Neue Förderung auf Gladbecker Zeche Zweckel geplant

Eine der charakteristischen Gladbecker Landmarken: Die Maschinenhalle der einstigen Schachtanlage Zweckel mit den einzigen noch im Stadtgebiet erhaltenen Fördertürmen von Schacht I (links) und Schacht II.
Eine der charakteristischen Gladbecker Landmarken: Die Maschinenhalle der einstigen Schachtanlage Zweckel mit den einzigen noch im Stadtgebiet erhaltenen Fördertürmen von Schacht I (links) und Schacht II.
Foto: www.blossey.eu
Was wir bereits wissen
Strom und Wärme aus Grubengas. Eine Firma will Förderung auf der Zeche Zweckel wieder aufnehmen. Es geht um Energie für ein Blockheizkraftwerk.

Gladbeck.. Ganymed, Kallisto, Io oder Jupiter – das klingt wie ein Griff nach den Sternen. Tatsächlich verbirgt sich hinter den wohlklingenden Namen aber die Unterwelt. Konkret geht es um „Bewilligungsfelder zur Aufsuchung von Kohlenwasserstoffen nebst der bei ihrer Gewinnung anfallenden Gasen“.

Das Feld Jupiter umfasst den Großteil des Gladbecker Stadtgebietes (siehe Grafik), für das die Alpener Firma A-Tec die Fördergenehmigung beantragt hat. Bisher wenig in der Öffentlichkeit bekannt, soll über den Schacht Zweckel I Grubengas abgesaugt, in einem Blockheizkraftwerk verbrannt und durch die kontinuierliche Strom- und Wärmeproduktion gewinnbringend verwertet werden.

Fördergenehmigung wird erwartet

„Wir hoffen innerhalb der nächsten zwei Monate die Fördergenehmigung von der Bezirksregierung zu erhalten“, sagt A-Tec Geschäftsführer Clemens Backhaus auf Anfrage. Als nächster Schritt werde dann die Betriebsgenehmigung bei der zuständigen Bezirksregierung Arnsberg beantragt, was aus seiner Sicht „unspektakulär“ sei, so der Diplom-Ingenieur.

Gasgewinnung soll so schnell wie möglich starten

Dass Grubengas in ausreichender Konzentration unterhalb der dritten Sohle bei leichtem Unterdruck auf Zweckel gesaugt werden kann, hat A-Tec bereits erschnüffelt. Backhaus: „In der Testphase 2010 haben wir zwar relativ schlechte, aber wirtschaftlich verwertbare Methangaskonzentrationen von 20 Prozent ermittelt.“ Ziel sei es, nach bestätigender aktueller Beprobung, „so schnell wie möglich die Gasgewinnung zu starten“.

Dabei geht der Experte von einem Anlagenbetrieb über 30 Jahre aus. „Da im Bereich Jupiter über die unterirdisch miteinander verbundenen Steinkohlebergwerksfelder langfristige Gasförderung gut möglich sein sollte.“

Was beruhigen mag: Die in der Kritik stehende Fracking-Methode hat das Unternehmen laut Erklärung für Jupiter ausgeschlossen. Die Druckentlastung im Flöz zur Freisetzung des Gases sei bereits durch die Bergbautätigkeit erfolgt. Das Methan soll so ausschließlich über die Unterdruck-Methode gewonnen werden. Ein erprobtes Verfahren, das bereits an 70 Stellen im Ruhrgebiet angewandt wird.

"Wir haben eine positive Stellungnahme abgegeben"

Für die Nutzung des Gases am Schacht Zweckel stehe die A Tec in guten Gesprächen mit dem Eigner des Zechenareals, der „Stiftung Industriedenkmalpflege und Geschichtskultur“. Auch die Stadt sei über die Bezirksregierung informiert. Dies bestätigt Referat-Leiter Wirtschaft Peter Breßer-Barnebeck: „Wir haben eine positive Stellungnahme abgegeben.“