MdB: „Mindestlohn kostet keine Arbeitsplätze“

In einer ersten Bilanz nach 100 Tagen Mindeslohn zieht der SPD-Bundestagsabgeordnete Michael Gerdes ein positives Fazit: Die günstige Entwicklung am Arbeitsmarkt hält weiter an, der Mindestlohn sorgt für ein Umsatzplus im Einzelhandel. Zudem gehe die Bundesagentur für Arbeit davon aus, dass die Anzahl der Aufstocker – Personen, die trotz Erwerbstätigkeit Arbeitslosengeld II beziehen – zurückgehen wird. „Das erhöht den Wert von Arbeit und spart Steuern ein“, sagt Gerdes. Der gesetzliche Mindestlohn habe, anders als von seinen Kritikern erwartet, bislang keine Arbeitsplätze gekostet – im Gegenteil: „Es gibt keine Jobverluste, es werden auch weiterhin im Niedriglohnbereich Arbeitskräfte gesucht.“

Weil Arbeitgeber versuchen könnten, den Mindestlohn zu umgehen - 18 Prozent der in einer Umfrage Befragten haben Erfahrungen damit gemacht - sei die Dokumentationspflicht weiterhin notwendig, stellt Gerdes fest. Nur mit dieser Kontrolle lasse sich Schwarzarbeit, Schattenwirtschaft und Dumpinglöhne dauerhaft bekämpfen.