Marnix Muurmans kümmert sich um Traber Amadeus

Marnix Muurmans ist glücklich. Er kümmert sich um Traber Amadeus.
Marnix Muurmans ist glücklich. Er kümmert sich um Traber Amadeus.
Foto: Funke Foto Services
Pferde-Fan war der Holländer Marnix Muurmans schon immer. Jetzt wohnt er mit seiner Frau in Gladbeck. Und ist auch direkt wieder aufs Pferd gekommen.

Gladbeck.. Wenn Marnix Muurmans eine Schubkarre voller brauner Pferdeäpfel aus dem offenen Stall schiebt, ist der gebürtige Niederländer und Neu-Gladbecker in seinem Element – das er mit Hilfe der WAZ gefunden hat.

Die hatte im Bericht über den Neubürger von seinem Wunsch geschrieben, dass er Kontakt zu einem Reitstall suche, um seiner Leidenschaft auch in der neuen Heimat nachgehen zu können. Als Pferdebesitzer Heinz Barzcykowski davon las, war für ihn sofort klar, dass er die Hilfe des passionierten Tierfreunds bei der Betreuung seines Trabers Amadeus gut gebrauchen kann.

„Ich wollte ihn anwerben, bevor er zum Gladbecker Reitverein geht“, so Barzcykowski. Seit Dezember vergangenen Jahres ist Muurmans nun ehrenamtlicher Pferdepfleger auf einem Bauernhof in Dorsten, wo Amadeus auf der Weide grast.

Der Niederländer ist von kleinauf ein Pferdefan. Schon als Kind hat er von seiner Tante ein Pony geschenkt bekommen, mit 16 genoss er eine klassische Reiterausbildung. Zeit hatte er fürs Reiten aber kaum: Der 66-Jährige arbeitete 30 Jahre als Rechtsanwalt – ein stressiger Job. Während eines Urlaubs mit seiner Frau kam dann die Eingebung: Bei einem Zwischenstopp in Celle hat er das Niedersächsische Landgestüt besucht. „Der Geruch der Boxen, die Reiter und ihre Pferde haben einen unbeschreiblichen Eindruck hinterlassen.“

Dann kam die wohlverdiente Rente: „Ich hatte viel Zeit, bin aber nicht wirklich handwerklich begabt und den ganzen Tag lesen wollte ich auch nicht.“ In Eindhoven hat Muurmans bereits zweimal in der Woche in einer großen Reitschule ausgeholfen – auch auf ehrenamtlicher Basis. „Ich will kein Geld dafür“, sagt der 66-Jährige, die Nähe zu den Pferden sei für ihn das wertvollste.

„Hier bin ich in der Natur und dem Tier sehr nahe“

Und davon bekommt Muurmans nun mehr als genug. Auf dem Dorstener Hof holt er nicht nur Pferdeäpfel aus dem Stall, er kümmert sich auch um die Fellpflege und führt das Pferd von Heinz Barzcykowski auf die Weide. Dass der Rentner dabei dreckig wird, gehört für ihn dazu. „Hier draußen bin ich der Natur und dem Tier sehr nahe.“

Als Belohnung für seine Mühen darf Muurmans auch selbst reiten. Er sei zwar „kein talentierter, aber ein passionierter Reiter.“ Dabei lenkt er das Pferd in erster Linie mit seiner Stimme, dem eigenen Körpergewicht und seinen Beinen – alles mit sehr wenig Druck. Wichtig sei für ihn, dass man als Reiter eine Beziehung zum Pferd aufbaut. Muurmans kann sich gut vorstellen, auch noch mit 80 Jahren seiner Leidenschaft nachzugehen: „Auch wenn ich körperlich nicht mehr dazu in der Lage sein sollte selbst zu reiten, kann ich hoffentlich noch den Stall sauber machen.“