„Mondpalast“ gastiert in Gladbeck

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Gastlich, vergnüglich – eben garantiert Stratmann wird’s am Mittwoch, 10. Juni, ab 20 Uhr in der Stadthalle an der Friedrichstraße 53. „Ronaldo & Julia“ wird aufgeführt.

Gladbeck..  Dann zeigt das Wanne-Eickeler „Mondpalast“-Ensemble die Erfolgskomödie „Ronaldo & Julia“. Mit Prinzipal Christian Stratmann sprach Gerhard Römhild über die Lust am Bühnenspiel und das wahre Volkstheater aus dem Ruhrgebiet.

Von Wanne-Eickel nach Gladbeck – ein Katzensprung?

Na klar. Wir sind seit 2007 quasi Stammgast in der Stadthalle. Das Publikum ist immer nett. Wir spielen gerne hier und freuen uns drauf. Übrigens ist Gladbeck unsere einzige auswärtige Spielstation.

„Ronaldo & Julia“ war 2004 das erste Stück des „Mondpalasts“. Wie erklären Sie sich den großen Erfolg des Stücks?

Das ist ein Dauerbrenner und wird nie enden. Wir haben es über 800 Mal gespielt. Schalke und BVB werden immer im Gespräch bleiben. Zudem basiert das Stück auf einer guten Geschichte. Der Shakespeare-Kenner freut sich, aber auch der Ruhrgebietsfreund.

Ist ihr Publikum ein besonderes?

Viele kommen im Trikot oder mit Vereinsschal. Im Schauspielhaus Bochum wäre so etwas nicht möglich. Unsere Stücke sind eben echtes Volkstheater. Da kommen Leute, die sonst mit Theater nichts zu tun haben. Es gibt keine Schwellenängste. Die Atmosphäre ist nicht staatstragend. Unser Publikum will Spaß haben, aber erwartet nicht nur Schenkelklopfer. Das wäre auch schnell langweilig.

Was muss denn eine gute Komödie haben?

Sie muss auch traurige Momente beinhalten. Relativ Dramatisches wird so unterhaltsam und doch nicht flach. Diese Volkstheater-Stücke gibt es nur bei uns, das ist unverwechselbar.

Was ist denn ein Volkstheater?

Das ist nah am Leben, funktioniert anders als Boulevardtheater. Denn damit hat das Publikum eigentlich wenig zu tun. Bei uns sitzt der Fan von S04 und BVB – der kann sich wiederfinden.

Man sollte also unbedingt vorbeischauen?

Ja, man muss da drin gewesen sein. Für Spaß ist definitiv gesorgt. Es herrscht Partyatmosphäre. Das ist Kult.

Und das funktioniert auch nach zehn Jahren noch?

Natürlich. Da wechseln mal Teile der Belegschaft, die Hauptdarsteller sind neu und der Regisseur. Aber das Stück ist klassisch gut, lebt weiter, immer weiter. Zur Zeit haben wir einen ganz grandiosen Ronaldo, ein toller Schauspieler. Da kommt dann auch mal ein neuer Geck rein. So erhält das Stück einen besonderen Schwung. Die Stamm-Mannschaft ist übrigens seit zehn Jahren dabei. Sie zeigt immer beste Spielfreude und hat Spaß, vor diesem Publikum zu spielen.

Kommen Sie zur Vorstellung nach Gladbeck?

Ja, ich stehe im Mondpalast immer an der Tür und auf der Bühne, begrüße das Publikum persönlich, denn ich habe großen Respekt vor den Menschen. Das werde ich auch in Gladbeck tun. Ich glaube, dass dies Teil unseres Erfolgs ist.

Sie nennen sich „Prinzipal“. . .

Das ist ein Augenzwinkern. Der Begriff ist mit der Zeit so langsam zum Titel geworden. Er ist wie alle unsere Komödien aber liebevoll und nicht streng angelegt. Und er hat auch etwas mit dem persönlichen Begrüßen der Gäste zu tun. Ich sage immer: Wir haben keine Zuschauer, sondern Gäste Und das bedingt eben einen Gastgeber. Zuschauer gibt’s im Stadion.

Sie sind jetzt 64 Lenze jung, stehen ein Jahr vor der magischen Grenze...

Ich kann doch nicht einfach abhauen, was soll ich machen. Ich werde dem Mondpalast erst mal als Prinzipal erhalten bleiben. Vielleicht lasse ich es ruhiger angehen. Es gibt da einen Neffen bei uns, der heißt auch Christian. Wenn der dann mal Prinzipal wird, ändert sich noch nicht einmal der Name.

Zum 60. Geburtstag gab’s mal ein besonderes Geschenk-Angebot?

Ja, ein ziemlich bekannter Schönheitschirurg hat mir ein neues Kinn geschenkt. Ich habe dankend Nein gesagt – denn was wäre ich ohne dieses Doppelkinn. Das habe ich übrigens von meiner Frau Mutter geerbt. Und die Glatze hier oben von meinem Vater. (lacht laut)Meine acht Geschwister sind alle schön, aber ich bin glücklich.

Geschichte von zwei Wirten und ihren Familien

Zum Inhalt: Mit Humor und Charme wird in „Ronaldo & Julia“ die Geschichte von zwei Wirten und ihren Familien erzählt.

Die mittelschwere Katastrophe: Ihre Kneipen liegen Wand an Wand und sie vertreten zwei unversöhnliche Glaubensrichtungen – Schalke und Dortmund. Zwischen Tochter Julia Kapulinski und Nachbarssohn „Ronaldo“ Montakowski funkt es allerdings heftig.

Kaum vorzustellen, sollten das ihre Familien erfahren. Doch genau das tun sie natürlich. Ob die Liebe siegt? Das wird an dieser Stelle natürlich nicht verraten. Es gilt: selber anschauen. Angezettelt hat den Zoff der erfolgreiche Ruhrgebietsautor Sigi Domke.

Karten gibt es beim Kulturamt der Stadt Gladbeck unter der Rufnummer 99 26 82.

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