Mit den Kanadagänsen in Gladbecker Parks ist Ärger im Anflug

Kanada-Gänse haben sich im Nordpark in Gladbeck niedergelassen. Die Hinterlassenschaften der Vögel bringen Spaziergänger auf die Palme.
Kanada-Gänse haben sich im Nordpark in Gladbeck niedergelassen. Die Hinterlassenschaften der Vögel bringen Spaziergänger auf die Palme.
Foto: Michael Korte
Was wir bereits wissen
Spaziergänger in Wittringen und am Nordpark beschweren sich über haufenweise Kot von Kanadagänsen auf Wegen. Die Vögel vermehren sich explosionsartig.

Gladbeck.. Hui und Pfui liegen in der Natur oft nah beieinander. Ein Beispiel tritt alljährlich im Frühling unübersehbar zu Tage, wenn sich vor allem in Wittringen rund um das Schloss Kanadagänse breit machen. Dann scheiden sich bei Besuchern des Areals die Geister.

„Wie schön!“ und „Wie niedlich!“ – so schwärmen einige Ausflügler, sehen sie die Vögel mit dem markanten weißen Flecken am Kopf nebst putzigem Nachwuchs. Andere hingegen wettern über die unappetitlich-breiigen Hinterlassenschaften, mit denen Kanadagänse Wege und Wiesen fast flächendeckend verschmutzen: Vogelkacke auf Schritt und Tritt. Insbesondere Spaziergänger mit Kindern ärgern sich schwarz darüber. Und da sich die Tiere explosionsartig vermehren, häuft sich auch ihr Kot. „Kann man denn gar nichts dagegen unternehmen?“, beschweren sich genervte Parkbesucher.

„Nein“, antwortet ZBG-Fachmann Bernhard Schregel ohne Umschweife, „denn das sind Wildtiere.“ So sicher wie die Kanadagänse Kurs auf ihre bevorzugten Gebiete nehmen, so sicher kommen ihm Klagen aus der Bevölkerung zu Ohren. Der Leiter der Grünflächenunterhaltung beim Betriebshof sagt: „Sicher haben wir auch schon Jäger angesprochen, das eine oder andere Tier zu schießen.“ Aber die Jagd sei an Auflagen gebunden.

"Die Teichfläche erstreckt sich dort über 60 Hektar"

Der Fachmann meint zur rasanten Kanadagans-Vermehrung samt Kot-Problematik: „Das ist eben Natur.“ Sechs bis zehn Junge könne ein einziges Gänsepaar bekommen. Bei guten Bedingungen brüten diese Vögel, die ursprünglich aus Nordamerika stammen, zweimal im Jahr. In Wittringen zwischen Schloss- und Brillenteichen finden die gefiederten Vielfresser ein Zuhause nach ihrem Geschmack. Sie fliegen auf Habitate mit Wasserflächen und kurz geschnittenem Gras. So fühlen sich Kanadagänse auch am Nordpark wohl. Schregel: „Die Teichfläche erstreckt sich dort über 60 Hektar.“

Hohes Gras sieht ungepflegt aus

Kiloweise Grünzeug futtern Kanadagänse. Und was in den Vogel reinkommt, will auch wieder raus. „Wegfegen geht nicht“, so Bernhard Schregel. Besen würden den recht flüssigen Kot nur verschmieren: „Da kann man nur auf Regen warten, der alles wegspült.“

Er meint: „Wenn wir die Kanadagänse loswerden wollen, könnten wir das Gras wachsen lassen.“ Denn das mögen die Vögel nicht. „Wenn Gras zu hoch ist, sehen sie ihre Fressfeinde, zum Beispiel Füchse, nicht“, erläutert der ZBG-Experte. Allerdings gefällt wachsendes Grün Menschen oft ebenfalls nicht. Schregel nimmt von dieser Maßnahme deshalb Abstand: „Das sieht dann ungepflegt aus, und die Kritik von Bürgern käme zu Recht.“