Nachwuchs-Detektive erobern die Jugendkunstschule Gladbeck

In der „Langen Nacht der Jugendkunstschule“ in Gladbeck stand unter anderem das Theaterstück „Im Auftrag Ihrer Majestät“ auf dem Programm.
In der „Langen Nacht der Jugendkunstschule“ in Gladbeck stand unter anderem das Theaterstück „Im Auftrag Ihrer Majestät“ auf dem Programm.
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
In der „langen Nacht“ machen sich 60 Kinder als Detektive auf, um der Queen zu helfen. Doch am Ende werden die jungen Schnüffler selbst reingelegt.

Gladbeck..  Nebel steigt über der Themse auf, die Glocken von Big Ben zittern, die Tower Bridge schwankt im Wind und Queen Mum ist in großen Nöten. Zeit, die Detektive aller Welt anzuheuern. Das mit Diamanten besetzte Halsband ist spurlos verschwunden. Unter dem Motto „Im Auftrag ihrer Majestät“ erleben 60 Kids am Samstagabend in der Jugendkunstschule eine ganz besondere Reise in das Vereinigte Königreich. Das britische Empire erwartet nämlich die berühmtesten und erfolgreichsten Detektive: Sherlock Holmes, Miss Marple, Derrick, James Bond und Gaston werden um Hilfe gebeten.

Alle schlauen Köpfe sind mit dabei

Die Leiterin der Jugendkunstschule Sybille Assmann und ihre Dozenten haben sich für den mysteriösen Abend etwas einfallen lassen. In sechs verschiedenen Gruppen wird ein Theaterstück vorbereitet, das am Ende den Eltern zu später Stunde stolz präsentiert wird. Es wird gemalt und gebaut für die Kulisse oder fleißig Text gelernt. Selbstverständlich alles im passenden Kostüm. James Bond, an diesem Abend gespielt von Vincent Bludau (11), gibt sich im stilechten Nadelstreifen-Anzug die Ehre. „James Bond hat wenig Text und ist einfach cool. Da fiel die Wahl leicht“, erklärt der Gymnasiast. Doch trotz Ermittler-Coolness’ muss der junge Gladbecker zugeben: „Ein wenig nervös bin ich schon.“

Leuchtende Kanalratten

Dozent Illian Sagenschneider (43) begrüßt seine Kids hingegen sprichwörtlich in der Kanalisation. Er bastelt leuchtende Ratten mit den Teilnehmern. Mit fluoreszierenden Farben leuchten die Tiere in allen Farben. Übrigens ist Sagenschneider ein alter Bekannter an der Jugendkunstschule. Lange Zeit war er Kursleiter, ehe es den freischaffenden Künstler nach Berlin zog. Für die „lange Nacht“ kehrt Illian Sagenschneider aber immer an die alte Wirkungsstätte zurück. „Das steht fest in meinem Terminplan“, so der Wahl-Berliner.

Fiete Nowoczin (8) bemalt indes die Gewehre der Wachen und baut die Gürtel. „Das ist gar nicht so einfach“, hadert der junge Künstler. Mit Hilfe von alten Dia-Hüllen und leuchtenden Bändern werden Gürtel im Akkord angefertigt. „Es ist sogar anstrengend, so viel zu basteln“, gibt Paul Jost (8) schmunzelnd zu Protokoll. Er selbst hat sich schon seinen Schnurrbart aufgeklebt. In seiner Bastel-Rolle fühlt er sich sichtlich wohl: „Ich bin gerne hier. Das macht richtig Spaß.“

Dozentin Melanie Nowak (20) gehört schon länger zum Team der Jugendkunstschule und weiß: „Viele Kinder kommen nicht nur einmal. Darüber freuen wir uns.“ Die Gladbeckerin stellt fest: „Die Gesichter bleiben häufig gleich.“

Letztlich steht am Ende ein großartiges Stück. Doch die Detektive müssen bitter feststellen, dass sie reingelegt werden. Mrs. XXX, eine Trittbrettfahrerin, rief im Namen der Queen an. Ihr geht es vor allem darum, die „schlauen Köpfe“, wie sie sagt, zu entlarven. Schließlich seien diese gar nicht so schlau, wie sie selbst immer denken. Sei’s drum: Mit dieser bösen List und Täuschung können die Detektive nach diesem großartigen Abend leben.