Pakete für Gladbeck bleiben liegen - Briefe kommen an

Vom Frachtzentrum Dorsten werden Pakete auf rund 3 900 Quadratkilometern Fläche von Emmerich bis Dortmund verteilt.
Vom Frachtzentrum Dorsten werden Pakete auf rund 3 900 Quadratkilometern Fläche von Emmerich bis Dortmund verteilt.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Ein Zustellbezirk wird bestreikt. Eine Rentforterin ist verzweifelt. Die wichtige Lieferung für ihre krebskranke Mutter hängt im Verteilzentrum fest.

Gladbeck.. Während die Briefzustellung trotz Streik klappt, gibt es in Gladbeck aber mit der Paketzustellung Probleme. Dagmar Petig in Alt-Rentfort wartet wohl nicht als einzige seit Tagen vergeblich, dass der gelbe DHL-Wagen vor dem Haus hält, um das dringend erwartete Paket zuzustellen. Wie die WAZ auf Anfrage erfuhr, wird der Zustellbezirk im Stadtwesten bereits seit Montag von dem zuständigen Fahrer bestreikt. Welche Stadtteile davon genau betroffen sind, war nicht zu erfahren. „Die bestreikten Bereiche teilen wir aus taktischen Gründen nicht mit, um der Gewerkschaft Verdi bei ihren Streikaktionen nicht in die Karten zu spielen“, so Pressesprecher Dieter Pietruck.

Schwer nachvollziehbare Öffentlichkeitsarbeit, da die streikenden Zusteller genau diese doch sicherlich ihrer Gewerkschaft mitteilen, die so im Bilde ist – anders, als die uninformiert wartenden Kunden.

Dagmar Petig ist so auch ziemlich sauer. „Meine betagte Mutter ist gerade aus der Klinik entlassen worden. Sie ist aufgrund von Krebstumoren mehrmals operiert worden und hat eine Nasenplastik erhalten“, berichtet die Rentforterin. Am Samstag wollen die Eltern zur Erholung an die Nordsee fahren. „Zum Schutz der empfindlichen OP-Narbe vor der starken Sonneneinstrahlung habe ich meiner Mutter einen Nasenschutz bestellt, der an ihre Brille montiert werden kann“, erklärt die Tochter.

Eigentlich sollte das Päckchen schon Ende letzer Woche eintreffen. Mit der vom Verkäufer via E-Mail übermittelten Sendungsnummer forschte Dagmar Petig im Internet nach. Laut Sendungsverfolgung habe der Zusteller am Samtagnachmittag um 16.57 Uhr wohl versucht, das Paket in Alt-Rentfort abzugeben. „Eigentlich war ich da Zuhause“, rätselt Dagmar Petig, vielleicht habe sie im Garten die Klingel überhört. Im Internet habe weiter gestanden, dass ein zweiter Zustellversuch am nächsten Werktag erfolgen solle.

Privatabholung nicht möglich

„Den ganzen Montag habe ich mich dann Zuhause nicht weggerührt, um den DHL-Mann nicht zu verpassen.“ Angeklingelt habe aber niemand. Laut Sendungsverfolgung liege der wichtige Nasenschutz jetzt wieder im Frachtzentrum in Dorsten. „Das ist richtig bestätigt“, bestätigt Postler Pietruck. Die Zweitzustellung sei ja nicht erfolgt, da der Kollege seit Montag streike. Man sei aber schnellstens bemüht, einen ausgebildeten Ersatzfahrer zu finden.

Da Dagmar Petig die Zeit davon läuft, fragt sie, ob sie nicht persönlich da Päckchen in Dorsten abholen könne. „Leider nicht, dies ist ein Sicherheitsbereich, wo Privatpersonen keinen Zutritt haben“, so Pietruck. Er habe die Kollegen aber telefonisch gebeten, „zu sehen was machbar ist, damit die Lieferung eventuell noch bis Freitag erfolgt“.