Das aktuelle Wetter Gladbeck 10°C
Prozesse

Mit Millionen jongliert für Einkaufszentren

13.05.2010 | 12:00 Uhr
Mit Millionen jongliert für Einkaufszentren

Essen. Mit Millionen hat der Gladbecker jongliert, um Einkaufszentren wie das im Essener Nordviertel hochzuziehen. Dass ihm dies nur durch Kreditbetrug gelang, wie Staatsanwalt Christian Bolik vor der XXI. Strafkammer behauptet, sieht der 60-Jährige nicht ein.

Keine schlechte Idee, die der Angeklagte in den 90-er Jahren entwickelt hatte. Er kaufte leer stehende Industrieflächen und setzte darauf kleine Einkaufszentren. In Essen baute er im Nordviertel an der Stoppenberger-/Katzenbruchstraße, in Gladbeck einen Edeka-Markt an der Bottroper Straße, in Datteln das Ellermannzentrum, und in Gelsenkirchen war er mit der Domplatte in Buer und mit dem Bau eines Zentrums auf dem Dahlbuschgelände in Rotthausen im Gespräch.

Drei Objekte sind es, bei dem die Anklage dem Unternehmer aus der Gladbecker Innenstadt Betrug vorwirft. 1997 hatte er mit einem Projekt in den neuen Ländern Schiffbruch erlitten. Forderungen in Millionenhöhe sah er sich ausgesetzt. Da soll der gelernte Bankkaufmann ge­plant haben, mit Krediten für neue Bauten alte Schulden und Handwerkerrechnungen zu bezahlen. Eine Art Schneeballsystem, finanziert von einer Münchner Bank, der er mit falschen Rechnungen den Baufortschritt seines jüngs­ten Objektes vorgespiegelt haben soll. Oft stellten ihm Handwerker falsche Rech­nungen aus, damit sie Geld aus früheren Arbeiten bekamen.

So kaufte er 1999 das Grundstück an der Stoppenberger Straße in Essen für rund 1,5 Mio Euro und bekam für das geplante Einkaufszentrum einen Kredit von 8,5 Mio Euro. 7000 Quadratmeter Nutzfläche umfasste es. In Altena baute er damals ebenfalls ein Einkaufszentrum, in Gelsenkirchen-Rotthausen erwarb seine Firma im Jahr 2000 ein ehemaliges Zechengelände für den Bau des „Geschäftsparks Dahlbusch“. Jedesmal bekam er Kredite in Millionenhöhe bewilligt, jedesmal verwandte er einen Teil der Gelder für andere Objekte. Laut Anklage finanzierte er damit aber auch einen aufwendigen Lebensstil, zu dem auch mal Schmuck für 40 000 Euro oder eigener Immobilienbesitz gehören sollen.

Der 60-Jährige, der auch privat insolvent ist und gegen den die Bank Anzeige erstattet hatte, bestreitet das Jonglieren mit Millionen nicht. Weil aber alle Objekte von der selben Bank finanziert wurden, sieht er keine Betrugsabsicht. Verteidiger Zimmermann aus Düsseldorf will das belegen und bittet um Zeit: „Das müssen wir noch klären. Es ist alles etwas kompliziert.“ Die An­klage in dem auf 13 Tage angesetzten Prozess sieht einen Schaden von 8,1 Millionen Euro.

Stefan Wette



Kommentare
Aus dem Ressort
Kreis sieht sich auf Ebola-Verdachtsfälle gut vorbereitet
Ebola
Der Ebola-Verdachtsfall in Oberhausen sorgte am Donnerstag für Aufsehen. Im Kreis Recklinghausen führt das Kreisgesundheitsamt bei diesem Thema die Regie. Die Fachleute sehen sich gut vorbereitet auf etwaige Verdachtsfälle in Gladbeck und den neun weiteren kreisangehörigen Städten.
Polizei warnt vor Trickdieben - Tresor in Gladbeck gestohlen
Kriminalität
Die Polizei warnt vor Trickdiebinnen, die jetzt mit gleicher Masche in Gladbeck und Recklinghausen vorgegangen sind. In Gladbeck erbeutete die Täterin sogar einen kleinen Tresor aus der Wohnung eines 90-jährigen Mannes.
Volles Programm im Martin Luther Forum in Gladbeck-Ost
MLFR
Vom gemütlichen Kaffeeklatsch im Allerheiligen-Café über Polit-Talk mit FDP-Chef Lindner bis zu Kammermusik und Poetry-Slam bietet der Terminkalender im Luther Forum an der Bülser Straße 38 in den nächsten Wochen ein breit gefächertes Veranstaltungs-Angebot .
Matthias Weleda engagiert sich im Kinderhospizdienst
Soziales
Der 44-jährige Gladbecker Matthias Weleda ist einer von ganz wenigen Männern, die sich ehrenamtlich beim Ambulanten Kinder- und Jugendhospizdienst Emscher-Lippe engagieren. Im WAZ-Interview spricht er von seinen Anfängen und Erfahrungen: „Wenn Robin lacht, ist der Tag gemacht!“
Die Schwarze Null im Gladbecker Haushalt bleibt das Ziel
Finanzen
Viele Revierstädte leiden unter ihren immens hohen Kreditschulden. Michael Chlapek, Leiter des Bürgermeisterbüros, äußert sich zur Haushaltslage in Gladbeck. Ein ausgeglichener Haushalt bis 2021ist das erklärte Ziel, für das die Unterstützung des Bundes aber durchaus hilfreich wäre.
Das Parken in der City von Gladbeck soll teurer werden
Höhere Parkgebühren in der Innenstadt - macht das Sinn?

Höhere Parkgebühren in der Innenstadt - macht das Sinn?

 
Fotos und Videos
Gladbeck von oben
Bildgalerie
Aus der Luft
Familientag
Bildgalerie
Weltkindertag
Köngisschiessen
Bildgalerie
Schützenfest
Grünröcke ziehen durch Zweckel
Bildgalerie
Schützenumzug