Pflegefachkraft: Beruf mit Zukunft
02.02.2011 | 17:18 Uhr 2011-02-02T17:18:00+0100
Gladbeck.Fachkräftemangel befürchten mittlerweile viele Unternehmen, eine Branche bekommt ihn schon deutlich zu spüren: In den Pflegeeinrichtungen fehlt Personal.
Die Situation wird sich weiter verschärfen, denn der demografische Wandel trifft Senioreneinrichtungen gleich von zwei Seiten: Einer stetig wachsenden Zahl Pflegebedürftiger stehen schrumpfende Schulabgänger-Zahlen gegenüber.
In Gladbeck gehen die Verantwortlichen aller Seniorenheime, die Agentur für Arbeit und das Jobcenter seit einiger Zeit gemeinsam in die Offensive. Vorläufiger Höhepunkt der Netzwerkarbeit war jetzt ein Aktionstag im Wohnpark Luisenhof. Etwa 50 Interessierte waren der Einladung gefolgt, um sich über die Ausbildungsinhalte und den Arbeitsalltag einer Altenpflegefachkraft zu informieren. Arbeitsagentur und Jobcenter hatten dazu gezielt Frauen und Männer angesprochen, die ihnen als potenziell geeignet erscheinen für diesen zukunftssicheren Beruf – einerseits junge Menschen auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz, andererseits Langzeitarbeitslose, die sich im Rahmen einer Umschulung qualifizieren könnten. Beide Wege führen innerhalb von drei Jahren zum angestrebten Ziel.
Wenn der Aktionstag den erhofften Erfolg hat, ist allen gedient – Arbeitsagentur und Jobcenter freuen sich über weniger Arbeitslose und weniger junge Menschen ohne Ausbildungsplatz, die Pflegeeinrichtungen über neue Fachkräfte in der Zukunft. Gleichwohl ist den Beteiligten bewusst, dass sich längst nicht jeder für diesen Beruf eignet. Die theoretische und praktische Ausbildung ist anspruchsvoll, und hinzu kommt: „Mehr als in anderen Branchen bedeutet unsere Arbeit, die nicht immer leicht ist, auch Berufung“, formuliert es Elisabeth Zbocna, stellvertretende Leiterin des Wohnparks Luisenhof. Und: „Die Wärme und Dankbarkeit der alten Menschen, die wir spüren, lässt sich mit keinem Geld der Welt bezahlen.“
Manch einen der Besucher beim Aktionstag haben die Praktiker mit ihrer Begeisterung offensichtlich anstecken können. Viele fragten schon an Ort und Stelle nach einem Praktikumsplatz. Jasmin Winkler arbeitet schon als Praktikantin in einem Seniorenheim. Die 23-Jährige mit Realschulabschluss hat nie einen Ausbildungsplatz gefunden. Nach diesem Tag steht ihr Berufswunsch fest.
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