Neue Philharmonie Westfalen gibt Konzert in Gladbeck

Die Neue Philhamonie Gladbeck wird geleitet vom gebürtigen Gladbecker Rasmus Baumann.
Die Neue Philhamonie Gladbeck wird geleitet vom gebürtigen Gladbecker Rasmus Baumann.
Foto: Pedro Malinowski
Was wir bereits wissen
„Haydn im Dialog mit Tango“: Mit Werken von Haydn, Astor Piazzolla und Daniel Binelli gastiert die Neue Philhamonie Westfalen in der Stadthalle.

Gladbeck..  „Haydn im Dialog . . .“ – Teil zwei der Trilogie mit der Neuen Philharmonie Westfalen steht am kommenden Samstag, 24. Januar, in der Mathias-Jakobs-Stadthalle auf dem Programm. Den Auftakt der von Generalmusikdirektor Rasmus Baumann kreierten Konzertreihe machte im September Haydns Begegnung mit der Schweiz. Jetzt tritt der Komponist in einen Dialog mit dem Tango.

Als Solisten konnten der Pfälzer Cellist Alexander Hülshoff und der international bekannte argentinische Bandoneonist, Komponist und Tango-Arrangeur Daniel Binelli verpflichtet werden.

Neben Astor Piazzollas „Oblivion“ (1921-1992) und Joseph Haydns Sinfonie Nr. 93 D-Dur ist als Uraufführung an diesem Abend Daniel Binellis Konzert für Bandoneon, Violoncello und Orchester zu hören.

„Der tänzerische Furor von Haydns Musik warf die verzopften höfischen Modelle über Bord: Statt galanter Menuette bekam sein Publikum die derb aufstampfende Ausgelassenheit des sogenannten Deutschen Tanzes zu hören. So auch in seiner Sinfonie Nr. 93, die schon im ersten Satz mit einem beschwingten Tanzthema in die Beine fährt“, heißt es in der Ankündigung der Neuen Philharmonie. Und weiter: „Kaum still sitzen werden die Hörer auch bei den Königen des argentinischen Tango nuevo, Astor Piazzolla und Daniel Binelli.“ Astor Piazzolla frischte den Tango seiner Heimat Argentinien mit einer ähnlichen Blutzufuhr auf wie Haydn das Menuett: Piazzolla kreierte den „Tango Nuevo“ – vielleicht weniger tanzbar als das Original, aber durch Einflüsse aus Sinfonik und Jazz beträchtlich in der Wirkung erweitert. „Oblivion“ („Vergessen“) gibt sich der zwischen Nostalgie und erotischer Spannung schwankenden Atmosphäre hin.

Das Feuer von Piazzollas heißblütigen Tangos gibt Daniel Binelli weiter: Als Bandoneonspieler im Ensemble „New Tango Sextett“ arbeitete er seit 1989 eng mit Piazzolla zusammen. Immer noch tritt Binelli weltweit als Dirigent und Bandoneonista auf, ist aber auch als Komponist gefragt.

Für die Neue Philharmonie Westfalen schrieb er das Konzert für Bandoneon, Cello und Orchester: eine sinfonische Verbeugung vor der Passion und Verspieltheit des Tangos. Solocello und Orchester bereiten zunächst den Boden, bevor sich die argentinische Quetschkommode als leidenschaftlicher Dialogpartner einmischt. Auch im 2. Satz lockt der zarte Gesang des Cellos die sehnsuchtsvolle Stimme des Bandoneons herbei. Die feurig-rhythmische Seite des Tangos wird im furiosen Finale zelebriert.

Karten für 16 Euro (ermäßigt 8,50 Euro) sind an der Stadthallenkasse erhältlich, 99-2716.