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NRW-Volksinitiative – auch Gladbecker Jäger machen mobil

10.03.2016 | 13:48 Uhr
NRW-Volksinitiative – auch Gladbecker Jäger machen mobil
Der Widerstand der Jägerinnen und Jäger in NRW gegen das Landesjagdgesetz läuft: In diesem Frühsommer soll eine Volksinitiative zum Erfolg geführt werden.Foto: Felix Kästle / dpa

Gladbeck.   Unterschriftensammlung für NRW-Volksinitiative läuft – Gerd Tersluisen und seine Mitstreiter vom Hegering sehen die Jagd als Beitrag zum Naturschutz.

Unterschriftensammlung? Da denkt man in Gladbeck natürlich sofort an die Autobahn 52 oder an das Karo. Aber auch in den Reihen des örtlichen Hegerings werden derzeit engagiert Unterschriften gesammelt. Die Jäger in Gladbeck und ganz NRW protestieren gegen die Neufassung des Landesjagdgesetzes, das im Mai 2015 in Kraft trat.

135 organisierte Jägerinnen und Jäger gibt es in Gladbeck. Der Frauenanteil ist in den letzten Jahren und Jahrzehnten stetig gestiegen. Bei Lehrgängen stellen Frauen einen Anteil von 18 bis 20 Prozent. Kaum noch eine Spur vom Muff der 50-er Jahre. Das sagt auch Gerd Tersluisen vom Hegering Gladbeck, der sich ebenfalls aktiv an der Unterschriftenaktion beteiligt.

Bis zum Frühsommer muss eine Zahl von 66 500 Unterschriften landesweit gesammelt werden, um die ins Leben gerufene Volksinitiative auf NRW-Ebene zum Erfolg zu führen. Dann müsste sich der Landtag nochmals mit dem neu gefassten Landesjagdgesetz befassen. Im Vorjahr hatten die Jägerinnen und Jäger bereits vor dem Parlament in Düsseldorf für ihr Anliegen protestiert. Auch zahlreiche Gladbecker waren in der Landeshauptstadt damals bei.

Die Jäger fordern eine „praxisgerechte, auf Nachhaltigkeit ausgerichtete Jagdausübung“ und treten für entsprechende Änderungen im Landesjagdgesetz ein: Sie halten zum Beispiel das weitgehende Verbot der Fallenjagd für nicht praktikabel und wenden sich auch gegen die im Gesetz vorgesehenen Einschränkungen bzw. Verbote bei der Fuchsjagd im Bau, die damit zum Beispiel auf Gladbecker Gebiet völlig verboten sei, so Gerd Tersluisen. Die Jäger werten – anders als etwa Naturschutzverbände wie der BUND – ihre Jagd als aktiven Beitrag zum Umwelt- und Tierschutz.

Für eine Novellierung des Landesjagdgesetzes

Mit der Fallenjagd etwa, so erklärt Tersluisen, würden die Populationen seltener Vogelarten (Lerche, Kiebitz, Großer Brachvogel, Rebhuhn) in Nordrhein-Westfalen nachhaltig geschützt, weil Fuchs, Marder & Co in ihrem Bestand angemessen reduziert würden.

Tier- und Naturschützer sehen das in den meisten Punkten völlig anders. Die Jäger wollen sich im Zuge ihrer Unterschriftenaktion dialogbereit zeigen: Ihnen gehe es um eine angemessene Neujustierung der entsprechenden Regelungen, sagen sie. Dafür sei eine Novellierung des Landesjagdgesetzes nötig.

Die Jagd ist stets auch ein hochemotionales Thema – auch das wissen die Jäger in Gladbeck und Umgebung. Seit Jahren schon startet etwa Gerd Tersluisen informative Naturspaziergänge mit Grundschulkindern, auch um für den Hegering und seine Anliegen ein wenig Verständnis zu wecken.

Michael Bresgott

Kommentare
11.03.2016
07:17
Jagd und Jäger gehören ins Museum
von Sandmaennchen8 | #2

Hobbyjagd gehört nicht reformiert sondern komplett abgeschafft. Wer den Jägerlügen glauben schenkt, ist nicht richtig informiert. Um ihre Mordlust zu...
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NRW-Volksinitiative – auch Gladbecker Jäger machen mobil
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2016-03-10 13:48
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