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Sprachreise

Ohne Absicht mitten im Olympia-Trubel

01.08.2012 | 17:02 Uhr
Ohne Absicht mitten im Olympia-Trubel
Matthias Strehlke vor der mit olympischen Ringen geschmückten Tower-Bridge in London.

Gladbeck. „Erst viel später ist mit bewusst geworden, Mensch, wenn du in London bist , dann startet ja Olympia“, erzählt Matthias Strehlke lachend. Unbeabsichtigt war der 48-Jährige so jetzt mitten im Olympia-Trubel. Der Gladbecker hatte im vergangenen Jahr einen zehntägigen Bildungsurlaub gebucht, um seine Englischkenntnisse für den Job bei der Energieagentur NRW aufzufrischen und zu verbessern.

Die Sprachschule liegt in einem Vorort ganz im Londoner Westen, berichtet Strehlke. Er selbst habe aber nah’ dran am olympischen Geschehen, „in einem Hotel, nur knapp einen Kilometer vom Hyde Park entfernt“ gewohnt.

Ganz besonderes Erlebnis

Es sei faszinierend gewesen, „welche Vorfreude auf die Eröffnung der Spiele in der ganzen Stadt spürbar war.“ Und ein ganz besonderes London-Erlebnis, „da viele Disziplinen eben nicht außerhalb der Stadt, sondern inmitten der Metropole vor den historischen Gebäuden ausgetragen werden – wie beispielsweise auf dem extra aufgeschütteten Beachvolleyball-Feld auf dem Exerzierplatz unmittelbar vor dem Buckingham Palace“.

Eintrittskarten zu einem der Wettkämpfe habe er sich nicht gegönnt, „die sind mit teils über 1000 Euro einfach viel zu teuer gewesen“. Nichts desto trotz habe er das Olympia-Flair ausgiebig bei seinen Streifzügen durch die Stadt genossen. Dabei sei er mit vielen Olympia-Touristen ins Gespräch gekommen, „witzigerweise auch mit Mexikanern, die aus einem Ort kamen, den ich zu deren Erstaunen selbst mal bereist habe“. Die Globetrotter hätten sofort höflich gefragt, wo er denn genau aus Deutschland herkomme, das sie auf ihrem Olympia-Europa Trip auch unmittelbar vor Spieleröffnung besucht hatten. „Aber natürlich kannten sie weder Gladbeck noch das Ruhrgebiet – aber immerhin Köln und Düsseldorf.“

Mit dem Näherrücken der Eröffnungsveranstaltung sei die Stadt merklich voller mit Menschen geworden und habe auch das bisherige Leben des Kurzzeit-Londoners verändert. Matthias Strehlke: „Speziell auf den Straßen eingerichtete Fahrspuren „Olympic-Lanes“ für Mannschaften und Offizielle, haben den Verkehr in der City zusätzlich belastet.“ Und viele U-Bahnstationen seien im Einbahnstraßen-System umbeschildert worden, um die Menschenmassen leichter zu bewältigen, „vorne rein, hinten raus.“

Ob man sich, eingezwängt in der U-Bahn, Gedanken zur Sicherheit mache? „Ein bisschen“, denn obwohl man viele Sicherheitskräfte sieht, bleibt alles sehr entspannt. „Ich bin nie kontrolliert worden.“ Aber wenn man Angst vor einem Anschlag hat, dann darf man jetzt im Prinzip auch nicht nach London reisen.“

Matthias Strehlke selbst ist wohlbehalten nach Gladbeck zurückgekehrt. Um weiter live bei Olympia in London mitzufiebern.

Ohne teure Karten, gemütlich daheim am Fernseher.

Marcus Esser

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