Maschinenhalle in Zweckel wurde zum Fernsehstudio

Tolles Studio: Die Maschninenhalle Zweckel war für die WDR-Sendung „WDR-check“ aufwändig hergerichtet worden.
Tolles Studio: Die Maschninenhalle Zweckel war für die WDR-Sendung „WDR-check“ aufwändig hergerichtet worden.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
WDR-Intendant Buhrow stand geladenen Gästen im Gladbecker Industriedenkmal Rede und Antwort. 90 Mitarbeiter verwandelten die Halle in ein TV-Studio.

Gladbeck..  „Wir freuen uns, dass wir hier sind in der Zweckelhalle in Gladbach!“ – mit diesem Fauxpas begrüßte die Fernsehmoderatorin Bettina Böttinger ihre Zuschauer zur Live-Sendung „WDR-Check“, die am Mittwochabend in der Maschinenhalle in Gladbeck-Zweckel stattfand. Die Moderatorin, die sich scheinbar am Niederrhein wähnte, wollte mit WDR-Intendant Tom Buhrow und 170 geladenen Gästen in der historischen Halle über Zukunft und Moderne sprechen.

Dafür eignete sich Gladbeck, wie sich schnell herausstellte, perfekt. Denn die Verantwortlichen für die dritte Ausgabe der Fragerunde wählten mit der Maschinenhalle einen Ort, der die Seele längst vergangener Zeiten in sich trägt und zeitgleich die Zukunftsvisionen des Ruhrgebiets symbolisiert. Vor Gladbecker Kulisse diskutierten sodann Macher und Zuschauer über den ‘Sendedampfer’ Westdeutscher Rundfunk. „Wer sucht eigentlich die Musik im Radio aus?“, war dabei nur eine von vielen Fragen.

Streitthema: Musikauswahl

Die erste Gladbecker Wortmeldung an den WDR-Intendanten und Rundfunkdirektorin Valerie Weber stellte Lokalmatadorin Elfriede Hillers. Als ihr das Mikrofon von der Seite angereicht wurde, wollte sie wissen, warum denn so wenig deutsche Schlager auf WDR 4 gesendet werden. Die Rundfunkdirektorin Weber antwortete: „Deutsch ist kein Dogma!“ Der Spagat zwischen den „Stones“ und Michael Holm sei eben nicht einfach.

Ganz getreu dem Motto „Frag doch mal den Tom“, konnten die geladenen Gäste eine kritische Diskussion über Programm und Finanzierung des öffentlich-rechtlichen Senders anregen. Dabei wurde der oberste Chef des westdeutschen „Dritten“ auch mal hart in die

Mangel genommen: Warum werde etwa der „Tatort“ ständig wiederholt und erfolgreiche Formate wie „Die Story“ oder „Sport Inside“ erst zu einer späten Sendezeit gezeigt? „Ich schätze diese Formate sehr. Aber wir wollen unsere Tatorte nicht nur in der ARD, sondern auch im eigenen Sendegebiet verbreiten“, antwortet Buhrow. Schließlich koste ein Tatort auch 1,4 Millionen Euro.

Die Antworten der Fernsehmacher blieben streckenweise unbefriedigend und nach 90 Minuten Sendezeit hatte man das Gefühl, dass noch sehr viel hätte gesagt werden können. Für mehr Antworten gab es immerhin im Netz die Möglichkeit: Bis tief in die Nacht wurden auf wdr.de die Fragen der Zuschauer beantwortet. Und die nächste Auflage des „WDR-Check“ kommt bestimmt. An der Frentroper Straße gingen jedoch um 21.45 Uhr die Scheinwerfer aus.

Für das Fernseh-Event auf heimischen Boden waren zuvor etliche Vorbereitungen nötig. Bis aus dem historischen Ort ein Fernsehstudio wurde, mussten 90 Mitarbeiter auf dem ehemaligen Zechengelände malochen. Es waren zahlreiche Kulissen, Requisiten, 250 Scheinwerfer aus mehreren LKWs, Stromaggregate und Übertragungstechnik angekarrt worden, damit sich die Maschinenhalle im bekannten Design der WDR-Wahlarena - und wohlig warm - präsentieren konnte.