„Runter mit der rosaroten Brille“
08.01.2012 | 17:02 Uhr 2012-01-08T17:02:00+0100
Gladbeck. Die Serie der umfangreichen Stellungnahmen zum A 52-Ausbauvorschlag geht unvermindert weiter.
„Erstaunt“ zeigt sich nun das Bürgerforum A 52 darüber, dass das Verhandlungsergebnis über einen 1,5-km-Tunnel von Stadt, Land und Bund bereits jetzt „als Erfolg und Chance für Gladbeck“ gefeiert werde.
Kaum eine der Forderungen des Gladbecker Ratsbeschlusses von 2009 sei erfüllt, argumentiert das Bürgerforum. So seien die Forderung nach einem Tunnel nur zum Teil erfüllt; und die anderen sechs Forderungen „gar nicht“. Jahrelang hätten Politiker und Parteien den Bürgern versprochen, dass sieben Forderungen erfüllt sein müssten, damit sich die Situation für die Gladbecker Bürger verbessern würde, und dass man daher nicht von diesen Forderungen abweichen werde.
Helmut Deka und die weiteren Bürgerforum-Aktiven fordern in ihrer Stellungnahme: „Tunnelblick weiten - runter mit der rosaroten Brille!“ Die heutige B 224 verlaufe etwa 4,5 km auf Gladbecker Stadtgebiet. Der Tunnel würde die neue Autobahn aber gerade mal auf 1,49 km überdecken. Etwa 2,5 km neue Autobahnkilometer blieben offen. Tunnelmünder und offene Trassenteile würden die trennende Wirkung der Straße noch verstärken, und die neue Straße auf dem Tunneldach werde keineswegs eine Stadtallee, sondern ein viel befahrener Autobahn-Zubringer.
Keine ruhige Stadtallee
Verschwiegen werde auch, wie der Verkehr in der Bauzeit und im Falle eines Unfalles oder Staus im Tunnel abgewickelt würde. Die Bürgerforum-Aktiven: „Vermutlich oben über die mit zwei Halbanschlüssen geplante Stadtstraße auf dem Deckel.“ Eine solche Stadtstraße hätte eher eine trennende als verbindende, geschweige den kommunikative Wirkung, so das Forum, das weitere Kritikpunkte auflistet: Die Bauzeit im Nadelöhr, zu erwartende Staus bis in die Nachbarstädte, wirtschaftliche Nachteile für die Region.
Nach einer mindestens zwölfjährigen Bauzeit müsse man mit einer Breite der Autobahn von 38 Metern plus Böschung rechnen. Und während der Bauzeit wäre die Baustelle fast doppelt so breit.
Gladbeck und die Nachbarstädte würden in dieser Zeit auf jeden Fall durch Umleitungen und Staus verstopft. Die Verkehrsprobleme würden zu erhöhten Schadstoffbelastungen führen. Und das geforderte Baulogistikkonzept liege noch immer nicht vor.
Wie in DU-Kaiserberg
Der Wegfall der Direktanbindung des Gewerbeparks Brauck; der Überflieger statt eines Unterfliegers im neuen Autobahnkreuz - das Forum listet weitere Kritikpunkte und nicht erfüllte Gladbecker Forderungen auf und formuliert: „Die Kapazität des neuen Autobahn-Knotenpunktes im Naherholungsgebiet Wittringen in unmittelbarer Nähe zu den Neubaugebieten in Butendorf-West wäre vergleichbar mit dem Spaghetti-Knoten Duisburg-Kaiserberg. Prognostiziert sind 150 000 Fahrzeuge im Kreuz, Tag für Tag! Jedem Gladbecker muss klar sein: Wer ja sagt zum Tunnel, sagt ja zum Autobahn-Kreuz.“
Unangemessene Eile
Die Eile, mit der nun vorgegangen werde, erscheint dem Bürgerforum in Bezug auf Größe und Kosten des Projektes als unangemessen. Mit Hinweis auf diese Einschätzung spricht sich das Bürgerforum in seiner Stellungnahme dafür aus, den Wortlaut der Frage für den Ratsbürgerentscheid „gemeinsam mit Bürgern und Bürgerinitiativen zu erarbeiten“. Und das mit einer „angemessenen Vorbereitungszeit, in der die Bürger offen und transparent über die Pläne informiert werden“.
15:37
Ich weiß nicht wieso der MdL Michalowsky immer gegen Alles und Jedes ist?
Wenn er sich mit der Linksfraktion wirklich gegen den Ausbau der A52 positionieren würde, bräuchte er nur das unsägliche rot-rot-grüne Bündnis im Land nicht mehr unterstützen und alles würde sich in Wohlgefallen auflösen.
Die Macht dazu hätte der stille Koalitionär.
15:05
ich kann nur sagen, Respekt!!!!
19:48
Meine Güte @big_dreamer, Sie machen Ihrem Namen wirklich alle Ehre. Sie versuchen, aus welcher Überzeugung auch immer, Hypothesen in ferner Zukunft als Fakten zu verkaufen.
Sie scheinen da wirklich traumversunken mit rosa Brille dazuliegen.
Es wird ja da erlaubt sein, zu fragen, welche berufliche Qualifikation Sie vorweisen können um diese Behauptungen, die Sie da leichtfertig aufstellen, zu stützen. Kommen Sie mir jetzt nicht auch noch mit Zahlen, über die man, wenn es einmal soweit sein sollte, ohnehin ein Ei drüber schlagen kann.
Ihre zahlreichen Relativierungen lassen da echt zu wünschen übrig. Ihre Bauzeitspekulation zeigt dann wirklich, wie wenig Ahnung Sie von der Materie haben. Nach dem Motto „Alles wird gut“ (und wenn doch nicht ?)
Sie leiden offensichtlich unter begrenztem Tunnelblick, denn sonst würden Sie auch eine Antwort parat haben für die vielen, vielen Bürger, die statt Tunnel mit einer offen geführten und weit über doppelt so breiten Fahrbahntrasse mit doppelt soviel Verkehr gegenüber heute, leben müssen. Ganz speziell meine ich die dichtbesiedelten Bereiche in Gladbeck-Ost (jenseits der Garben-/ Landstraße), und in Buttendorf. Gladbeck liegt dann in Zukunft (wer weiß, ob der Tunnel wirklich kommt) im Zentrum der drei Autobahnen, A 2, A 52 und A 31, na toll, was für ein Gewinn? Mit welchem Recht, sagt man den wenigen Bürgern im innenstadtnahen Bereich einen Tunnel zu und da, wo weitaus mehr Bürger leben nicht?
Sie @big_dreamer glauben wirklich noch an den Weihnachtsmann, denn anders lassen sich Ihre inhaltsleeren Platitüden nicht erklären. Es sei denn, Sie gehören zu den Erfüllungsgehilfen und Schergen in Gladbeck, deren politische Weste zur nächsten Wahl sauber bleiben soll, indem diese Bürde mal eben auf die armen, wenigen Bürger abgewälzt werden soll. Wie hoch wird wohl die Wahlbeteiligung sein?
Gehen Sie mal mit offenen Augen durchs Internet, dann werden Sie feststellen, wie oft, fest zugesprochene Tunnelversprechen gebrochen wurden. Ein kleines Beispiel aus Süddeutschland zeigt wie ein sogenannter Tunnel auch noch aussehen kann, also nichts mit "Parkallee" in dessen Grün sich Hase und Igel gute Nacht sagen.
http://www.main-netz.de/nachrichten/region/aschaffenburg/aschaffenburg-land/land/art3986,510189
Außerdem wird beim Beispiel Hösbach erklärt, wie mir nichts, dir nichts, die ursprünglich zugesagte Tunnellänge mal eben um 350 m gekürzt wurde (aus Kostengründen versteht sich). Wer verbürgt sich denn dafür, dass in Gladbeck mit der A52 nicht gleiches geschehen wird? Sie big_dreamer? Der Bürgermeister? Der Stadtrat?
Es geht nicht darum etwas grundsätzlich in Abrede zu stellen, denn gegen NEIN oder DAGEGEGEN-Sager, die keine Möglichkeiten aufzeigen habe ich auch etwas. Allerdings überwiegen die besseren Argumente gegen diese A 52. Sie sind schlichtweg belegbar und mit zahlreichen Referenzbaustellen jederzeit abgleichbar. Der Sinn der A52 ist mit und ohne Tunnel eine reine Wirtschaftsförderungssubvention wie im 13. Jahrhundert die gotischen Kathedralen, nicht mehr und nicht weniger. Früher war mit echter Handarbeit von ganzen vielen Generationen auszugehen. Wer aber heute noch den widerlegten Mythos "Arbeitsplätze durch Autobahnbau schaffen" aufrecht erhält oder "Staus verhindern", der ist im 19. Jahrhundert gedanklich hängen geblieben und kann nicht von sich behaupten, dass ihm die Fähigkeit des nachhaltigen Sehens in die Wiege gelegt wurde.
Es dürfte doch selbst dem Dümmsten einleuchten, dass man mit mehr Verkehr NICHT einen besseren Durchfluss erreichen kann. Wer glaubt dass denn? Richtig wäre es, wenn die Verkehrsbelastung von heute, den Status Quo einer A 52 entspräche, doch die Verkehrs-Prognosen sagen da etwas ganz anderes voraus.
Ich sehe ein großes Fiasko mit dieser A 52 (in welcher Form auch immer) auf Gladbeck zukommen. Lebenserfahren bin ich dahingehend genug und vor allem habe ich beruflich über Jahrzehnte hinweg mit Verkehrsplanung zu tun gehabt, von daher weiß ich sehr wohl, was es heißt aus eigenen Fehlern zu lernen. Scheinbar haben die Kollegen von heute nicht die Planungsfehler der Vergangenheit kritisch hinterfragt, aber vielleicht muss man das als hochdotierter Beamter heute auch gar nicht mehr. Was da in Gladbeck geplant wird, hat nichts mit modern zu tun, sondern mit einer antiquierten Denkweise von alten Dinosauriern wie mir. Vielleicht muss man für diese Erkenntnis erst einmal woanders wohnen und sich zur Ruhe gesetzt haben?
@big_dreamer bei Ihren Zahlenspielereien, könnte man glatt den Eindruck gewinnen, in Gladbeck leben keine Menschen und Wittringen wäre ein Erholungsgebiet, wie es sie in Gladbeck an jeder Ecke gibt.
Mit Wehmut schaue ich daher auf meine alte geliebte Heimatstadt zurück. Ganz dunkle Wolken sehe ich da am Horizont.
17:29
Zwölf Jahre Bauzeit für den Tunnel. Das Ministerium hat 4 Jahre gesagt, vielleicht werden es fünf. Das ist normal. 1 Jahr Baustelleneinrichtung mit Leitungsverlegung, 3 Jahre Rohbau des Betontunnels und 1 Jahr Tunnelausrüstung mit Beleuchtung etc. und gleichzeitig die Oberfläche auf dem Tunnel.
Die 150000 Fahrzeuge auf dem Kreuz stimmen, aber sie fahren sowieso. Ca. 100.000 fahren alleine auf der A2 geradeaus. 50.000 durch den Gladbecker Tunnel. Hoffentlich, wenn er möglichst bald kommt.
Eine Riesenchance für eine neue Stadtentwicklung ohne Lärm, Abgase und Trennwirkung. Übrigens: jede Straße auf der man eine Autobahn erreicht ist letztlich ein Autobahnzubringer, es kommt nur auf die Verkehrsbelastung an.
Natürlich hätte jeder den Tunnel gerne noch etwas länger in Richtung Norden. Aber Tunnelbau ist teuer und muß durch die angrenzende Bebauung begründbar sein.