Postallee: Großbohrer rollt nachts an
06.01.2012 | 14:22 Uhr 2012-01-06T14:22:00+0100
Gladbeck. Seit November läuft das Projekt, nun geht es in die heiße Phase: In der Nacht vom 9. auf 10. Januar (Montag/Dienstag) wird der erste Teil des Großlochbohrgerätes für den Bodenaustausch auf dem Gelände der ehemaligen Reinigung Raupach angeliefert.
Das eigentliche Bohrgerät komme dann in der Nacht vom 10. auf den 11. Januar, so der Kreis Recklinghausen in einer aktuellen Mitteilung. Dieses Bohrgerät hat’s in sich: Es ist 25 Meter hoch und 96 Tonnen schwer und muss deshalb mit einem Schwertransport in der Nacht angeliefert werden.
Gemeinsam mit dem Kreis Recklinghausen und der Stadt Gladbeck führt der Altlastensanierungsverband Nordrhein-Westfalen (AAV) die Sanierung auf der Fläche durch, auf der es durch unsachgemäß gelagerte Betriebsmittel der einstigen chemischen Reinigung zu massiven Belastungen des Bodens und des Grundwassers mit chlorierten Kohlenwasserstoffen (insbesondere Per) gekommen ist (die WAZ berichtete mehrfach).
Es sei absehbar, dass das Grundwasser über einen sehr langen Zeitraum durch die Schadstoffe belastet wird, wenn keine Sanierung der Bodenverunreinigung erfolge, so der Kreis. Dies mache den Austausch des verunreinigten Bodens bis zu einer Tiefe von 10 Metern erforderlich. Insgesamt werden ca. 8300 Tonnen Boden ausgetauscht.
Im so genannten Großlochbohrverfahren wird der verunreinigte Boden ausgebohrt. Die Bohrlöcher werden mit sauberem Boden bzw. mit Magerbeton verfüllt. Der Bodenaustausch wird – wenn alles nach Plan verläuft – im April 2012 beendet sein.
Seit November waren die Einsatz-Teams vor Ort nicht untätig: Eine ca. 1,50 Meter tiefe Baugrube ist hergestellt, die im Sanierungsbereich vorhandenen Leitungen (Strom, Wasser, Kanal) wurden verlegt, eine eigene Baustellenzufahrt ist eingerichtet.
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