Das aktuelle Wetter Gladbeck 4°C
Kultur

Pott in Farbe

13.01.2012 | 14:42 Uhr
Pott in Farbe
Die Künstlerin Susanne Schalz in ihrem Atelier. Foto: Franz Meinert / WAZ FotoPool

Gladbeck.   Sie sieht sich als Kind des Ruhrgebietes. Auch wenn sie in Essen-Werden an dessen Rand aufgewachsen ist, so haben es ihr vor allem Industriekulissen angetan.

Heute lebt und arbeitet sie an der viel befahrenen Konrad-Adenauer-Allee. Und es ist genau dieses pulsierende Leben, das die Susanne Schalz inspiriert, den „Pott in Farbe“ auf die Leinwand zu bringen.

„Mit meinen Arbeiten treffe ich den Nerv vieler Leute. Es ist dieses ambivalente Verhältnis - das Ruhrgebiet ist auf der einen Seite laut und dreckig. Auf der anderen lebt man hier gern. Die Betrachter sehen meine Bilder, die ja auch nicht strahlen, sondern diesen Ruhrgebietsmief in sich tragen und zugleich Heimatgefühle auslösen“, so die 45-Jährige, die ihre Malerei vor einem Jahr zum Beruf machte.

Obwohl zu Beginn ihres Berufslebens der Zeichenstift schon eine Rolle spielte: Susanne Schalz studierte in Düsseldorf Modedesign. Danach war sie für ein großes skandinavisches Textilunternehmen im mittleren Management tätig, reiste viel durch Nordeuropa. Dann machte sie sich selbstständig, beriet Firmen in Sachen Marketing. Und immer wenn sie Zeit hatte, malte sie. Vor knapp zehn Jahren zum ersten Mal eine Industriekulisse. „Damals bat mich eine Freundin, für sie die Zeche Zollverein zu malen. Das war für mich die Initialzündung.“

Doch es dauerte, bis sich die Gladbeckerin ganz der Malerei verschrieb. Zumal der Schritt, sich mit dieser Passion selbstständig zu machen, in der heutigen Zeit kein leichter ist. „Das braucht ganz viel Mut. Es war sicher die mutigste Entscheidung meines Lebens.“

Susanne Schalz sitzt, mit einer Tasse Kaffee in der Hand, auf einem Barhocker in ihrem Atelier. Um sie herum stehen ihre Bilder. Hier zeigt eines die Zeche Nordstern, da ist das Bergbaumuseum zu sehen. Doch es sind nicht nur Industriekulissen, die die gebürtige Essenerin auf die Leinwand bringt. Auch Bilder von Menschen sind zu sehen. „Das liegt bei meiner Ausbildung nahe.“ Gleichsam will sie sich nicht auf ein Thema beschränken. Zumal sie nach etlichen Ausstellungen im Revier nun auch an anderen Orten ausstellen möchte. „Da muss ich mich auch anderen Themen öffnen.“

So erfolgreich es auch für Susanne Schalz läuft, die Gladbeckerin hat bereits fünf Ausstellungen für dieses Jahr geplant, noch ist das Leben von und mit der Malerei ein Versuch. „Das erste Jahr war gut. Aber es hängt eben auch immer davon ab, wo man hingeht und wen man kennen lernt“, so die Malerin, die sich gut auf ihr neues Berufsleben vorbereitete. „Ich habe viel gelesen. Es ist trotzdem so, dass man schauen muss, wie geht das überhaupt. Was ich bisher noch nicht verstanden habe ist, wann gilt was für bestimmte Gruppen und Gremien als Kunst.“

Daher wagt Susanne Schalz nun auch, sich um kuratierte Ausstellungen zu bewerben, hatte damit auch bereits erste Erfolge. Und ganz ohne Netz und doppelten Boden machte sie ihren Schritt in die Selbstständigkeit auch nicht. „Ich habe mir vorher ein finanzielles Polster geschaffen. Die Zeit möchte ich mir einfach geben zu prüfen, ob das alles so funktioniert.“ Und wie lange wird diese Prüfungsphase dauern?

„Solange das Geld reicht“, ist die Antwort. Dann lacht die Malerin und lehnt sich auf ihrem Hocker zurück, denn unterm Strich läuft es nicht schlecht. Gerne, so erzählt sie, hätte sie auch ein paar andere Arbeiten gezeigt. Die seien aber just gestern verkauft worden.

Kira Schmidt



Kommentare
Aus dem Ressort
Die Burg-Brücke in Wittringen wird später saniert
Politik
Lange Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses – es ging vor allem um den Etat 2015. Überraschend beschloss die Politik, das Geld für die Instandsetzung der Burg-Brücke in Wittringen für Sanierungen von Geh- und Radwegen zu nutzen. Zuvor gab’s Streit um Nutzung von städtischer Häuser durch Parteien.
SPD in Gladbeck nähert sich Windradbau auf Halde weiter an
Mottbruchhalde
Ihre ursprünglich ablehnende Haltung zum Bau eines Windrades auf der Mottbruchhalde hat die SPD aufgegeben. Nun heißt es, man wolle die Gestaltung des Areals „ergebnisoffen“ prüfen. Dabei, so Fraktionschef Michael Hübner, soll es auch keine „Denkverbote“ geben.
Konstantin Wecker freut sich auf sein Konzert in Gladbeck
Musik
„40 Jahre Wahnsinn“. Die Stadthalle in Gladbeck ist der einzige Spielort in NRW zur Jubiläumstour von Liedermacher und Friedenskämpfer Konstantin Wecker. Der gebürtige Münchener schätzt die ehrliche und direkte Art der Menschen im Ruhrgebiet, das hat er uns jetzt im Interview verraten.
Nicht zur Vorstandswahl des Tierschutzvereins eingeladen
Ärgernis
Hedwig Schneider ist seit zwei Jahren Mitglied im Tierschutzverein Gladbeck. Zur Mitgliederversammlung samt Vorstandswahl wurde die 80-Jährige aber nicht eingeladen. Schuld ist laut Vorstand eine veraltete Liste von 2010, auf der neuere Mitglieder nicht verzeichnet sind.
Die Arbeitswelt flexibel gestalten - für mehr Familienzeit
Familie und Beruf
Die Firma Lenord + Bauer ist Mitglied im Unternehmernetzwerk für eine familienfreundliche Stadt Gladbeck. Diverse Arbeitszeitmodelle ermöglichen den 230 Beschäftigten eine hohe Flexibilität. So erhalten die Beschäftigten Freiräume zur Betreuung von Kleinkindern, Pflege von Angehörigen oder Hobbys
Das Parken in der City von Gladbeck soll teurer werden
Höhere Parkgebühren in der Innenstadt - macht das Sinn?

Höhere Parkgebühren in der Innenstadt - macht das Sinn?

 
Fotos und Videos
Die Umzüge in Gladbeck
Bildgalerie
St. Martin
Sandalen aus dem Drucker
Bildgalerie
Innovationszentrum...
Halloween-Straßenfete
Bildgalerie
Gruselspaß
Trubel auf der Immobilienmesse
Bildgalerie
Immobilienmesse...