Probus: Ein Business-Club für den Ruhestand

Achim Berns ist Clubmeister und Programmwart von Probus, in der Regel wechseln die Ämter jedes Jahr. Ganz so streng nehmen sie das aber nicht, verrät der engagierte Clubmeister.
Achim Berns ist Clubmeister und Programmwart von Probus, in der Regel wechseln die Ämter jedes Jahr. Ganz so streng nehmen sie das aber nicht, verrät der engagierte Clubmeister.
Foto: Michael Korte
Was wir bereits wissen
Der Gladbeck-Bottroper Club ist einer von nur zwölf in ganz Deutschland. Zweck ist die Pflege der Freundschaft und Erhalt der geistigen Fitness.

Gladbeck..  Man kennt die Lions, man kennt die Rotarier, aber „Probus“? Nie gehört! Dabei treffen sich bereits seit 1991 Gladbecker und Bottroper Herren in diesem Club, der als erster seiner Art in Deutschland gegründet wurde und von dem es nur noch elf weitere gibt – weltweit gibt es 4500. In Deutschland also ist Probus ein ziemlich exklusiver Verein, der den Rotariern zwar in Freundschaft verbunden ist und auch das Rotationsprinzip bei der Ämterverteilung beherzigt, aber ansonsten völlig eigenständig ist.

Das Profil der Clubmitglieder findet sich übrigens im Namen. „Pro“ steht für professionelle Fachleute und Akademiker, „Bus“ für Business, also führende Kaufleute und Handwerksmeister. Das „Who’ s who“ der Mitgliederliste des Gladbeck-Bottroper Clubs weist viele ehemalige Banker, Ärzte und Unternehmer auf. „Unsere Zielgruppe sind Berufstätige kurz vor oder bereits im Ruhestand“, erklärt Clubmeister Achim Berns (73) die Struktur der Mitglieder, die fast alle im Rentenalter sind. Alles Herren übrigens. Damen, in der Regel die Ehefrauen, sind bei Probus-Veranstaltungen gern gesehen, nehmen an den Mitgliedsversammlungen aber nicht teil.

Im Unterschied zu Lions- und Rotary-Clubs, die so genannte Service-Clubs sind und sich der Gemeinschaft verpflichtet fühlen, genügt Probus sich eher selbst. „Wir haben kein öffentliches Anliegen“, sagt Berns. „Der „Freundeskreis im dritten Lebensabschnitt“, so die Beschreibung im Flyer, widmet sich der Pflege der Freundschaft und gemeinsamen Geselligkeit, außerdem will man sich geistig fit halten.

Erster Club gründete sich in England

„Wir treffen uns regelmäßig zweimal im Monat im Forsthaus Specht, es gibt immer ein Thema und oft auch Referenten“, erklärt Berns. Die Themen sind durchaus anspruchsvoll: Mal geht es um Wissenschaftliches wie „Fluch oder Segen der Gentechnologie“, mal steht ein so aktuelles Thema wie Inklusion auf dem Plan oder ein Vortrag dreht sich um die differenzierte Betrachtung der Frage, inwieweit Kirchen Anspruch auf staatliche Leistungen haben.

Wer dazu gehören möchte, muss übrigens empfohlen werden. Die „Freunde“ werden sorgfältig ausgewählt, damit es auch klappt mit der Freundschaft und geselligen Miteinander. „Der Kandidat muss passen“, beschreibt Achim Berns eine mitunter schwierige Auswahl, die sorgfältig vorbereitet wird. Manchmal weiß nicht einmal der Auserkorene, dass der Probus Club über seine Mitgliedschaft nachdenkt. Wenn jemand vorgeschlagen wurde, besteht drei Meetings lang die Möglichkeit des Einspruchs von Mitgliedern – was allerdings wohl selten ist. Erst danach wird der Angesprochene als Gast eingeladen, und kann nach drei Meetings erklären, ob er dazu gehören will – was in der Regel ebenfalls passiert. Die Anstecknadel zeichnet ihn dann als Clubmitglied aus. Auf Lebenszeit.