Mehrheit gegen eine Rundungsregel

Die Bundesbank hat die Einstellung der Bevölkerung zu den Kleinmünzen in ihrem Zahlverhalten erfragt. Demnach haben die deutschen Bürger, anders als in anderen EU-Staaten, offenbar eine positive Einstellung zu den Ein- und Zweicent-Münzen. Sie werden von einer breiten Mehrheit zum Bezahlen genutzt und scheinen im täglichen Umgang nicht zu größeren Problemen zu führen. Deshalb spricht sich nur eine Minderheit von 39 Prozent in Deutschland für eine Abschaffung aus (Grafik).

Rundungsregel eingeführt

Im Euro-Währungsgebiet haben zwei Länder, Finnland und die Niederlande, eine Rundungsregel eingeführt, um mehr Effizienz im baren Zahlungsverkehr zu erreichen, wobei der Endbetrag an der Kasse auf 5 Cent auf- oder abgerundet wird. Die Bevölkerung in Deutschland hat offenbar eine positive Einstellung zu den Kleinmünzen und lehnt eine Rundungsregel wie in den genannten Ländern eher ab. Bei einer Umfrage 2011 standen „nur“ 42 Prozent der Befragten einer Einführung positiv gegenüber; weitere 20 Prozent antworteten mit „auf keinen Fall“ und 28 Prozent mit „wahrscheinlich nicht“, die restlichen neun Prozent waren unentschlossen.

Den Befürchtungen, dass die Einführung einer Rundungsregel einen deutlichen Geldwertverlust als Effekt hat, widerspricht die Bundesbank. Bei einer kaufmännischen Rundung des Kassenbons würden sich die Auf- und Abrundungseffekte weitgehend ausgleichen. Selbst bei einem Szenario, bei dem die Handelsunternehmen alle Kassenbons auf 5 Cent aufrunden würden, läge der Einmaleffekt der Teuerung bei nur 1‰.