Milder Winter hat an Gladbecks Straßen Spuren hinterlassen

Welche Straße wird zuerst „geflickt“? Die Stadt erstellt gerade eine Prioritätenlliste.
Welche Straße wird zuerst „geflickt“? Die Stadt erstellt gerade eine Prioritätenlliste.
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Ingenieuramt der Stadt erfasst für eine Prioritätenliste zurzeit den Zustand der Straßen und Wege. Zentraler Betriebshof hatte lediglich 19 Winterdiensteinsätze.

Gladbeck..  „Eine richtige Kälteperiode mit anhaltendem Schnee und Eis haben wir in Gladbeck ähnlich wie im Vorjahr nicht erlebt“, zieht Brigitte Köhler vom Zentralen Betriebshof (ZBG) der Stadt Winterbilanz.

Vor zwei Wochen wurde so bereits die Winterbereitschaft für die Einsatzteams aufgehoben. Der milde Winter spiegelt sich auch im Einsatztagebuch wieder: In der Winterperiode vom 8. Dezember 2014 bis 4. März 2015 rückte der Bereitschaftsdienst lediglich 19 Mal aus, um eisglatte Straßen- und Wegebereiche zu entschärfen.

Salzbunker kaum angerührt

Der große 1000-Tonnen-Salzbunker auf dem Betriebshof des ZBG sei so kaum angerührt worden, „ein Verbrauch ist nicht messbar“, sagt Köhler. Vorrangig sei Salzsole mit den Einsatzfahrzeugen ausgebracht worden, etwas mehr als zwei komplette Füllungen des großen Soletankdepots, „etwa 55 000 Liter“. Ob sich der geringe Kosteneinsatz indes in sinkender Straßenreinigungsgebühr niederschlägt, könne derzeit noch nicht gesagt werden. Köhler: „Auch trotz milden Vorwinters 2013/14 mussten die Gebühren leicht erhöht werden, da die Lohnkosten nach Tariferhöhungen angestiegen sind und auch die Spritpreise angezogen haben.“

Das Ende des Winters bedeutet einen steten Neuanfang, auch im Ingenieuramt der Stadt. Im Bereich Straßenwesen gilt es jetzt den aktuellen Zustand der Oberflächen von Straßen und Wegen zu erfassen. „Je nach Zustand und Dringlichkeit erstellen wir eine Prioritätenliste, in welcher Reihenfolge welche Schäden beseitigt werden“, informiert Amtsleiterin Sabine Brinkmann.

Denn auch der vergleichsweise milde Winter habe seine Spuren hinterlassen. „Es gab viele Temperaturwechsel, wo am Tage Plusgrade herrschten und Nachts der Frost anzog.“ Dieser häufige Temperaturwechsel könne durchaus mehr Schaden anrichten, als eine Dauerfrostperiode. Denn anfangs kleine Risse in der Fahrbahn könnten sich bei feuchter Wetterlage dann stetig durch das aufs Neue gefrierende Wasser ausweiten, Asphaltdecken platzen auf.

Aufgrund der Vorschädigung sei bereits klar, dass die Hornstraße in Ellinghorst auf der Prio-Liste stehen werde. Die Fahrbahndecke wird vom Kaufpark-Supermarkt bis zur Kreuzung saniert. Apropos Sanierung: Was Fachfrau Sabine Brinkmann freut: „Alle im Vorjahr eingebrachten neuen Fahrbahndecken haben den Winter gut überstanden. Ein Beleg, das hier gut gearbeitet wurde.“