Netzwerk-Ehrenamt gibt Einblicke in die Arbeit

Foto: Michael Korte
Was wir bereits wissen
Zum 12. Tag des Ehrenamtes präsentierten über 37 Aussteller und mehr als 100 Helfer sich und ihre Arbeit. Freiwillige Mitarbeiter werden immer gesucht.

Gladbeck..  „Wer Kopf hat, der hat ein Ehrenamt“, sagt ein deutsches Sprichwort. Entsprechend viele Köpfe waren am Samstagmorgen in der Innenstadt anzutreffen. Das Netzwerk Ehrenamt hatte zum 12. Tag des Ehrenamtes in die Innenstadt eingeladen. Mit dabei: Über 37 Aussteller und mehr als 100 Helfer, die über ihre Arbeit erzählten, aufklärten und so auch den einen oder anderen Freiwilligen für das Ehrenamt gewinnen konnten.

Dass es heutzutage immer weniger Menschen gibt, die ein Ehrenamt ausüben, ist ein offenes Geheimnis. Wie schaffen es die Beteiligten also Freiwillige zu gewinnen? Norbert Dyhringer, Sprecher des Netzwerk Ehrenamtes, hat da so seine Tipps: „Es muss die Angst genommen werden, dass Helfer zu stark vereinnahmt werden“. „Projektarbeit“ sei das Zauberwort. „Für eine bestimmte Zeit, also befristet, schaffen wir es sehr gut Ehrenamtler zu gewinnen. Mit ganz konkreten Vorschlägen fühlen sich Helfer am wohlsten. Dann wissen sie, was wann auf sie zukommt.“

Vielen von diesen „konkreten Projekten“, wie Dyhringer sie beschreibt, waren am Ehrenamtstag einmal mehr mit von der Partie. Etwa die „Musikpaten“ rund um Familie Tobies. „Unabhängig von sozialer Herkunft organisieren wir für Kinder und Familien Musikworkshops“, erklärt Vereinsvorsitzender Karl-Heinz Tobies. 13 Gründungsmitglieder umfasst der Verein, der jüngst sein einjähriges Bestehen feierte und für seine Arbeit auf viele Musikpädagogen zurückgreifen kann. „Für uns gilt es, dass Kinder und Eltern schnellstmöglich an das Instrument kommen“, so Tobies.

Synergieeffekte beim Ehrenamt

Auf der „Straße des Ehrenamtes“ werden nicht nur die vielen Angebote vorgestellt. Es kommt auch zu Synergie-Effekten. So darf mit Spannung auf das Ergebnis einer Zusammenarbeit zwischen dem Förderverein Kotten Nie und den Musikpaten gewartet werden. Genaueres wird jedoch noch nicht verraten.

Apropos Kotten Nie: Agnes Allkemper ist am Kotten und auch darüber hinaus bekannt, wie ein bunter Hund. Eine Vollblut-Ehrenamtlerin. Doch wie kam sie zu ihrer Arbeit? „Ich habe schon früher in der katholischen Jugendarbeit mitgewirkt. So hat sich alles ergeben und irgendwie bin ich hängen geblieben.“ Ein Leben ohne Ehrenamt käme für sie gar nicht mehr in Frage: „Ohne die vielen helfenden Hände wäre vieles nicht bezahl- und umsetzbar“, weiß Allkemper.

Einen ähnlichen Weg ist auch Marcus Jacobi gegangen. Heute ist er Geschäftsführer des Fußballvereins Adler Ellinghort. „Durch meinen Sohn kam ich zu meinem Amt.“ Als der Nachwuchs anfing die Fußballschuhe zu schnüren, übernahm Jacobi erst eine Betreuerfunktion, wurde Trainer, kickte selbst bei den Alten Herren mit. Eine echte Verbundenheit mit dem Club entsteht. „Für das soziale Umfeld ist diese Arbeit absolut wichtig. Ich habe viele Menschen kennen gelernt und Freunde gefunden.“

„Es macht doch einfach Spaß mitzuhelfen, oder?“, fragt Günter Hacker vom Sozialverband Deutschland. Der Vorsitzende des Gladbecker Kreisverbands, weiß nur zu gut, dass „Ehrenamtler“ nicht vom Himmel fallen. Die Arbeit dürfe nie allein im Vordergrund stehen, vielmehr müsse es das menschliche Miteinander sein. „Dafür lohnt es sich immer.“