Pauken für die Ausbildung
16.07.2008 | 10:04 Uhr 2008-07-16T10:04:00+0200Acht Jugendliche, die in diesem Jahr die Schule beendet haben und noch ohne Lehrstelle sind, nehmen am Sommercamp des VGW teil. Sie trainieren unter anderem, wie man sich erfolgreich bewirbt
Da sitzen sie: Fabian, Daniel, Seynap, Selma, Esma, Ramona, Erkan und Tahsin. Acht Gladbecker Jungen und Mädchen, die die Schule eigentlich beendet haben. Dennoch drücken sie zurzeit jeden Morgen von acht bis eins wieder die Schulbank – und lernen. Für den Beruf, könnte man sagen Genauer, für die Ausbildung. Damit es klappt mit einer Lehrstelle, wenn nicht in diesem, dann im nächsten Jahr. Die Aussichten dafür sind nicht schlecht: Das Sommercamp von VGW (Verein Gladbecker Wirtschaft) und Stadt hat in den letzten Jahren beachtliche Erfolge erzielt: Über die Hälfte der Teilnehmer konnte in eine Ausbildung vermittelt werden.
Was die Jugendlichen lernen im Klassenzimmer in den Räumen der RAA (Reg. Arbeitsstelle zur Förderung von Jugendlichen) lernen? Zum Beispiel eine richtig gute Bewerbung zu schreiben, und wie man sich im Vorstellungsgespräch verhält. Dazu gibt's kleine Tipps: „Den Chef mit Namen anreden”, hat Tahsin begriffen.
Vermittelt wird ihnen dazu, ihre Stärken deutlicher herauszustellen, aber auch zu ihren Schwächen zu stehen. „Man muss die Wahrheit sagen”, weiß Seynap jetzt.
Eigentlich waren es elf Schüler, die VGW-Geschäftsführerin Margret Lindenberg für das diesjährige Sommercamp – das fünfte bereits – ausgesucht hat. Drei konnten aber schon kurz vor dem Start einen Ausbildungsvertrag abschließen. Mit den acht anderen wird seit gut zwei Wochen fleißig trainiert und geübt. Dabei hilft Anja Venhoff von der RAA, aber auch die Lehrerin Monika Guthke von der Erich-Kästner-Schule opfert ihre freie Zeit in den Ferien, und Klaus Lindenberg, ehemaliger Geschäftsführer von Döllken, übt mit den Jugendlichen das Schreiben von Bewerbungen.
Bewerbungstraining in der kleinen Gruppe bringt mehr Erfolg.
Bewerbungstraining gibt es auch in der Schule. Warum klappt die Vermittlung im Camp besser? Darauf antworten die Betreuerinnen. Anja Venhoff (RAA), Margret Lindenberg (VGW) und Monika Guthke (Lehrerin).
Was ist anders im Sommercamp? Anja Venhoff: In der Schule ist es eine Schulstunde unter vielen anderen, in der z.B. das Schreiben von Bewerbungen geübt wird. Hier sitzen die Schüler drei bis vier Tage intensiv an einer einzigen Bewerbung und dem Lebenslauf. Hat es auch damit zu tun, dass es hier um ganz konkrete Bewerbungen geht? Margret Lindenberg: Ja, sicher. Hier wird ganz individuell auf jeden einzelnen Schüler und jede einzelne Bewerbung eingegangen.
Frau Guthke, Sie sind als Lehrerin dabei - was bringt Ihnen das? Monika Guthke: Ich mache das zum 3. Mal und bekomme immer einen richtigen Motivationsschub für meinen Unterricht an der Erich-Kästner-Schule. Ich sehe hier, woran es im Unterricht, neben dem rein fachlichen, hakt.
Alle Teilnehmer mussten ein passables Abschlusszeugnis vorweisen, dazu natürlich die Motivation mitbringen. Dass sie überhaupt in den Ferien vier Wochen lang für die Chance auf einen Ausbildungsplatz büffeln, das „wird euch auch bei Bewerbungen positiv angerechnet werden”, versichert Anja Venhoff.
Und nicht nur das erhöht die Chancen. Die hohe Vermittlungsquote der Sommercamp-Teilnehmer habe auch damit zu tun, dass hier ganz passgenaue Bewerber für die Ausbildungsstellen ausgesucht werden, erläutert Margret Lindenberg. Das sei man den Arbeitgebern schuldig, die diese Stellen in der Regel zusätzlich schaffen und kein Risiko eingehen wollen. „Manchmal haben wir richtige Perlen darunter, stellt sich im Nachhinein heraus”, sagt die VGW-Geschäftsführerin.
Auch in diesem Jahr seien die Aussichten auf eine Stelle zumindest für einige der Teilnehmer ganz gut – nur der Einzelhandel halte sich sehr zurück. Wer in diesem Jahr leer ausgeht, kann aber auf Unterstützung durch das Sommercamp bauen. Anja Venhoff: „Wir bleiben in Kontakt und begleiten die Teilnehmer weiterhin.” Verschwendet sei die Zeit ohnehin nicht, finden die Jugendlichen. Wenn Freunde ihn wegen der Büffelei foppen, hat Tahsin Citlak eine passende Antwort parat: „Wenn ich danach eine Stelle habe, kann ich lachen. Ihr nicht.”
Infos bei Margret Lindenberg, Tel. 979 276.
19:17
Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.
18:31
Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.
18:14
Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.
16:56
Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.
18:20
Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.