Müll trennen lohnt sich in Gladbeck für den Bürger

Der ZBG leert nicht nur die grauen Tonnen und entsorgt damit den Restmüll. Abfall wird auf 14 unterschiedlichen Wegen verwertet - etwa wie hier am Servicesamstag.
Der ZBG leert nicht nur die grauen Tonnen und entsorgt damit den Restmüll. Abfall wird auf 14 unterschiedlichen Wegen verwertet - etwa wie hier am Servicesamstag.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Das getrennte Beseitigen des Abfalls sorgt für Entlastung bei den Müllgebühren. Der ZBG arbeitet mit einem Dutzend Entsorgern und Verwertern zusammen.

Gladbeck..  Die Gladbecker haben noch nie so ausgiebig ihren Müll getrennt wie im vergangenen Jahr. Und auch der Zentrale Betriebshof Gladbeck (ZBG) mit seinem „orangenen Bereich“ der Abfallentsorgung sortiert, trennt und vermarktet, wo es nur geht. „Im Moment ist aus unserer Sicht aber so ziemlich alles ausgereizt“, sagt ZBG-Betriebsleiter Heinrich Vollmer.

Wenn überhaupt, dann könnten die Gladbecker durch eine noch striktere und frühzeitigere Trennung und damit einer weiteren Reduzierung des Restmülls etwas bewirken. Letztlich zum eigenen Nutzen: „Denn je mehr getrennt entsorgt wird, also die Restmüllmenge schrumpft, desto mehr trägt das zur Entlastung des Gebührenhaushaltes bei“, so Vollmer. Die Entsorgung des Restmülls sei mit 146 Euro pro Tonne schließlich die teuerste Variante.

Wie wichtig Mülltrennen mit Blick auf die Kosten ist, zeigt die seit Jahren sinkende Restmüllmenge: 24 800 t (1982), 21 500 t (2001, das erste Jahr mit Biotonne) und 17 800 t (2014). Aber es gibt weitere Abfallmengen: Neben Restmülltonnen leerten die orangenen Teams des ZBG auch Papier- und Biotonnen - insgesamt gut 1,5 Mio Behälter. Dazu kamen die am Betriebshof an der Grabenstraße abgegebenen Abfälle und das, was sonstige ZBG-Wagen im Stadtgebiet einfahren – etwa Sperrmüll, Sondermüll oder Straßenkehricht.

Der ZBG arbeitet mit einem dutzend Entsorgern und Verwertern zusammen, um all das Eingesammelte auf die günstigste Weise los zu werden – oder vielleicht auch mal etwas damit zu verdienen. „Aber das ist nur selten der Fall“, stellt ZBG-Chef Vollmer klar. Aber alles, was weniger als die 146 Euro für die Verbrennung des Restabfalls kostet, ist gut für die Stadt.

Beispiel Bioabfall (braune Tonne): Hier kostet die Abnahme einer Tonne 78 Euro, als etwa die Hälfte des Restmüllpreises. Dieser Abfall geht zu einem Biokompostwerk im Münsterland. Die Biotonne sei eine Erfolgsgeschichte, so Vollmer. Sie genieße eine hohe Akzeptanz bei den Bürgern und bringe einen finanziellen und ökologischen Vorteil. Wichtig sei die Freiwilligkeit – es gibt keinen Anschlusszwang bei der braunen Tonne. Weiteres Beispiel: Holz. Die Verwertung kostet „nur“ 8,50 Euro. Noch erfolgreicher ist nur die Papierverwertung, „wo es auch mal ein kleines Plus geben kann“, so der ZBG-Chef.

Extra verwertet werden auch Laub und Tannenbäume, Elektroschrott (in fünf Kategorien unterteilt), aber auch Altmetall, Altreifen, Schutt und Abfälle aus Papierkörben. Oder Straßenkehricht: Der landet oft als Material im Bauuntergrund. Viele unterschiedliche Dinge sammelt der Umweltbrummi ein, die dann einzeln vermarktet (etwa Bleiakkus) oder entsorgt (Farben) werden. Mit allen Verwertern werden immer wieder nach Ausschreibungen neue Verträge über kurze Zeiträume geschlossen, mal gemeinsam mit dem Kreis, mal in Eigenregie. „Aber immer mit dem Ziel, die Müllgebühren möglichst zu entlasten“, so Vollmer.