S-9-Strecke nach Recklinghausen braucht neue Haltepunkte

S-Bahn-Linie 9 in Gladbeck-West.
S-Bahn-Linie 9 in Gladbeck-West.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Die für 2019 angekündigte S-Bahn-Verbindung nach Recklinghausen braucht neue Haltepunkte in Westerholt und Herten.

Gladbeck..  Mit der S-Bahn von Gladbeck-West direkt nach Herten und Recklinghausen - die jüngste Ankündigung des Verkehrsverbundes Rhein Ruhr (VRR), ab 2019 die „Hertener Bahn“ Richtung Recklinghausen für den Personenverkehr zu reaktivieren, bringt Bewegung in die Nahverkehrs-Diskussion im Kreis.

Der Startschuss für die „Hertener Bahn“ fällt im Dezember 2019, zeitgleich mit der Umstellung der Zeittakte zentraler S-Bahn-Linien auf den 15-Minuten-Takt. „Das ist definitiv geplant“, bestätigte jetzt nochmals VRR-Sprecher Holger Finke.

Doch bevor es so weit ist, muss entlang der Trasse noch Einiges passieren: Die Züge der S 9 sollen ab Ende 2019 von Gladbeck-West aus stündlich über Westerholt und Herten nach Recklinghausen rollen. Schon in den 1980er-Jahren wurde auf diesem Abschnitt der Hamm-Osterfelder-Bahnstrecke der Personennahverkehr eingestellt. Die Strecke wird seitdem ausschließlich für den Güterzugverkehr genutzt. Für den Personenverkehr fehlen derzeit noch Haltestellen.

Neue, zeitgemäß gestaltete Haltepunkte müssen in Westerholt und in Herten entstehen, der Haltepunkt Buer-Nord soll ausgebaut werden. „Derzeit werden die Kosten geprüft“, sagt VRR-Sprecher Holger Finke. Hertens Bürgermeister Uli Paetzel zum Beispiel sieht bei aller Freude über den Beschluss, Herten an das S-Bahn-Netz anzubinden, derzeit ebenfalls noch viele offene Fragen. „Wir kennen die Rahmenbedingungen noch nicht: die Finanzierung und die Größe der Haltestellen“, so der Stadtchef.

In Westerholt Haltepunkt auf ehemaligem Zechengelände?

Was die Haltepunkte betrifft, so käme in Westerholt wohl am ehesten ein Standort auf dem ehemaligen Zechengelände infrage. Die Ruine des alten Bahnhofs nebst Grundstück hatte 2012 ein Investor bei einer Zwangsversteigerung erworben. Er kündigte an, dort ein modernes Bürogebäude mit Tagesklinik für Beatmungspatienten plus angegliedertem Schulungszentrum zu errichten, doch bislang hat sich auf dem Areal nichts getan.

In Herten-Mitte sind Standorte in Nähe der Bahnübergänge Paschenbergstraße oder nahe der Feldstraße denkbar. „Wichtig ist uns, dass die Haltestelle gut an den Busbahnhof angebunden ist“, betont Hertens Bürgermeister Paetzel. Das spräche für einen Haltepunkt an der Feldstraße, doch hier liegen die Gleise weit unter Straßenniveau, was den Bau erheblich erschweren würde. „Da muss etwa die Frage der Barrierefreiheit geklärt werden, und es wäre auf jeden Fall ein Aufzug nötig.“

Zurzeit wirft die Ankündigung, Westerholt und Herten wieder an die S-Bahn anzubinden, also noch zahlreiche Fragen auf.