Reizklima beherrscht Debatte im Gladbecker Rat

Für sechs Jahre gewählt wurde der Gladbecker Stadtrat bei der Kommunalwahl 2014 (im Bild der Wahlabend im Ratssaal.). Die Mehrheit stellen SPD und Grüne gemeinsam, Bürgermeister Ulrich Roland wurde mit über 60 Prozent zum dritten Mal ins Amt gewählt.
Für sechs Jahre gewählt wurde der Gladbecker Stadtrat bei der Kommunalwahl 2014 (im Bild der Wahlabend im Ratssaal.). Die Mehrheit stellen SPD und Grüne gemeinsam, Bürgermeister Ulrich Roland wurde mit über 60 Prozent zum dritten Mal ins Amt gewählt.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Die angespannte Stimmung zwischen der Mehrheit aus SPD/Grünen mit BM Roland an der Spitze und der Opposition, vor allem CDU und Linke, ist deutlich spürbar.

Gladbeck..  Ratsdebatten geben stets gute Hinweise auf das Stimmungsbarometer in der Stadtpolitik. Und so lässt sich auch nach der knapp einstündigen Sitzung am Mittwoch feststellen: Es herrscht ein Reizklima zwischen der Mehrheit aus SPD/Grünen mit Bürgermeister Ulrich Roland an der Spitze und der Opposition, insbesondere CDU und Die Linke.

Das entzündet sich zum Beispiel, wenn Die Linke sich mit einem Antrag zum A 52-Ausbau zu Wort meldet. „Der ja nur gestellt wird, damit die Presse was daraus macht“, äußert Bürgermeister Ulrich Roland einen Verdacht, den wir mit diesen Zeilen bestätigen wollen. Skurril genug war das Ansinnen der Linken ja: Sie fordern Einsicht in ein Protokoll von dem A 52-Spitzentreffen in Berlin Anfang März, das es laut Bürgermeister aber gar nicht gibt. Nur eine Pressemitteilung sei im Anschluss verfasst worden, erklärte er. Das wollen Franz Kruse und Olaf Jung von der Linken nicht glauben. Ihr Misstrauen begründen sie damit, dass (ganz basis-undemokratisch!) kein Autobahngegner mitgenommen wurde nach Berlin, ein „Autobahn-Lobbyist wie Herr Brendel von der IHK“ aber mit am Tisch saß.

„Das ist alles blitzsauber abgelaufen“, parierte Roland verärgert. Es seien Prüffälle festgelegt worden, an denen zurzeit intensiv gearbeitet werde. Die nächste Runde werde im September stattfinden. Überhaupt grenze es an ein Wunder, dass das Modell, über das die Gladbecker 2012 ablehnend abgestimmt hatten, wieder auf dem Tisch liege. Da sprang ihm sogar CDU-Fraktionschef Peter Rademacher, der vom Bürgermeister nicht gerade verhätschelt wird, zur Seite und warnte die Linke davor, Misstrauen zu schüren und „alles kaputt zu reden“.

Diesen gut gemeinten Schulterschluss hat Rademacher am Ende der Sitzung wohl bereut. Denn da gab es beim Tagesordnungspunkt „Mitteilungen des Bürgermeisters“ ordentlich Saures für die CDU. Die hat, wie berichtet, sich das andere derzeit aktuelle Reizthema auf die Fahnen geschrieben und mit einem zugegebenermaßen überzogenen Facebook-Eintrag über bauliche Mängel beim Innenstadtumbau die Stadtspitze in Harnisch gebracht. Und obendrein für Arbeit gesorgt, weil der Hinweis, es könne bei Starkregen Wasser in die Ladenlokale eindringen, von der Verwaltung mit „enormem Aufwand“ geprüft wurde, so Roland, habe sich dann aber als nicht zutreffend erwiesen.

Was genau die CDU bezweckte, konnte sie nicht erklären. Widerworte sind laut Gemeindeordnung bei „Mitteilungen“ nicht erlaubt. Die Vorwürfe blieben ohne Erwiderung - was wohl beabsichtigt war.