Mindestlohn lässt Kaufkraft steigen

Mehr als 59.100 Menschen im Kreis Recklinghausen werden ab Januar deutlich mehr Geld im Portemonnaie haben. Sie werden dann erstmals vom gesetzlichen Mindestlohn profitieren. Bislang verdienen sie weniger als 8,50 Euro brutto pro Stunde. Das teilt die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten mit und beruft sich auf eine Untersuchung vom Pestel-Institut in Hannover. Demnach wird die Einführung des Mindestlohns auch einen enormen Effekt für die heimische Wirtschaft haben: Die Wissenschaftler gehen allein im Kreis Recklinghausen von einer zusätzlichen Kaufkraft von 106,1 Millionen Euro durch den Mindestlohn aus.

Wichtig sei nun, dass alle Arbeitgeber den Mindestlohn ab Januar auch tatsächlich zahlten. „Es wird ganz sicher schwarze Schafe geben: Chefs, die keine 8,50 Euro bezahlen oder die Arbeitszeit so knapp bemessen, dass Überstunden anfallen, die zum Null-Tarif geleistet werden müssen“, sagt Yvonne Sachtje. Diese Arbeitgeber machten sich allerdings strafbar. Die Gewerkschaft fordert „Mindestlohn-Sonderkontrollen“ durch die Finanzkontrolle Schwarzarbeit des Zolls.

Der Deutsche Gewerkschaftsbund bietet einen „Online-Lotsen“ zum Thema: www.mindestlohn.de. Das Bundesarbeitsministerium hat eine „Mindestlohn-Hotline“ geschaltet: 030 / 60 28 00 28 (mo. bis do. von 8-20 Uhr).

Die NGG Ruhrgebiet weist darauf hin, dass ein Minijobber ab Januar nur noch rund 52 Stunden pro Monat – und damit 13 Stunden pro Woche – arbeiten muss, wenn er einen Stundenlohn von 8,50 Euro bekommt.