Prima Klima
22.09.2008 | 18:13 Uhr 2008-09-22T18:13:00+0200
Projekt an der Erich-Kästner-Realschule bildet junge Klimaexperten aus - und die wissen schon eine ganze Menge über die globalen Zusammenhänge.
Ein Schuh-Karton mit Knete, Wasser und Eiswürfeln, was ist das? Natürlich die globale Erderwärmung in der Kiste! In der kleinen Box sieht man nämlich die Arktis – eben dargestellt durch die Eiswürfel – die langsam aber stetig schmilzt und damit nicht nur die Knet-Insel überflutet, sondern auch die Knet-Pinguine und Eisbären in ihren Lebensräumen bedrohen. „Dass dadurch auch noch Hurricans entstehen, muss man sich eben denken”, erklärt Melanie (13).
Sie ist eine der neuen Klima-Experten der Erich-Kästner-Realschule. Zusammen mit ihren Mitschülern aus den Klassen acht, neun und zehn nimmt sie am Wettbewerb „Klima & Co.” teil und weiß deshalb, dass Schulen zehn Prozent mehr CO2 ausstoßen als andere öffentliche Gebäude. „Wir müssen aber nicht nur was an der Schule tun, sondern auch unser Verhalten ändern” weiß Marco (16). Wieso das nötig ist, zeigen die vielen selbsterstellten Plakate, mit denen der Raum fast zugepflastert ist: „Wir haben ausgerechnet, dass 22 Prozent des CO2-Verbrauchs auf die Lehrer zurück gehen.”
Und dabei soll es auf keinen Fall bleiben, erklärt Marco: „Wir haben dafür gesorgt, dass sich unter den Lehrern Fahrgemeinschaften bilden.”
Außerdem gibt es Energiesparlampen und neue Fenster für die Erich-Kästner-Realschule, so wollen die Kids die von der Schule jährlich verursachten CO2-Emissionen von 278, 6 Tonnen reduzieren. Mit dem CO2-Rechner im Internet sind die Schüler auf dieses Ergebnis gekommen: „Das bedeutet, dass jeder Schüler in dieser Schule 0, 5 Tonnen CO2 produziert und jeder Lehrer 7,3 Tonnen”, erklärt Mike (14) mit Hilfe der Plakate. Um überhaupt diese Zahlen ausrechnen zu können, mussten die Klima-Experten erst einmal jeden Schüler und jeden Lehrer befragen, wie sie denn eigentlich zur Schule kommen.
„Wenn alle durchhalten und Energie sparen, produzieren wir ungefähr zehn Tonnen CO2 weniger”, ist Sandy (16) überzeugt. Den Anstoß für die Einsparung soll ein Projekt-Tag geben. Aufgabe: Jeder der die Erich-Kästner-Schule betreten will, muss mit dem Rad kommen. Dieser Tag wäre dann auch noch so etwas wie ein Startschuss, denn wenn die Schüler den Wettbewerb gewinnen, wollen sie mit dem Geld eine Fahrrad-Station einrichten. Dort wird den anderen nicht nur gezeigt, wie man kleinere Reparaturen erledigt, sondern es werden auch Fahrräder für Klassenausflüge zur Verfügung gestellt.
Doch die Klima-Experten erobern nicht nur die Stadt mit ihrem Rad: Zuhause wird nun auch gespart, was das Zeug hält. Pascal (15) spielt nicht mehr so viel am Computer, danach schaltet er das Gerät ganz aus, anstatt es auf Standby laufen zu lassen. Marco fährt sowieso nur noch mit dem Rad, schließlich ist er dann auch viel schneller als mit dem Bus und Mike achtet darauf, dass seine Eltern auch immer das Licht aus machen.
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