Muezzinruf: Junge Union ruft zum Dialog auf

Die Junge Union (JU) Ruhrgebiet hat auf ihrer Bezirksversammlung am vergangenen Samstag in Mülheim an der Ruhr die Umstände zum geplanten täglichen Muezzin-Ruf in Gladbeck kritisiert.

Die Junge Union Ruhrgebiet betrachtet, so heißt es in einem Beschluss der Delegierten, den Umgang „mit diesem durchaus sensiblen Thema mit großem Unbehagen“. Die muslimische DITIB-Gemeinde und die Stadtverwaltung hätten die christlichen Gemeinden sowie die Anwohner der Stadt nicht vorab über dieses Vorhaben informiert. „Bei solch einer Maßnahme ist jedoch eben ein sensibler Umgang mit allen Beteiligten unabkömmlich“, heißt es in dem Beschluss, der ausdrücklich von den Gladbecker Delegierten Maike Hein und Monika Langer mitgetragen wird. Aus diesem Grund ruft die Junge Union Ruhrgebiet die islamische Gemeinde in Gladbeck und auch die Stadtverwaltung zum verstärkten Dialog mit den christlichen Gemeinden und vor allem den Anwohnern auf, um eventuelle Vorbehalte auszuräumen.

Der Ruf des Muezzin sei nicht mit dem Geläut der Kirchenglocken vergleichbar „und in unserem christlich-jüdischen Kulturkreis“ keine Selbstverständlichkeit. Eine Selbstverständlichkeit ist für die Junge Union hingegen „das Recht der Muslime, ihre Religion auszuüben.“ Fraglich sei jedoch, ob der tägliche Gebetsruf der Integration diene, „wenn dieser womöglich gegen den Willen der Anwohner durchgesetzt wurde und damit für Befremden sorgt.“

Ein Nachahmen des Gladbecker Vorgehens in anderen Städten des Reviers sieht die Junge Union Ruhrgebiet als „nicht hilfreich“ an. Hingegen sei es wünschenswert, einen interreligiösen Austausch zu fördern, um ein besseres Miteinander zu schaffen. „Diese Kommunikation ist ein Schritt hin zur gewünschten gelebten Integration“, heißt es in dem JU-Beschluss.