Orientalische Nacht in Gladbeck ist mehr als nur Bauchtanz

Eine orientalische Nacht findet am 17. und am 18. April im Bonhoeffer-Haus statt.
Eine orientalische Nacht findet am 17. und am 18. April im Bonhoeffer-Haus statt.
Foto: Peggy Mendel
Was wir bereits wissen
„Naadirah“ wurde vor Jahren von Frauen aus der Flüchtlingsarbeit gegründet. Am 17. und 18. April laden sie zur Tanznacht. Erlös ist für Flüchtlinge.

Gladbeck..  Elf Frauen sind sie, und sicher auch elf Freundinnen. Alle durchtrainiert und körperlich-fit, aber ihre Sportarena ist nicht der Fußballplatz, sondern das Tanzparkett. Und ihre „Trikots“ sind bunt schillernde, wunderbar weich fließende Gewänder, die jeder Figur schmeicheln und mehr als einen Hauch von Orient auf die Bühne zaubern.

Am nächsten Wochenende wieder im Dietrich-Bonhoeffer-Haus, wenn die Tanzgruppe „Naadirah“ am Freitag und am Samstag (17./18.April) zur Orientalischen Nacht lädt. „Sternenzauber, Tänze und Fantasien“ versprechen sie zum vierten Mal in den acht Jahren, seit die Gruppe von Mitgliedern der Flüchtlingsarbeit der Evangelischen Kirchengemeinde gegründet wurde.

Basisdemokratische Entscheidungen

Orientalische Nacht? „Also Bauchtanz!“ Nein, das Klischee passt nicht wirklich zum breiten Repertoire, erklärt Monika Thiel. Auch wenn die Frauen im Alter von 28 bis 61 Jahren sehr wohl hin und wieder die Hüften kreisen lassen, ist unter dem Begriff „Orientalischer Tanz“ viel mehr zu verstehen, auch Tango oriental und spanische Tänze beispielsweise.

Und generell eigentlich alles, was zu der Richtung passt. Neue Tänze und -Stile lernen die Frauen in Workshops, jede für sich je nach Interesse. Das Erlernte bringen sie dann bei den wöchentlichen Probeabenden der Gruppe bei. So wächst das Repertoire von Jahr zu Jahr wie auch die Leidenschaft für diese körperbetonte, durch und durch weibliche Art des Tanzes gewachsen ist.

Eine Leiterin hat „Naadirah“ übrigens nicht, Entscheidungen werden absolut basisdemokratisch getroffen. Selbst bei der Farbe der Kostüme müssen sich irgendwann alle der Mehrheitsmeinung beugen. „Auch wenn gelb nicht bei allen gut ankommt“, erinnert sich Thiel an eine längere Diskussion.

Karten im Vorverkauf

Überhaupt die Kostüme! Die sind bei den Auftritten mindestens so wichtig wie die Tänze selbst. Der orientalische Tanz, er bietet eben in jeder Hinsicht auch ‘was fürs Auge. Das Outfit muss zum tänzerischen Ausdruck absolut passen. Fertig gekauft wird eigentlich nie, fast immer sind die Kostüme selbst entworfen und vor allem auch selbst genäht. Womit verständlich wird, dass Naadirah nur alle zwei Jahre in großer Show auf der Bühne zu sehen ist.

Und ganz allein schaffen sie ein abendfüllendes Programm auch nicht, „wir brauchen ja Zeit zum Umziehen“, sagt Monika Thiel. Für die zwei Abende der „Orientalischen Nacht“ holen sie sich auch diesmal Verstärkung von anderen Tanzgruppen.

Apropos Verstärkung: Die kann Naadirah grundsätzlich gebrauchen, neue Mitglieder sind hoch willkommen. Wer Lust hat, kann dienstags um 19.30 Uhr im Ballettraum der Musikschule am Bernskamp vorbeischauen. Oder bei Monika Thiel anrufen 33022.