Mordfall in Schwarz-Weiß

Foto: Funke Foto Services

Nach fast 40 Jahren ist die TV-Kultserie „Der Kommissar“ als Dinnertheater zurück auf der Bühne. Fleißig unterstützte das Premieren-Publikum die Ermittlungen beim „Tod im Nachtclub“ im Gildensaal auf Schloss Wittringen.

„Harry, wie laufen die Ermittlungen?“ Wenn das nicht Kommissar Keller persönlich war! Und nicht nur die Stimme aus dem Off klingt wie das Original in der ZDF-Kultserie – liebevoll ist die Inszenierung der Kommissar-Dinnershow bis zum schwarz-weißen Aperitif durchdacht und sorgte für viel Applaus im ausverkauften Saal.

Glitzernde Wanddekorationen, Barmädchen mit hochtoupierten Perücken und Kriminalhauptmeister Harry Klein, der sich – ganz der Rollenverteilung der 70er Jahre verhaftet – glaubhaft schwertat mit der Schreibmaschine: Ein fünfköpfiges Schauspielerteam nahm die Besucher mit auf eine packende Reise in die Fernsehgeschichte.

„Tod im Nachtclub“ heißt das erste ZDF-Dinnertheater, mit dem die vom Original-Krimidinner bekannte Regisseurin Alexandra Stamm einem Stück Kult-Krimigeschichte ein neues Kapitel hinzufügt.

Fast 100 Folgen lang ermittelte „Der Kommissar“ – in der TV-Serie gespielt von Erik Ode – federführend in unzähligen Mordfällen. Doch ausgerechnet als es beim „Tod im Nachtclub“ auf Schloss Wittringen eines der Animiermädchen erwischt, liegt Kommissar Keller krank im Bett. Sein Assistent Harry und die pfiffige Assistentin „Rehbeinchen“ übernehmen die Ermittlungen: Wer hatte ein Motiv? Und wer die Gelegenheit?

Gut, dass es diesem spannenden Dinnertheater neben würzigem Parmaschinken, rahmiger Apfelsuppe, zartem Jungschweinerücken und Sahne-Quark-Terrine auch ein paar Gastrollen zu verteilen gab. Da wurden die einen zu Sargträgern, die anderen entdeckten ungeahnte Fähigkeiten als Detektive – und der nächste Tischnachbar geriet gar selbst unter Verdacht.

„Das gehört zum Konzept unserer Dinnershows“, erklärt Regisseurin Alexandra Stamm schmunzelnd. „Die Szenen spielen sich hautnah zwischen den Dinnergästen ab und lassen diese ab Betreten des Saales zum Teil der Handlung werden.“

Nostalgische Seufzer

Die Interaktion mit den Schauspielern und der ansprechend komponierte Spannungsbogen der Show kamen gut an beim schwarz-weiß gekleideten Publikum: Wo zu Beginn der Show die Kommissar-Titelmelodie den einen oder anderen nostalgischen Seufzer hervorgerufen hatte, verließen die Dinnergäste vier Stunden später lächelnd den Schauplatz der Ermittlungen.