Planung für IGA 2027: Gladbecks Grün kann sich sehen lassen

Weide-Idylle am Fuße der Mottbruchhalde in Gladbeck.
Weide-Idylle am Fuße der Mottbruchhalde in Gladbeck.
Foto: Oliver Mengedoht / FUNKE Foto Se
Der RVR will die Internationale Gartenbauausstellung ins Revier holen. Gladbeck wäre mit Haldenlandschaft und Freizeitstätte Wittringen dabei.

Gladbeck.. Einst grau, mittlerweile erstaunlich grün und jetzt möglicherweise auf dem Weg zu einem allumfassenden Vollblüher: Das Revier und damit Gladbeck hat sich in den letzten Jahren ordentlich aufgehübscht. Die frohe Kunde soll möglichst viele erreichen, deshalb plant der Regionalverband Ruhr (RVR), die Internationale Gartenbauausstellung (IGA) 2027 in unsere Region zu holen. Auch Gladbeck hat da große Chancen, mit seinem Grün bei der Veranstaltung mitzumischen.

Stadt Gladbeck begrüßt die RVR-Initiative sehr

Mögliche Standorte für die IGA 2027 sind die Freizeitstätte Wittringen und die Mottbruchhalde mit der sogenannten Haldenlandschaft Brauck. Stadtsprecherin Christiane Schmidt: „Es geht ja um erste Ideen. Beide Plätze sind für uns logisch, sie bieten sich geradezu an.“ Überhaupt begrüßt die Stadtverwaltung die RVR-Initiative ausdrücklich, „Es ist für uns interessant, dass wir uns mit unserem Grün als Gartenstadt positionieren. Davon können wir nur profitieren.“

Haldenlandschaft und Wittringen stehen auf der Liste der Projektebene „Unsere Gärten“ der Machbarkeitsstudie, die der RVR in Auftrag gegeben hat. Diese kommt zu einem positiven Ergebnis, rechnet sogar mit fünf Millionen Besuchern wegen der zentralen Lage des Ruhrgebiets, auch wegen der Nähe zu den Niederlanden.

Schauplatz für innovativen Umweltschutz

RVR-Sprecherin Barbara Klask zur WAZ: „Auch wenn es erst 2027 ist, der Region wird es gut tun, sich wieder präsentieren zu können.“ Ziel und Chance ist es nämlich, die Metropole Ruhr 2027 als Blumenschau und Landschafts-Expo sowie als Schauplatz für innovativen Umweltschutz zu zeigen.

Gladbeck steht auf der Projektliste auf der zweiten Ebene, wo aus rund 90 Vorschlägen, darunter klassische Schwergewichte wie der Essener Gruga- oder Dortmunder Westfalenpark, letztlich 20 ausgewählt werden sollen.

Fachliteratur über Parks und Gärten

Wie Klask erläutert, wurde die Liste der Potenzialstandorte im Rahmen von interkommunalen Workshops sowie durch Auswertung des Handlungsprogramms „Emscherlandschaftspark 2020+“ zusammengestellt. Des weiteren flossen Erkennnisse aus Fachliteratur über Parks und Gärten des Ruhrgebiets sowie weitere Datengrundlagen in die Liste mit ein.

Dabei gilt, so Klask, dass sich diese Potenzialstandorte als aktueller Arbeitsstand verstehen, der noch ergänzt und verändert werden kann und soll. Klask: „Da ist noch viel Musik drin.“ In Abstimmung mit den Städten sollen die vorgeschlagenen Standorte der Machbarkeitsstudie nun weiter konkretisiert werden. Klask geht fest davon aus, dass diese Standorte auch Investitionen nach sich ziehen. Christiane Schmidt: „Darüber freuen wir uns, denn die Haldenlandschaft muss ja noch entwickelt werden.“

"Das wird ein Gemeinschaftsprojekt"

Überhaupt sollen die Städte ganz eng in die Bewerbung eingebunden werden. Klask: „Das wird ein Gemeinschaftsprojekt, das dem internationalen Publikum präsentiert werden soll. So etwas kann der RVR nicht alleine stemmen.“ Ganz wichtig auch: „Ein einstimmiges Votum wird angestrebt.“

Erst wenn dieses steht, soll voraussichtlich im Sommer die endgültige und offizielle Bewerbung an die Deutsche Bundesgartenschaugesellschaft hinausgehen, so Klask weiter. Gladbeck, das schon im Herbst 2014 Interesse an dem Projekt bekundet und mit Verwaltungskräften an zwei Workshops zur Machbarkeitsstudie teilgenommen hat, will nun das weitere Vorgehen des RVR abwarten. Schmidt: „Noch ist offen, wann und in welchen Ratsausschüssen die Thematik behandelt wird.“

Ein weiterer Höhepunkt nach der Internationalen Bauausstellung

Die Bundesgartenschau soll nach der Int. Bauausstellung ein weiterer Höhepunkt sein. Drei Planungsbüros haben ein Konzept erstellt: eines aus Berlin („Sinai“), ein weiteres aus Dortmund („Scheuwens und Wachten“) sowie Imorde aus Münster.

Die Büros schlagen vor, das übers Ruhrgebiet verteilte Großereignis, dessen Kosten auf rund 42 Millionen Euro geschätzt werden, auf drei Ebenen zu realisieren. Fünf noch zu bestimmende Standorte sollen unter dem Titel „Zukunftsgärten“ als Hauptinvestitions- und -veranstaltungsorte dienen.

20 schöne Landschaftsparks

Auf der zweiten Ebene „Unsere Gärten“ – bei der Gladbeck dabei ist – werden letztlich rund 20 der schönsten Landschaftsparks und Gärten präsentiert. Auf der dritten Ebene sollen die vielen grünen Initiativen von Menschen aus der Region wie Kleingartenvereine oder private Aktivitäten zur Begrünung der Innenstadt unter dem Begriff „Dein Garten“ einbezogen werden.

Der RVR schätzt, dass sämtliche Maßnahmen des dezentralen Großereignisses rund 300 Millionen Euro an Investitionen auslösen können. Diese müssten aus unterschiedlichen Fördertöpfen finanziert werden.