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Kult-Imbiss

"Pommes sind mein Leben"

09.03.2009 | 08:53 Uhr
"Pommes sind mein Leben"

Seit einem halben Jahrhundert brät die Familie Steffes in Brauck halbe Hähnchen und serviert dazu die besten Pommes der Stadt - laut Pommesbudenführer. Deshalb war auch Liedermacher Boris Gott da.

„Täglich knusprige, frische Hähnchen” – der riesige Hinweis am Schaufenster des „Halben Hahn” ist eigentlich überflüssig. Denn schon von weitem steigt er einem verheißungsvoll in die Nase, der Duft des gegrillten Federviehs, das von Familie Steffes mittlerweile in dritter Generation zubereitet wird.

Dass es seine Pommesbude jemals in den Frittenführer Ruhr schaffen würde, hätte sich Imbissgründer Ludgerus Steffes sicherlich nicht träumen lassen, als er vor 45 Jahren seinen Imbiss an der Horster Straße eröffnete. Doch der „Halbe Hahn” hat es geschafft: Bereits zum zweiten Mal ist er in den „Top 50” der kultigsten Pommesbuden vertreten – vielleicht aufgrund der ausgefallenen Spezialität, die Ruhrgourmets hier erwartet: „Einer unserer Verkaufsschlager ist die Hähnchenleber”, verrät Ralf Steffes, der seit 1983 hinter dem Tresen des „Halben Hahn” steht. „Bei uns wird die Leber aber nicht klassisch in der Pfanne gebraten, sondern mit einer von meinem Opa eigens entwickelten Sauce gekocht.” Der Geschmackstest gibt ihm recht: Die zarte, saftige Hähnchenleber in würziger Sauce ist eine Gaumenfreude. Nachkochen geht jedoch nicht, denn das Rezept ist ein gut gehütetes Familiengeheimnis. Auch die halben Hähnchen konnten im Pommesführer punkten. „Die hiesigen Biester sind der pure Genuss”, so die Juroren.

Doch Hähnchen landen im „Halben Hahn” nicht nur auf dem Teller, sie zieren auch jeden Winkel im Inneren der Imbissstube – nomen est omen. Fotos mit Hähnen, gemalte Bilder mit Hühnern, lustige Hahnfiguren: Ostern muss hier vermutlich nicht viel dekoriert werden.

Die Kundschaft des „Halben Hahn” schätzt aber vor allem das gute Essen. Langjährige Lieferantenbeziehungen garantieren gleich bleibende Qualität. So lebt der Laden hauptsächlich von Stammgästen wie Dietmar Margner: „Seit Schulzeiten esse ich meine Pommes am liebsten hier”, schwärmt er. Und Steffes fügt hinzu: „Wer einmal hier war, kommt immer wieder.” Ein Stammkunde hat seine Wurst samt Sauce sogar bereits nach Südafrika importiert – eingeschweißt versteht sich.

Was einen guten Pommesbudenbesitzer ausmacht? „Er muss freundlich zu den Kunden sein und natürlich ein gewisses Händchen fürs Kochen haben”, meint Steffes. Er selbst ist an Friteuse und Hähnchengrill groß geworden: „Uns Steffes liegt das Pommes machen einfach im Blut”, sagt er lächend. So war es immer sein Traum, einmal selbst hinterm Tresen zu stehen, denn „Pommes sind mein Leben”.

Deshalb taucht er im Frittenführer auf, und deshalb war Steffes Halber Hahn" auch Station für Liedermacher Boris Gott, der mit dem Besuch von 20 Pommesbuden an einem Tag einen neuen Rekord aufstellen und seinen Pommesbudensong vorstellen  wollte. 13.40 Uhr  fuhr er vor dem „Halben Hahn” vor, hastete hinter den Tresen, nahm die Gitarre zur Hand und los gings: „Schalalalalong, hey das ist mein PommesbudenSong.” Bereits bei der zweiten Wiederholung grölten die zwanzig Konzertgäste in der Pommesbude den Refrain mit – eingängige Melodie, einfache Reimstruktur, das funktioniert immer. Nach drei Minuten Gesang war es das auch schon, der Dortmunder Liedermacher eilte davon. Schließlich geht es um einen Eintrag ins Guinness-Buch: 20 Pommesbuden in 20 Städten des Ruhrgebiets an einem Tag zu besingen – das klingt nach einer rekordverdächtigen CD-Promotion. „Pommesbuden sind einfach ein Symbol des Ruhrgebiets, ein Ort der Kommunikation, wo der Promi neben dem Malocher steht”, schwärmt Gott. Ob er den Rekord geschafft hat? So Gott will ...

Anne Wiegel

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