Raith: „Den Autobahnfreunden gehen die Argumente aus“

Verkehrszählung des Bürgerforums im März 2014 an der B-224-Trasse.
Verkehrszählung des Bürgerforums im März 2014 an der B-224-Trasse.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Gewählte Politiker würden Bürger mit Beschimpfungen brüskieren. Das sagt das Bürgerforum zu jüngsten Äußerungen von Mario Herrmann und Michael Gerdes.

Gladbeck..  „Offenbar gehen den Autobahnfreunden unter unseren Politikern die Argumente aus!“ Das erklärt Bürgerforum-Chef Matthias Raith mit Blick auf die jüngsten A-52-Stellungnahmen von Mario Herrmann (Grüne) und Michael Gerdes (SPD)

Raith weiter: „Mit ihren diskreditierenden Äußerungen verfolgen sie handfeste Absichten. Durch Verschleierung der echten Kosten wollen sie in den anstehenden Beratungen zum Bundesverkehrswegeplan eine günstige Kosten-/Nutzen-Analyse erreichen. Das ist Voraussetzung für die Aufnahme in den vordringlichen Bedarf und damit für den Bau überhaupt.“

In einem Schreiben an den Bundestagsabgeordneten Michael Gerdes unterstreicht Raith, dass die Kostenschätzung des Bürgerforums in Höhe von 510 Millionen Euro für einen A-52-Tunnel durch Gladbeck auf ihm vertraulich vorgelegten Abrechnungen der Kosten für den Düsseldorfer Rheintunnel im Verlauf der Bundesstraße 1 und für den Werstener Tunnel im Verlauf der A 46 beruhten. Man habe die dort dokumentierten Kosten an die in Gladbeck erforderlichen, bautechnischen Gegebenheiten angepasst.

Dabei sei man von einer für Gladbeck erforderlichen Tunnellänge von 2,6 km ausgegangen, weil nur diese Tunnellänge genügend Schutz für die Bevölkerung biete. Die etwa von Sven Volmering (CDU) benannte Kostenschätzung von 130 Millionen Euro beziehe sich auf die längst überholte, baulich wie rechtlich nicht mehr machbare Galerie-Lösung von 1,5 km. Man versuche damit, Äpfel mit Birnen zu vergleichen.

„Gewählte Politiker verbünden sich mit den Straßenbauern“

„Wir haben es satt, dass unsere Politiker statt Sachargumente auszutauschen ehrenamtliche Bürger, die sich für die Erhaltung der Lebensqualität in Gladbeck einsetzen, argumentationsfrei mit Schimpfworten brüskieren“, formuliert Matthias Raith mit Blick auf die jüngsten Stellungnahmen von Herrmann und Gerdes. Es gehe hier nicht um einen Glaubenskrieg, sondern um ein Bauwerk, das über die Zukunft Gladbecks entscheide.

Raith: „Eigentlich müsste man von unseren gewählten Politikern erwarten, dass sie in Ausübung ihrer parlamentarischen Kontrollfunktion die Bürger gegen fragwürdiges Behördenhandeln in Schutz nehmen. Dass sie sich aber quer durch die Parteien aufgrund von Planungen aus dem letzten Jahrhundert und längst überholten Gutachten mit den Straßenbauern verbünden, und dazu ihre Wähler mit Beschimpfungen brüskieren, ist weder in der Sache noch in der Form angemessenes Handeln, sondern leeres und schädliches Gerede.“