NRW-Kampagne - schockierende Unfallbilder zur Abschreckung

Drastische Unfallbilder sollen im Zuge der Kampagne eine abschreckende Wirkung entfalten.
Drastische Unfallbilder sollen im Zuge der Kampagne eine abschreckende Wirkung entfalten.
Foto: Jürgen Kortmann
Was wir bereits wissen
Ohne erhobenen Zeigefinger will die Polizei jungen Fahrern klar machen, wie lebensgefährlich riskantes Verhalten im Straßenverkehr ist.

Gladbeck.. Das Polizeipräsidium Recklinghausen startet am 13. Januar an den weiterführenden Schulen mit der Veranstaltungsreihe „Crash Kurs NRW“.

Die Durchführung von 37 Veranstaltungen wird nur dadurch möglich, dass Feuerwehren, Krankenhäuser, Notfallseelsorger und Polizei gemeinsam das Programm gestalten und die dafür erforderlichen Ressourcen zur Verfügung stellen.

„Crash Kurs NRW“ ist eine Kampagne der Polizei in Nordrhein-Westfalen, die sich an Schülerinnen und Schüler in den 10. und 11. Klassen richtet. Ziel ist es, die Zahl von Verkehrsunfällen – vor allem mit jugendlichen Beteiligten – nachhaltig zu senken. In NRW ereignen sich pro Jahr ca. 550.000 Verkehrsunfälle. Über 500 Menschen werden dabei pro Jahr getötet. Junge Fahrerinnen und Fahrer im Alter von 18 bis 24 Jahren verursachen überproportional viele der schweren Unfälle. Überhöhte Geschwindigkeit, das Nichtanlegen des Sicherheitsgurtes, der Konsum von Alkohol und Drogen sind in über 50 Prozent aller Fälle die Ursachen der Unfälle.

Rettungshelfer erzählen von persönlichen Erfahrungen

Die Polizei und ihre Kooperationspartner sehen in dem „Crash Kurs NRW“ eine wirkungsvolle Möglichkeit, junge Menschen anzusprechen und dauerhafte, positive Verhaltensänderungen zu bewirken. Das Präventivprogramm zeigt mit emotionalen Berichten von Betroffenen und eindringlichen Bildern auf, dass Verkehrsunfälle nicht einfach passieren, sondern verursacht werden, weil von den Verkehrsteilnehmern Regeln missachtet wurden.

Verkehr Den Teilnehmern wird ohne erhobenen Zeigefinger klar gemacht, wie lebensgefährlich riskantes Verhalten im Straßenverkehr ist. Polizisten, Feuerwehrleute, Rettungssanitäter, Notärzte und Notfallseelsorger berichten über Ursachen und über die oftmals schrecklichen Folgen. Sie erzählen von ihren persönlichen Erfahrungen, wie sie z. B. Unfälle erlebt haben, wie sie sich bei der Erstversorgung oder dem Überbringen einer Todesnachricht gefühlt haben. Damit sprechen sie direkt die Gefühle an und aktivieren das Vorstellungsvermögen der jugendlichen Zuhörer und können starke Emotionen auslösen.

Direkt im Anschluss an einen „Crash-Kurs“ sollte in der Schule ausreichend Zeit für Gespräche eingeplant werden, damit die jungen Leute, das, was sie gehört haben, verarbeiten können. Die Veranstaltung soll „die Türen öffnen“, um anschließend in der Schule nachbereitet zu werden. Hierzu wird den Schulen Unterrichtsmaterial, z.B. ein Rollenspiel, zur Verfügung gestellt, das von der Uni Köln entwickelt wurde. (we)