Meisterhafte Klänge in St. Lamberti in Gladbeck

Zwei Ausnahmemusiker gestalteten das sommerliche Konzert in der Propsteikirche.
Zwei Ausnahmemusiker gestalteten das sommerliche Konzert in der Propsteikirche.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Musiker überzeugen im festlichen Konzert für Stimme, Trompete und Orgel. Das Publikum bedankte sich bei den Interpreten mit standing ovations.

Gladbeck..  Dass an einem frühen Sonntagnachmittag, bei strahlendem Sonnenschein, das Mittelschiff der St. Lambertikirche nahezu vollständig besetzt ist, kann nur Hochkarätiges bedeuten. Mit Klaus Mertens und Peter Mönkediek ist es dem Dekanatskantor Konrad Suttmeyer gelungen, zwei Ausnahmemusiker für ein sommerliches Konzert in der Propsteikirche zu gewinnen.

Der Bassbariton Klaus Mertens genießt international einen exzellenten Ruf und hat schon mit vielen bekannten Dirigenten zusammengespielt. Auch der Trompeter Peter Mönkediek bereichert seit Jahren die Musikszene. Nicht nur als Solotrompeter, sondern auch als festes Mitglied in unterschiedlichen Blechbläserensemblen, gehört er zu den gefragtesten Trompetern Deutschlands.

In dem Konzert für Stimme, Trompete und Orgel wurde das Publikum auf eine Reise durch das Barock mitgenommen. Dabei lag mit Werken von Georg Friedrich Händel und Johann Sebastian Bach ein besonderer Schwerpunkt auf den beiden Vollendern. Begonnenwurde aber mit der Toccata in D-Dur des Bologneser Kirchenmusiker und Komponist Giovanni Battista Martini, der einer der bekanntesten Fugenlehrer des 18. Jahrhunderts war. Dabei gehen Trompete und Orgel in einen festlich fröhlichen Dialog mit harmonisch überraschenden Wendungen.

Strahlende Kraft der Stimme

Anschließend sang Klaus Mertens mit viel Schwung, begleitet vom basso continuo, das fast an eine weltliche Arie grenzende „Cantabo domino“ von Alessandro Grandi. Ganz große Kunst gelang dann im Zusammenspiel von Trompete und Orgel in der Bass Arie „Kron und Preis gekrönter Damen“ mit einem Huldigungstext an die Kurfürstin Maria Josepha. Das Stück aus der Kantate „Tönet ihr Pauken“ fand später textlich recycelt als eine sogenannte Parodie, Eingang ins berühmte Weihnachtsoratorium. Hier, wie auch in den folgenden Arien von Bach und Händel, zeigt sich die strahlende Kraft von Mertens Stimme, in der vollkommene, nuancenreiche Klarheit und tiefe Emotionalität eine wunderbare Hochzeit eingegangen sind. Das von Bach für Orgel transkribierten Konzert in a-moll für zwei Violinen, Streicher und Basso continuo von Antonio Vivaldi, gab Konrad Suttmeyer Gelegenheit zu zeigen wie der Satz für Hände und Füße die Orgel in ein vielstimmiges Orchester verwandelt. Aber auch mit der Fuge in D-Dur gewinnt er das Publikum mit dem fröhlichen Überschwang des Präludiums. Nach gut anderthalb Stunden gab es standig ovations und selbstverständlich eine Zugabe.