Moderne Zeiten im Gladbecker Berufskolleg

Schulleiter Klaus Bunse vor dem Berufskolleg, das nach und nach zu einer rundum modernen Schule umgebaut wird.
Schulleiter Klaus Bunse vor dem Berufskolleg, das nach und nach zu einer rundum modernen Schule umgebaut wird.
Foto: Michael Dahlke
Zweiter Bauabschnitt wurde im Januar bezogen. Alle Klassenräume sind mit Smartboards ausgestattet. Veränderung wirkt sich positiv aufs Schulklima aus.

Das Berufskolleg Gladbeck wird vom Kreis Recklinghausen ordentlich auf Vordermann gebracht. Nach dem bereits renovierten Verwaltungstrakt mit Mensa und Forum ist jetzt auch der 3,2 Mio Euro teure Umbau von Gebäude 2 abgeschlossen. Azubis des gewerblich-technischen Beeichs sind im Januar in Klassen- und Fachräume eingezogen. Die WAZ sah sichvor Ort um.

Licht, Transponder, Brandschutz

Der erste Eindruck: Von außen wirkt das längliche Gebäude mit den nun in Weinrot und Grau gehaltenen Fassaden und großen Fensterflächen modern und funktional. Innen dominieren die gleichen Farben. Die Flure sind angenehm hell, da, wo es dunkler wird, leuchten Lampen in der Decke auf, sobald ein Mensch sich nähert. Diese Präsenzmelder reagieren auf Körpertemperatur. Ansonsten wirken die Flure mit den verklinkerten Wänden eher kühl und nüchtern. Keine Bilder, keine Pflanzen. „Das geht nicht wegen des Brandschutzes“, erklärt Schulleiter Klaus Bunse.

Es gibt auch keine herkömmlichen Klinken an den Klassentüren, und keine Schlüssel. Der Schulleiter öffnet die Tür von außen mit einem „Transponder“, eine Art Steckkontakt. So kommt niemand von außen hinein, der nicht ‘rein soll. Aktuelle Sicherheitstechnik.

Smartboards bieten neue Unterrichtsmöglichkeiten

Tafel, Kreide, Schwamm? Das war gestern. Im neuen Klassenraum steht Dirk Buddenkotte, Lehrer für Gebäudesystemtechnik, vor dem Smartboard. Er schreibt mit speziellem Stift ein paar Zahlen zu den bestehenden, tippt dann auf ein Icon an der Seite und zaubert eine ergänzende Darstellung aus dem Internet auf die „Tafel“. Unterricht, ganz modern. Das freut den Lehrer: „Für uns ist das super, wir können viel mehr präsentieren.“ Auch den Schülern gefällt’s. „Wir lernen hier jetzt so, wie es zu unserer Generation passt. Das Internet prägt uns doch“, urteilt Dennis Bonnes (25). Dennoch: Ein Block mit Stift liegt neben seinem Laptop. Ganz ohne herkömmliche Lehrmittel geht’s doch nicht.

Rund 200 000 Euro hat die neue Ausstattung im neuen Gebäude gekostet. 14 Smartboards wurden angeschafft, dazu Whiteboards und Lehrerpulte, die sich in der Höhe verstellen lassen.

Bessere Akustik, besseres Klima

Moderne Ausstattung und zeitgemäße Innenarchitektur sind nicht nur schick, sie tragen auch zum Schulklima bei, erklärt Schulsozialarbeiterin Elke Götze. Ihr Büro ist ebenfalls im neuen Gebäude, hat jetzt mehr Platz und eine Sitzecke, die nicht sofort von der Tür einsehbar ist. Sie hat bemerkt: „Es ist ruhiger geworden auf den Fluren, die Geräuschkulisse hat sich durch den Schallschutz in den Decken verändert, ist gedämmt. Das nimmt Power und Aggressivität ‘raus“. Durch das neue Lichtkonzept, das die dunkleren Flurbereiche erhellt, fühlen die Schüler sich zudem wertgeschätzt und beachtet. Die Folge: Sie achten ihre Umgebung ebenfalls mehr.Die Sozialarbeiterin hat dafür eindeutige Beweise: In den Fluren liegt kaum noch Müll.

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