Nachbar versuchte noch, das Brandopfer (79) zu retten

Gegen neun Uhr musste die Feuerwehr erneut ausrücken, um Brandnester abzulöschen. Kontrollen mit einer Wärmebildkamera folgten.
Gegen neun Uhr musste die Feuerwehr erneut ausrücken, um Brandnester abzulöschen. Kontrollen mit einer Wärmebildkamera folgten.
Foto: privat
Was wir bereits wissen
Der 79-jährige Mieter einer Dachgeschosswohnung an der Klopstockstraße in Gladbeck erlag noch im Rettungswagen seinen schwersten Brandverletzungen.

Gladbeck.. „Ich habe ihn noch um Hilfe rufen gehört, doch die Flammen und der Rauch waren zu dicht, um meinen Nachbarn noch zu erreichen“, berichtet Dennis Haffke, sichtlich um Fassung ringend, am Mittwochmorgen. Sein Nachbar (79) wurde schließlich von der Feuerwehr aus der Brandwohnung an der Klop-stockstraße in Stadtmitte geborgen und erlag noch im Rettungswagen seinen schwersten Brandverletzungen.

Gegen halb vier am Morgen war Haffke durch einen lauten Knall aufgewacht. Kurz darauf habe auch schon die Nachbarin aus dem Nebenhaus angeschellt. „Bei uns brennt der Dachstuhl, und oben sind noch die Mieter in der Wohnung“, habe sie gerufen. Der 29-Jährige rennt, nur mit Shorts bekleidet, in den verrauchten Flur des Nachbarhauses. Insgesamt fünf Menschen leben in der Doppelhaushälfte des zweieinhalbgeschossigen Gebäudes.

Kurz darauf hört Haffke die verzweifelten Hilfeschreie des Nachbarn. Er tritt die Tür der linken Dachgeschosswohnung ein, versucht noch, in den Flur der Einzimmerwohnung vorzudringen, aber dichter Rauch, Flammen und Hitze schlagen ihm entgegen. „Ich konnte kaum noch atmen und fühlte mich so hilflos, als mir klar wurde, du schaffst das nicht, du kannst da nicht rein“, erinnert sich der Vater zweier Töchter (3/7). Da habe er nur gerufen, „die Feuerwehr ist unterwegs“. Und dem Nachbarn aus der Wohnung unter dem Brandherd, der auch die Feuerwehr alarmiert hatte, geholfen, den fast 80-jährigen Mieter der zweiten Einzimmer-Dachgeschosswohnung ins Freie zu führen.

Die eingetroffene Polizei leitet auch die Evakuierung der angrenzenden Doppelhaushälfte ein. Als kurz darauf die Feuerwehr eintrifft, die letztlich mit 30 Wehrleuten und neun Fahrzeugen im Einsatz ist, steht das Dachgeschoss in voller Ausdehnung in Flammen.

Der mit schwerem Atemschutz ausgerüstete erste Einsatztrupp rückt sofort zur Menschenrettung in die Brandwohnung vor. Dort kann der noch lebende 79-jährige Bewohner aufgefunden und gerettet werden. Der Notarzt leitet im Rettungswagen vor dem Haus sofort die medizinische Versorgung ein, aufgrund der großflächigen schweren Verbrennung ist das Leben des Mannes aber nicht mehr zu retten, er stirbt wenig später.

Die Feuerwehr setzt zur Brandbekämpfung von außen derweil auch die Drehleiter ein. Wichtiges Ziel ist es jetzt, das weiter Ausbreiten der Flammen auch in Richtung der unmittelbar angrenzenden Doppelhaushälfte zu verhindern. Mit Einsatz moderner Hochdruck-Löschtechnik (Cobra) und einem Sprühnebelfächer kann der Brand innerhalb kürzester Zeit unter Kontrolle gebracht werden. Aufqualmende Brandnester sorgen am Morgen gegen 9 Uhr für Kontrollen mit der Wärmebildkamera und einen Nachlöscheinsatz.

Die Hausbewohner kamen vorübergehend in Notwohnungen und bei Angehörigen unter. Die Ermittlungen der Kripo zur Brandursache ergaben, dass weder ein Fremdverschulden oder eine strafbare Handlungen noch ein technischer Defekt das Feuer entfachte. Der Sachschaden beträgt mindestens 150 000 Euro.