Notarzt traf an der Voßbrinkstraße mit Verzögerung ein

Das ist die Voßbrinkstraße in Ellinghorst. Sie geht in einen Fuß- und Radweg über und wird in Rentfort wieder zu einer Straße.
Das ist die Voßbrinkstraße in Ellinghorst. Sie geht in einen Fuß- und Radweg über und wird in Rentfort wieder zu einer Straße.
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Die Voßbrinkstraße ist nicht von einem zum anderen Ende befahrbar. Das hatte jetzt zur Folge, dass ein Notarzt mit Verzögerung beim Patienten eintraf.

Gladbeck..  Die Voßbrinkstraße ist lang. Sie verbindet die Stadtteile Ellinghorst und Rentfort. Aber: Sie hat eine Besonderheit. Kraftfahrzeuge können sowohl von der Bottroper Straße als auch von der Hegestraße einfahren, landen aber nicht am anderen Ende, denn mittendrin verwandelt sich die Straße in einen Rad- und Wanderweg. Da musste schon manch ein Ortsunkundiger wieder kehrt machen. Ärgerlich, aber nicht weiter schlimm.

Anders sieht das aus, wenn sich ein Rettungseinsatz von Sanitätern und Notarzt aus diesem Grund verzögert. So geschehen in der vergangenen Woche. Karin und Bernhard Tapp wohnen am Ellinghorster Teil der Voßbrinkstraße. Dass sie vor ein paar Jahren mehr als eine Stunde auf Rettungssanitäter und Notarzt warten mussten, hatten sie schon fast verdrängt. Jetzt wurden sie wieder an ihre missliche Lage von damals erinnert.

Nachbarn hatten nach einem häuslichen Unfall die 112, den Notruf der Feuerwehr, gewählt. Der Rettungswagen traf auch nach ein paar Minuten ein, der von den Sanitätern nachgeorderte Notarzt aber kam mit einiger Verspätung, weil der Fahrer es zunächst von der Hegestraße aus versucht hatte.

Glücklicherweise hatte das in diesem Fall keine bösen Folgen. Karin Tapp aber macht sich Sorgen: „In anderen Fällen, bei einem Herzinfarkt oder Schlaganfall zum Beispiel, kommt es ja schließlich auf Minuten an.“ Sie ärgert sich vor allem, weil sowohl sie als auch die Nachbarin bei den Notrufen ausdrücklich darauf hingewiesen hätten, dass ihre Häuser von der Bottroper Straße aus erreichbar sind.

Sven Wehrhagen, Leiter der Leitstelle Recklinghausen, die alle Einsätze von Feuerwehr und Rettungsdienst kreisweit koordiniert, bestätigt das auf WAZ-Anfrage. Auf dem Fax, das die Leitstelle für den Einsatz an die Wache Gladbeck geschickt habe, seien auch ausdrücklich beide Zufahrten in die Voßbrinkstraße mit den entsprechenden Hausnummern ausgewiesen.

Auch Thorsten Koryttko, der designierte Leiter der Gladbecker Feuerwehr, hat sich den Einsatz noch einmal schildern lassen. Die Leitstelle habe zunächst nur einen Rettungswagen angefordert, der innerhalb weniger Minuten am Einsatzort gewesen sei. Die Sanitäter vor Ort hätten dann aber doch einen Arzt nachbestellt. In einem solchen Fall gebe es keinen schriftlichen Einsatzplan mehr. Der Fahrer, noch relativ neu bei der Feuerwehr, habe sich auf das Navigationsgerät verlassen, das ihn – trotz korrekter Hausnummer – zur Hegestraße geführt habe. Grundsätzlich sei die Besonderheit der Voßbrinkstraße der Feuerwehr bekannt, sagt Koryttko und beruhigt: „Kein Anwohner, egal ob in Rentfort oder in Ellinghorst, muss sich Sorgen machen. Das war eine Verkettung unglücklicher Umstände.“