Rund 75 000 Einwohner - Gladbeck schrumpft langsamer

Im Jahr 2030, so die Prognose, werden nur noch 567 284 Menschen in den zehn Kreisstädten leben. In Gladbeck dann 69210.
Im Jahr 2030, so die Prognose, werden nur noch 567 284 Menschen in den zehn Kreisstädten leben. In Gladbeck dann 69210.
Foto: dpa
Wir sind mitten drin im demografischen Wandel. Die Kreisverwaltung hat jetzt einen umfassenden Demografiebericht vorgelegt.

Gladbeck.. Wir werden älter, weniger, bunter - diese Vorhersage für die Entwicklung der Stadtgesellschaft ist nicht neu. Die Kreisverwaltung belegt mit dem ersten, umfassenden Demografiebericht für alle zehn Kreisstädte jetzt außerdem, dass wir längst mittendrin sind im demografischen Wandel.

Allein im Kreis schrumpfte die Bevölkerung in der Zeit von 2000 bis 2012 um 34 000 auf 623 409 Einwohner. Und der Schwund wird sich fortsetzen: Im Jahr 2030, so die Prognose, werden nur noch 567 284 Menschen in den zehn Kreisstädten leben. In Gladbeck dann 69210.

Weniger Einwohner verloren als die Nachbarstädte

Allerdings schrumpfen die Städte nicht alle in gleichem Maße. Gladbeck weist, in positiver Hinsicht, in der Zeit von 2000 bis 2012 überraschende Ergebnisse auf. Die Stadt, aktuelle Einwohnerzahl rund 75 000, hat mit einem Minus von 3,33 Prozent weniger Einwohner verloren als Nachbarstädte ähnlicher Größe.

Hier wirkt sich offensichtlich die Baulandpolitik der vergangenen Jahre und die dadurch vermehrten Zuzüge aus. In Herten z.B., ist das anders, da hat der Einwohnerschwund 2012 ein Minus von 8,17 Prozent erreicht, kreisweit liegt der Rückgang bei -5,2 Prozent. Nur Haltern am See wächst (+2,28 %).

In Gladbeck wird weniger gestorben

Aber das ist nicht das einzige überraschende Gladbecker Ergebnis. Auch bei den Geburten weicht die Stadt etwas vom allgemeinen Trend ab, der auch bundesweit festzustellen ist und im Kreis mit insgesamt 24 Prozent weniger Neugeborenen enorme Ausmaße hat. Während die meisten Kreisstädte auf ähnlich hohem Niveau sind, ging in Gladbeck die Zahl der Geburten nur um 16,12 Prozent zurück. Zugleich wird in Gladbeck weniger gestorben als in den meisten anderen Städten. Zwar steigt die Quote auch hier, ist aber mit 5,2 Prozent Steigerung vergleichsweise gering.

Gladbeck schrumpft also langsamer, was sich übrigens auch an der Entwicklung der Schülerzahlen zeigt. Die gehen wie überall kontinuierlich zurück, im Grundschulbereich aber „nur“ um 10,4 Prozent – kreisweit sind es 15,4 Prozent, in Datteln über 18, in Dorsten fast 20 Prozent. Ebenso vergleichsweise positiv ist die Entwicklung der Schülerzahlen bislang an den Gladbecker Gymnasien: Ein Plus von knapp 5 Prozent errechnet die Studie.

Schülerzahlen an Gymnasien werden sinken

In Herten z.B. ging die Zahl der Gymnasiasten um 12,4 % zurück. Doch auch wenn in der Hinsicht für Gladbeck alles scheinbar gut ist, heißt es im Bericht: „In spätestens fünf bis zehn Jahren werden in allen kreisangehörigen Städten die Schülerzahlen an den Gymnasien sinken.“

Was Auswirkungen auf die Zahl der Schulgebäude haben werde. Das wirft, mit Blick auf den geplanten Neubau des Heisenberg-Gymnasiums, Fragen auf.