Musiker wecken Erinnerungen an die 50er Jahre

Da trommeln die Finger harmonisch auf den Tisch, der Kopf swingt im Rhythmus, die Füße bewegen sich locker im Takt – so brachte die Royal Dutch Jazzband die Jazz-Frühschoppen-Besucher in Schwung.

Seit mehr als 30 Jahren präsentiert der Jazzclub Spitzenbands aller Stilrichtungen des Traditional Jazz. Doch nur einmal im Jahr kann das Publikum eine Band aus den Niederlanden begrüßen. „Das Besondere an holländischen Bands ist: Sie dominieren die europäische Trad-Jazz-Szene und wecken Erinnerungen an die 50er Jahre“, erklärt Wolfgang Röken, Vorsitzender des Jazzclubs Gladbeck. Jazz ist für ihn ein Stück Lebensgeschichte, die er mit vielen Zuhörern in der Stadthalle teilt. „Als der britische Jazz in den 60er Jahren nach Deutschland schwappte, war es wie Liebe auf den ersten Blick.“ Früher wie heute traf man sich zu einem Glas Bier und fetziger Musik, um zu schwofen und Freundschaften zu pflegen.

Die Zuhörer im Foyer der Stadthalle klatschen begeistert, als die Royal Dutch Musiker – die „Königlichen“ – ihr Können zum Besten geben. Die Band besteht aus sechs erfahrenen Jazzern, die aus allen Ecken der Niederlande kommen. Flexibel swingend, mit einem unverwechselbaren Sound und schmackhaften Harmonien improvisieren sie gekonnt kreative Arrangements. Noten sind da nur Zierde.

Das älteste Bandmitglied, der 75-jährige Peter Krijnen, bezeichnet seine Beziehung zum Jazz schlicht als eine „süße, lebenslange Sucht“. Er sagt: „Jazz verbindet mich mit all den Menschen, die in der Gesellschaft als Minderheit angesehen werden.“ Der Bassist betont: „Diese Musik beherrscht man nicht, man lebt sie.“