Roland holt über 60 Prozent
30.08.2009 | 22:51 Uhr 2009-08-30T22:51:00+0200
Gladbeck. Das Bad in der Menge, den rhythmischen Applaus, die vielen Umarmungen – Ulrich Roland (SPD) hat diese Minuten sichtlich genossen, als um 20.04 Uhr all die Anspannung von ihm abfiel und feststand: Er ist für weitere sechs Jahre Gladbecks Bürgermeister.
Mit 60,29 Prozent bestätigten die Bürger ihn im Amt. Herausforderer Hans-Joachim Kalb (CDU) lag weit abgeschlagen mit 25,08 Prozent hinter ihm.
Das gute Ergebnis für Roland spiegelt sich auch im Wahlausgang für die SPD. Sie ist stärkste Fraktion, würde aber selbst bei einer erneuten Zusammenarbeit mit der BIG nur die Hälfte der Sitze im Rat erreichen. Sie hat in 21 von 22 Wahlbezirken das Direktmandat gewonnen, somit ziehen alle Mandatsträger direkt in den Rat ein.
Nur ein einziger Christdemokrat zieht direkt in den Rat ein: Hans-Joachim Kalb
Nur ein einziger Kandidat der Christdemokraten zieht dagegen direkt in den Rat ein, und das mit knappem Ergebnis: Hans-Joachim Kalb, der glücklose Bürgermeisterkandidat. „Ich will in den kommenden fünf Jahren konstruktiv mitarbeiten”, so sein Statement. „Unser Wahlkampf war besser als das Ergebnis”, kommentierte Kalb die CDU-Niederlage.
Warum die Union bei dieser Kommunalwahl gut zehn Prozent verloren hat, kann auch Kalb nicht erklären. Allenfalls könne ein genereller Ruhrgebietstrend für die SPD und gegen die CDU dafür herhalten. „Wir stehen jetzt da, wo wir vor 20 Jahren waren. Aus diesem Tal heraus müssen wir uns wieder entwickeln.”
Kalb verlieh auch seiner Enttäuschung über die geringe Wahlbeteiligung Ausdruck: „Wahlen sind ein Fest der Demokratie, auf das die geringe Wahlbeteiligung leider einen dunklen Schatten wirft.” Nur knapp über 52 Prozent der Gladbecker gaben ihre Stimme ab. „Das ist schlicht und einfach blamabel”, fand auch Marlies Wormuth, die die Ergebnispräsentation im Rathaus gespannt verfolgte. „Ich habe bisher bei keiner Wahl gefehlt – sogar aus dem Krankenhaus habe ich einst per Briefwahl meine Stimme abgegeben.” Diese Möglichkeit nutzte auch ein junger Gladbecker, der derzeit in China studiert und den Ulrich Roland stellvertretend für die jungen Wähler in seiner Dankesrede erwähnte.
„Ich habe davon geträumt, aber nicht daran geglaubt”, kommentierte Gladbecks alter und neuer Erster Bürger „die Sechs vor dem Ergebnis”.
Die Linke wird zur drittstärksten Kraft im neuen Rat
Aus der Riege der anderen Bürgermeisterkandidaten zählte Ralf Michalowsky von der Linken zu den ersten Gratulanten. Die Linken sind jetzt mit 6,52 Prozent drittstärkste Fraktion im Rat. „Bei der Konkurrenz im linken Lager ist dieses Ergebnis völlig in Ordnung”, so Michalowsky.
Auf drei Sitze kommen aber auch die Gladbecker Grünen, weil ihnen ein Ausgleichsmandat zu gute kommt. Fraktionsvorsitzender Mario Herrmann am späten Sonntagabend: „Wir sind zwar etwas enttäuscht und hatten uns mehr erhofft.” Bange Minuten erlebte die DKP mit Spitzenkandidat Gerhard Dorka. Seit 1974 sind die Kommunisten im Gladbecker Rat, zum ersten Mal mussten sie diesmal um ihr Mandat fürchten, schafften es mit 1,77 Prozent aber doch noch knapp.
Betretene Mienen bei der BIG, die das Ergebnis von 2004 nicht halten konnten. Vorsitzender Dieter Plantenberg: „Wir sind nicht zufrieden und müssen analysieren, woran es gelegen hat. Es muss sich einiges bei uns verändern.”
Freidemokrat Tack hat nun einen FDP-Mitstreiter im Rat
In Feierlaune dagegen die FDP. Nach fünf Jahren als Einzelkämpfer hat Freidemokrat Michael Tack nun einen Mitstreiter an seiner Seite, Heinz-Josef Thiel.
Der Rat wird um einiges bunter ab Oktober. Bis auf die WIR schafften auch alle „Kleinen” den Sprung ins Parlament, damit sind neun Parteien und Wählergruppierungen vertreten. Johannes Gay (Hartz IV) kann mit 1,45 Prozent ein Mandat beanspruchen, ebenso Mehmet Metin von der Gladbecker Bürger-Liste GBL, die auf 1,82 Prozent kam. Während Gay sich etwas enttäuscht zeigte - „wir haben mit mehr gerechnet, aber die vielen kleinen haben das Ergebnis aufgesplittert” - stand Mehmet Metin, dem Vorsitzenden des Ausländerbeirats, die Freude ins Gesicht geschrieben. „Ich freue mich riesig, wir werden jetzt gemeinsam mit den anderen Parteien die Integration voran bringen.” Sein spätes Auftauchen im Ratssaal erklärte er mit dem Ramadan. „Ich musste erst etwas essen.”
Das vorläufige amtliche Endergebnis wird morgen im Laufe des Tages bekannt gegeben. Dann steht endgültig fest, ob es bei der gestern im Ratssaal verkündeten Sitzverteilung bleibt.
Das neue Stadtparlament tagt erstmals im Oktober.
Der neue Rat in der Übersicht:
SPD: 21 Sitze
CDU: 12 Sitze
Die Linke: 3 Sitze
Grüne: 3 Sitze
BIG: 2 Sitze
FDP: 2 Sitze
Hartz IV: 1 Sitz
DKP: 1 Sitz
GBL: 1 Sitz
= 46 Sitze
14:21
Vielleicht schafft man es, bei der Betrachtung der Wahl, Bürgermeister und Partei zu trennen.
Herr Roland macht seine Sache als Bürgermeister so gut, dass ich ihn auch als strikter NichtSPDwähler wählen konnte, ........
13:18
auch wenn ich ihn nicht gewählt habe - herzlichen glückwunsch an ulrich roland für das gute abschneiden bei dieser wahl. hoffentlich hält er auch, was er versprochen hat - vor allem was den ausbau der B224 zur A52 angeht.
12:00
#7 ichfragjanur
Der Bürgermeister weiß, wer Kritikaster ist!
Fragen Sie ihn.
08:55
hi
dort steht zu lesen :
die SPD sol lsich nicht ausruhen ! lol;
K. -ist doch jetzt im Kader der Linken und hat keine Zeit mehr hier merkwürdige aussagen zu machen.
08:33
Wer Uli Roland kennt, weiß, dass ausruhen nicht zu seinem aktiven Wortschatz gehört.
Aber ich doch noch eine Frage an die Zornige - Ihr Kritikaster hatte doch vor einiger Zeit angekündigt, dass er sich nach der Wahl outen würde. Hat es ihm so die Sprache verschlagen, dass er sich nicht mehr an seinen Namen erinnert?
07:33
herzliche Gratulation an denalten und Neuen Bürgermeister Roland.
Die SPD sollte sich jetzt aber nicht auf den Sieg bedingt durch Uli Roland
ausruhen !
06:24
Gratulation dem alten un d neuen Bürgermeister!
Seine gute Arbeit wurde einfach anerkannt!
02:19
Schade das Herr Roland gewonnen hat.
Am besten wäre Herr Dorka für Gladbeck
gewesen.
01:18
Es sind noch viele Fragen offen, vor allem, was mit der A52 wird.
Die guten Ergebnisse für Herrn Roland und die SPD sind schon sehr erstaunlich. Damit haben wohl die wenigsten gerechnet, und darüber muss man nachdenken.
Gratulation dem alten und neuen Bürgermeister.
Auch von Kritikaster (dem hat es die Sprache verschlagen)
00:08
Herr Kalb teilt mit, dass der CDU-Wahlkampf besser war als das Ergebnis.
Er hat offenbar immer noch nicht begriffen, dass nicht die CDU, sondern die Gladbeckerinnen und Gladbecker heute entschieden haben und die haben nun einmal festgestellt, dass der destruktiv-diffamierende Wahlkampf der CDU nicht ihr Ding war und ist.
Vielleicht hätten sich Herr Kalb und die CDU nicht so sehr auf die Unterstützung von EX-Bürgermeister Schwerhoff verlassen sollen, der uns offenbar bis heute nicht verziehen hat, dass wir aus Dankbarkeit für seine Leistungen nicht jeden drögen Juristen wählen, den er uns gerade empfiehlt.
Fragen sind heute abend nicht mehr offen, aber ich zeichne aus alter Gewohnheit mit