Mit 66 Jahren fängt die Politik erst an
01.09.2009 | 15:27 Uhr 2009-09-01T15:27:00+0200
Mit 66 Jahren fängt die Ratspolitik erst an. Die Sozialdemokratin Annelie Flinkmann (66) hat den Wahlkreis 17 in Butendorf bei der jüngsten Kommunalwahl direkt geholt. Sie siegte mit 565 Stimmen. Ihr Gegenspieler, Michael Dahmen (CDU), erhielt nur 405 Stimmen.
Die WAZ sprach mit Annelie Flinkmann.
WAZ: Sie waren jetzt erstmals Ratskandidatin und haben einem gestandenen CDU-Ratsmitglied gleich das Direktmandat abgeknöpft. Waren Sie überrascht?
Annelie Flinkmann: Ich konnte es kaum glauben. Ich habe am Sonntagabend im Ratssaal spontan gerufen: Das kann nicht sein! Und dann habe ich mich sehr, sehr, sehr gefreut. Ich danke all' meinen Wählerinnen und Wählern! Bitte drucken Sie diesen Satz auf jeden Fall!
WAZ: Machen wir. . .
Flinkmann: Dankeschön.
WAZ: Ja, haben Sie denn überhaupt irgendeine Ahnung von der Lokalpolitik?
Flinkmann: Aber ja. Ich bin seit Jahren im Vorstand des SPD-Ortsvereins Schultendorf aktiv, habe dort als Hauptkassiererin gearbeitet und bin dort derzeit als Beisitzerin aktiv. Ich habe mich stets über lokalpolitische Vorgänge informiert; insofern fange ich keineswegs bei Null an.
WAZ: Wo sind ihre inhaltlichen Schwerpunkte?
Flinkmann: Die Jugend und das Soziale – das sind meine Themen. Ich arbeite zum Beispiel ehrenamtlich in Altenheimen mit; ich weiß, wie dort der Alltag aussieht, was dort geleistet werden muss. Solche sozialen Themen werden also vor allem meine Ratstätigkeit vor allem prägen.
WAZ: Sie wohnen in Schultendorf, vertreten aber nun den Stadtteil Butendorf - ein Problem?
Flinkmann: Ich glaube nicht. Ich habe bereits viele, viele Menschen aus Butendorf persönlich gesprochen. Wir haben im Wahlkampf immer den persönlichen Kontakt gesucht, und ich habe den Stadtteil Butendorf bereits sehr gut kennenlernen können.
WAZ: Hand aufs Herz – hätten Sie jemals damit gerechnet, noch einmal Gladbecker Ratsmitglied zu werden?
Flinkmann: Ehrlich gesagt: Nein. Ich bin vor der Kommunalwahl gefragt worden: Willst Du nicht mal kandidieren? Doch ich war ja nicht mal über die Reserveliste abgesichert. Ich habe mir vor der Wahl gesagt: Ein paar Stimmen wirst Du schon noch bekommen. Doch dass es am Ende so viele wurden, damit habe ich nicht gerechnet. Ich freue mich riesig, denn als Rentnerin fällt einem doch manchmal die Decke auf den Kopf. Das Problem habe ich nun nicht mehr. Ich bin ausgebucht!
01:18
#1 ein direktes Gespräch kann das ändern ;-)
22:13
Ich hätte Herrn Michael Dahmen gewünscht, dass er wieder in den Stadtrat gelangt, denn er ist einer der wenigen kompetenten und ehrlichen Kommunalpolitiker der CDU hier in Gladbeck..
Das sage ich als Linker!
Mit ihm würde ich gerne zusammenarbeiten.
Vielleicht tue ich Frau Flinkmann damit unrecht,
aber ich kenne sie nicht.