fatal, wenn sich bei der GWG irgendetwas ändern würde.