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Tragisches Schicksal

Marode Waschanlage gekauft - Gladbeckerin kämpferisch

20.02.2012 | 16:43 Uhr
Marode Waschanlage gekauft - Gladbeckerin kämpferisch
Die Kfz-Waschanlage auf dem Gelände des Lebensmittelmarktes Kaufpark an der Hornstraße ist seit längerer Zeit geschlossen. Foto: Dirk Bauer / WAZ FotoPool

Gladbeck.   Die 41-jährige Simone Gessat hat eine marode Waschanlage gekauft und kämpft nun verzweifelt um ihre Selbstständigkeit. Jetzt hat der Grundstückseigentümer der 41-Jährigen, die an Morbus Crohn leidet, wegen hoher Zahlungsrückstände den Pachtvertrag fristlos gekündigt.

Es ist ein tragisches Schicksal, wenn auch teilweise der eigenen Blauäugigkeit geschuldet. Dass Simone Gessat jetzt an die Öffentlichkeit geht, kann man wohl nur als Hilfeschrei interpretieren. Sie weiß nicht mehr weiter.

Die 41-Jährige leidet seit vielen Jahren an Morbus Crohn , einer unheilbaren schmerzhaften Darmerkrankung, die auch ihr berufliches Leben stark beeinflusst hat. Tierpflegerin war sie in ihrer Heimat Mecklenburg-Vorpommern, später in Berlin ließ die Arbeitsagentur sie zuerst zur Dekorateurin, dann zur Mediengestalterin umschulen. Richtig Fuß fassen konnte sie beruflich nicht. 2006 landete Simone Gessat aus privaten Gründen in Gladbeck, immer noch ohne Job, Hartz-IV-Empfängerin.

"Ich wollte unbedingt auf eigenen Beinen stehen“

„Ich wollte nicht mein Leben lang von Unterstützung abhängig sein, ich wollte unbedingt auf eigenen Beinen stehen“, versucht sie zu erklären, warum sie rückblickend „den größten Fehler meines Lebens machte“. Sie kaufte im Frühjahr 2010 von einem Bekannten eine Kfz-Waschanlage – für 70.000 Euro, von denen sie in Raten erst einen kleinen Teil abbezahlt hat. Fachmännischen Rat holte sie vorher nicht ein. Blauäugig eben, wie sie mittlerweile eingesehen hat. „Jetzt weiß ich, dass ich Schrott gekauft habe.“ Der Traum von der Selbstständigkeit ist längst zum Albtraum geworden.

Ein paar Monate ging alles gut, dann traten die ersten Schäden an der Waschanlage zutage. Kostenvoranschlag für die Modernisierung der Abwasser-Aufbereitungsanlage: 25.000 Euro. Inzwischen ist auch der Selbstbedienungsbereich der Waschanlage nicht mehr nutzbar, bei der Kälte in den letzten Wochen sind dann auch noch Rohre in der Waschstraße geplatzt und Pumpen ausgefallen. Unter diesen Voraussetzungen gehen die Umsätze schon seit geraumer Zeit immer weiter in den Keller. Eine deutliche Erhöhung des Pachtzinses für das Grundstück, auf dem die Anlage steht, erschwerte die Situation zusätzlich. Mittlerweile hat sich ein Schuldenberg von 85.000 Euro aufgetürmt.

Jetzt hat der Grundstückseigentümer der 41-Jährigen wegen hoher Zahlungsrückstände den Pachtvertrag fristlos gekündigt. Aufgeben will Simone Gessat trotz aller Widrigkeiten nicht: „Ich kämpfe weiter um meine Selbstständigkeit. Ich will nicht wieder Hartz-IV-Empfängerin werden.“ Sie verhandelt gerade mit dem Grundstückseigentümer, möchte erreichen, dass er die Kündigung zurücknimmt und sich mit einem geringeren Pachtzins zufrieden gibt, hofft, dass sie das Geld für die notwendigen Reparaturen doch noch irgendwie zusammen kriegt, oder dass sie einen Investor mit ins Boot holen kann: „Die Lage ist gut. Das könnte eine Goldgrube werden.“ Das alles klingt wie die fast aberwitzige Hoffnung, dass doch noch irgendein Wunder geschieht.

Elke Hautmann

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Kommentare
22.02.2012
19:11
Marode Waschanlage gekauft - Gladbeckerin kämpferisch
von Bockwurschtl | #12

so sieht die aus:

http://www.derwesten.de/img/incoming/crop6379211/8754375155-w188-h140/Geschlossene-Waschstrasse-Hornstrasse-8-198x148.jpg

macht jetzt ehrlich nicht so den intelligenten Eindruck.

21.02.2012
19:09
Ichglaubsnich - ich auch nicht...
von Egomane | #11

Von einer Sache weiß man erst, ob sie gelingt, wenn man es versucht hat.
Nicht vorher, sondern erst nachher.
Aber..ichglaubsnich - hinterher kann man leicht darüber sinnieren.
Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Waschtraßenbetreiberin im Vorfeld wusste, was da an versteckten Mängeln auf sie im verborgenen wartete.
Und da gebe ich ihnen Recht. Hätte sie es gewusst, müsste sie ja mit dem Klammerbeutel gepudert gewesen sein.
Da es aber nicht so ist....
Versetzen sie sich doch mal in die Lage der damals ebenfalls anderen arbeitslosen Mitarbeiter.
Die haben in der Ferne den Funken der Hoffnung gesehen, als eine mutige, junge und kranke Frau das aus heutiger Sicht dumme Wagnis eingegangen ist.
Aber, sie haben es versucht.
Wenn wir in Gladbeck mehrerer solcher mutigen Menschen hätten, würde es sicherlich besser stehen.
Und selbst jetzt, wo der Karren an die Wand gefahren worden ist, versuchen die drei der drohenden Arbeitslosigkeit zu entrinnen. Das gebührt Respekt.

2 Antworten
Marode Waschanlage gekauft - Gladbeckerin kämpferisch
von ichglaubsnich | #11-1

#11 Mit Mut hat das nun wirklich garnichts zu tun, wenn man -ohne irgendwelche Fachkenntnisse- eien Goldgrube wittert! Und mit Krankheit hat das doch erst Recht nichts zu tun, wie sie ja immer wieder betonen! Für mich ist das nur eine riesen große Dummheit, für die -wie immer- der Steuerzahler gerade stehen muß! Ich kann auch nicht als Verkäufer/in eine Autowerkstatt betreiben, oder dachte diese Dame man muß nur einen Knopf drücken und alles läuft wie geschmiert!? Nein, Dummheit muß bestzraft werden!

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von Bockwurschtl | #11-2

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21.02.2012
17:58
Marode Waschanlage gekauft - Gladbeckerin kämpferisch
von ichglaubsnich | #10

Egomane schreibt sich auch erst mal den Frust von der Seele, bevor er nachdenkt.
Wie kann ich so bl... sein, ohne gesicherten finanziellen Hintergrund von einem "Freund" eine Waschstraße kaufen? Wie kann ich ein Gewerbe betreiben wollen, von dem ich nichts verstehe? Eine WASCHSTRAßE ist keine WASCHMASCHINE! Und wer kommt am Ende für die Schulden auf? Na, wer? Richtig, der Steuerzahler! Also bitte, ob krank oder nicht, hat mit dieser Aktion doch wirklich garnichts zu tun, so lange der Kopf noch klar ist! Der Staat wird mit solchen Aktionen jedenfalls nicht ent- sondern belastet. Und jetzt in der Öffentlichkeit zu jammern und auf Mitleid zu hoffen, finde ich ziemlich dreist. Sollte Frau Gessat hier wirklich auf Geld(geber) spender hoffen, die ihr gutes Geld durch den Abfluss gießen wollen? Sorry, aber das ist ja noch bl... als das ganze Geschäft!

1 Antwort
Lieber so...
von Egomane | #10-1

Also, ich finanziere dann doch lieber eine junge Unternehmerin mit Mut, als dass ich irgendwann als Steuerzahler für blinde Griechen, die gar nicht blind sind, aber dennoch Blindenrente kassieren, zahlen muss.
Es liegt immer im Auge des Betrachters.
Und..ich kenne schon Menschen, die haben Geld investiert, wo man nur drüber den Kopf schütteln konnte.
Z.B. Land gekauft bei Ebbe an der Nordsee;-)
Und, wer Geld investiert, kann das steuerlich abschreiben, damit er dann keine Steuern auf seinen Gewinn zahlen muss. Von daher, warum sollte - wie sie sagen -ein Gully nichts gutes an sich haben?

21.02.2012
15:45
Solidarität statt armes Würstchen....
von Egomane | #9

Klar, auf andere Menschen rumzuhacken, die trotzt ihrer schweren Krankheit dem Staat nicht auf der Tasche liegen wollen, ist ja so einfach.
Und dann noch die verbale Entgleisung vom Bockwurschtl, der Solidarität wohl nur aus abgegriffenen Zeitungen an seinem Lieblingskiosk kennt;-)
Und, Ex.Leser hat Recht. Es geht nur um drei Existenzen hier in Gladbeck. Aber, bei unseren Abeitslosenzahlen, ist jeder Neuling einer zuviel.
Und, Bockwurstl...Wer lesen kann, ist klar im Vorteil...
Es ist die Verkehrslage gemeint. Unternehmen machen eine Marktanalyse..Kundenfrequenz usw....Und die ist bei Kaufpark hoch. Sonst würde das Unternehmen ja nicht expandieren wollen, um sich gegen REWE und EDEKA behaupten zu können.
Allerdings auf Kosten der Schwächsten dieser Gesellschaft.
Und sie hauen noch drauf....
Wie wäre es mit einer Nick-Änderung...Armes Würstchen, statt Bockwurstl...Klingt schon von den Konsonanten her besser....

1 Antwort
gut gebrüllt, Löwe!
von Bockwurschtl | #9-1

bei dir ist der Name ja offensichtlich Programm.

21.02.2012
12:35
Tierpflegerin war sie in ihrer Heimat Mecklenburg-Vorpommern...
von DerWoBescheidweiss | #8

aber, hier scheint der Verkäufer gewusst zu haben, was er, an wen, verkauft!

Lösung: Wandlung oder Betrugsanzeige.

21.02.2012
12:24
„Die Lage ist gut"...
von Bockwurschtl | #7

*lol* - wie kann man bei 85.000 € Schulden von einer guten Lage schwadronieren? Das die Raten zahlt ihr das Hartz-IV Amt nie. Was denkt die eigentlich? Wir treffen uns auf der Parkbank, Mädchen ;-) Aber ich als Spaziergänger, Du als Schlafende.

2 Antworten
Blockierter Kommentar.
von Egomane | #7-1

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

lieber Egomane
von Bockwurschtl | #7-2

bitte nur seriöse Antworten. Danke.

21.02.2012
12:17
Marode Waschanlage gekauft - Gladbeckerin kämpferisch
von Bockwurschtl | #6

Sie könnte sich ja als Schrotthändlerin selbständig machen. Gutes Geschäft...

21.02.2012
12:08
Marode Waschanlage gekauft - Gladbeckerin kämpferisch
von Ex-Leser | #5

Irgendwie tut die Dame mir schon Leid.........

Aber Sie hat nunmal Pech gehabt.
Ihr Unternehmen ist nicht groß genug.

Würde es sich hier um ein großes kapitalträchtiges Unternehmen handeln, welches am falschen Ende investiert hat, dürfte sie garantiert mit staatlichen Hilfen oder Bürgschaften rechnen.

Tja leider fehlt Ihr das Druckmittel, Sie kann halt nicht einfach hunderte Arbeitnehmer entlassen.

21.02.2012
11:59
Marode Waschanlage gekauft - Gladbeckerin kämpferisch
von Bockwurschtl | #4

schön doof. Wer kein Geld hat, kann sich nunmal keine Waschanlage leisten. Und wer Schrott kauft muss dafür nunmal büßen ;-) Mit etwas Mindestverstand wäre der "Bekannte" sicherlich schnell zu durchschauen gewesen.

21.02.2012
10:58
Marode Waschanlage gekauft - Gladbeckerin kämpferisch
von Jawollja | #3

Ich hätte durchaus Bedenken, meinen Wagen in eine derart aussehende Anlage zu stellen. Da schließe ich doch vom äußeren Erscheinungsbild auf den Zustand drinnen...

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