Positiver Bundestrend kommt auf dem lokalen Arbeitsmarkt an

Arbeitsmarktgespräch vor Ort: Der Leiter der Agentur für Arbeit Recklinghausen Dr. Dietmar Thönnes (Mitte) besuchte den Rewe-Markt von Fililalleiter Florian Dick an der Vehrenbergstraße. Auch dabei: Agentur-Pressesprecherin Cordula Cebulla
Arbeitsmarktgespräch vor Ort: Der Leiter der Agentur für Arbeit Recklinghausen Dr. Dietmar Thönnes (Mitte) besuchte den Rewe-Markt von Fililalleiter Florian Dick an der Vehrenbergstraße. Auch dabei: Agentur-Pressesprecherin Cordula Cebulla
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
In der Jahresbilanz 2014 sieht der Chef der Arbeitsagentur Dr. Dietmar Thönnes eine positive Tendenz auch für das Jahr 2015. Situation ist stabil.

Gladbeck..  Der bundesweit positive Wirtschaftstrend und spürbare Aufschwung auf dem Arbeitsmarkt kommt allmählich auch in der Region und im Kreis Recklinghausen an. „Der Arbeitsmarkt ist stabil und robust, und es geht wohl geradlinig weiter. Ausschläge nach unten sind nicht zu erwarten“, beschreibt Arbeitsagenturchef Dr. Dietmar Thönnes mit Blick auf das vergangene Jahr, aber auch für das gerade begonnene eine recht entspannte Situation. Das ist, trotz einer durchschnittlichen Quote von elf Prozent Arbeitslosigkeit in 2014 im Kreis Recklinghausen, ganz gut. Erstens war’s schon ‘mal wesentlich schlechter, höher, zweitens lag die Durchschnittsquote 2013 noch bei 11,1 Prozent. Es gibt berechtigte Hoffnung, dass der Silberstreif am Horizont nicht so schnell verblasst. Was auch Zahlen belegen: Waren 2013 im Schnitt 35158 Menschen im Kreis arbeitslos, so sank diese Zahl in 2014 um 313 auf 34 845.

Ein Grund dafür ist die positive Entwicklung bei den sozialversicherungspflichtigen Stellen. „Die Zahl der Beschäftigten ist insgesamt gestiegen“, so Dr. Thönnes und nimmt das Jahr 2007 zum Vergleich: Damals gab es 139 584 Beschäftige im Kreis, 2014 waren es 154 332. Stetig steigende Zahlen also trotz einiger Rückschläge in jüngster Zeit. Von 280 ehemals Beschäftigten der in 2013 geschlossenen Windelfirma Ontex sind noch 100 unversorgt. Aktuell sind 400 Ex-Opelmitarbeiter aus dem Kreis auf Arbeitssuche, 2015 kommen Bergleute hinzu.

Sie könnten auf dem Arbeitsmarkt auch etwas finden, beispielsweise im Gesundheitssektor. „In der Kranken- und Altenpflege werden händeringend Fachkräfte gesucht“, sagt Dr. Thönnes, wohl wissend, dass die oftmals schwierige, dazu oft nicht gut bezahlte Arbeit nicht für Jeden in Frage kommt. Wer jahrelang bei Opel am Band stand, oder untertage gearbeitet hat, sieht sich nicht unbedingt als einfühlsame Pflegekraft. Das Parodoxon: Gerade wegen des Strukturwandels hat man in der Region verstärkt auf den Gesundheitsmarkt gesetzt und Arbeitsplätze geschaffen. Aktuell sind jedoch 389 Stellen unbesetzt.

Auch das andere Parodoxon ist erklärbar: Arbeitgeber einiger Branchen suchen verzweifelt nach Fachkräften, die Zahl der Langzeitarbeitslosen bleibt jedoch fast konstant hoch. In 2014 lag sie im Durchschnitt bei 27 275. Mangelnde Qualifikation erschwere oft die Vermittlung, so Thönnes. Je besser Ausbildung und Qualifikation, umso höher die Chancen. Das gilt für junge Menschen unter 25 Jahren ebenso wie für über 50-Jährige.

Wo arbeitsmäßig auch noch einiges geht: Im Einzelhandel, insbesondere im Lebensmittelbereich. Ein lokales Beispiel: Der Rewemarkt in Brauck, der sich vergrößert und bald zur Horster Straße umzieht, braucht mehr Personal. Filialleiter Florian Dick setzt dabei auch auf Inklusion. Ein Rollstuhlfahrer an der Kasse - das ist möglich.

Arbeitslosenquote in Gladbeck stieg im Dezember auf 11,5 Prozent

Nur leicht angestiegen ist die Anzahl arbeitsloser Menschen in Gladbeck im Dezember. 29 Arbeitslose mehr als im November (11,4 Prozent) erhöhten die Quote auf 11,5 Prozent. In Zahlen sind das 4 277 Personen ohne Arbeit. „Trotz dieser minimalen Veränderungen zeigt sich der Gladbecker Arbeitsmarkt weiterhin stabil“, erläutert Geschäftsstellenleiter Thorsten Müller und ergänzt: „Somit starten wir mit einer passablen Ausgangslage in das neue Jahr 2015. Wetterbedingt wird es in den kommenden zwei Monaten vermutlich zu einem leichten saisonalen Anstieg der Arbeitslosigkeit kommen. Je rascher und stärker sich die Nachfrage nach Arbeitskräften danach erhole, desto spürbarer werde die darauf folgende Frühjahrsbelebung ausfallen.

Im Dezember meldeten sich 509 Personen neu arbeitslos. Im Vergleich zum Vormonat waren das 20 Meldungen mehr. Gleichzeitig konnten 491 Gladbecker ihre Arbeitslosigkeit beenden.

Stabil mit leichter Tendenz zum Positiven sei auch die Zahl der neu gemeldeten Arbeitsstellen. 83 sozialversicherungspflichtige Stellen wurden im Dezember neu registriert. Gesucht werden Arbeitnehmer in sozialen und medizinischen sowie in kaufmännischen Berufen.

Ein Hinweis für Arbeitgeber, die für neue Stellen passende Arbeitnehmer suchen: Der Arbeitgeber-Service hilft gern bei der Vermittlung.