Markthändler und Kunden trotzen tropischen Temperaturen

Der Ventilator macht  die Termperaturen für  Blumenhändlerin Ursula Hesselmans (r.) und Tochter Sabine erträglich. Für die Blumen sind Temperaturen über 30 Grad eindeutig zu viel, sagen die erfahrenen Markthändlerinnen.
Der Ventilator macht die Termperaturen für Blumenhändlerin Ursula Hesselmans (r.) und Tochter Sabine erträglich. Für die Blumen sind Temperaturen über 30 Grad eindeutig zu viel, sagen die erfahrenen Markthändlerinnen.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Lauwarmes Wasser, Kühltaschen mit Eiswürfeln und Eiskaffee waren am Samstag dieGeheimrezepte auf dem Wochenmarkt und in der Innenstadt.

Gladbeck.. Gladbeck schwitzte! Am Samstag kratzte das Thermometer an der 40 Grad-Marke, die Innenstadt war wie leergefegt. Die Markthändler waren dennoch gekommen – und einige treue Kunden ebenfalls. Auch die WAZ war vor Ort um nachzufragen, wie es sich bei den Tropen-Temperaturen arbeiten und einkaufen lässt.

Gladbecks Barista mit Kultstatus, Tim Heimann (35), fand die Hitze gar nicht so schlimm. „Wir Marktleute halten viel aus – sowohl Hitze als auch Kälte“, erklärte Heimann, der häufiger als sonst zur eigenen Wasserflasche griff. Diesmal war der Verkaufsschlager auch nicht der normale Kaffee oder beliebte Espresso. Gefragt war vielmehr die Sommervariante – echter Eiskaffee mit Vanilleeis und Sahne.

Fischhändler Klaus Piotrowski (56) hatte es dagegen ein wenig schwerer. „Wir versuchen alles gegen die Sonne abzudecken, auch die Kühlung muss an so einem Tag perfekt eingestellt sein“, erklärte der Marktsprecher. „Wir kaufen weniger ein, weil bei diesem Wetter auch der Verkauf geringer ist.“ Für seine Kunden gab es die Waren in Kühltaschen, aufgefüllt mit Eiswürfeln. „Bei 40 bis 45 Grad wird es schon sehr kritisch für den Fisch.

Obst- und Gemüsehändler René Malter schaut mit bangem Blick auf seine Ware. „Diese frisch zu halten geht bei solch einem Wetter gar nicht.“ Kurzerhand entschied er sich, viele Waren zum halben Preis anzubieten.

Abgedunkelt hinter Sonnenschutz-Wänden war Blumenhändlerin Ursula Hesselmans (60) zu finden. Mit ihren Ventilatoren ließ es sich aushalten. 33,3 Grad zeigte das Thermometer im Schatten an. „Für uns ist es erfrischend.“ Die Blumen hingegen hatten zu kämpfen. „28 Grad ist für sie die perfekte Temperatur. Da sind wir weit drüber.“

In seine eigene Kühlung hätte sich Käsehändler Wim Smit (51) wohl am liebsten selber gelegt. Doch da war naturgemäß sein Käsesortiment zu finden. „Die Kühlung ist optimal eingestellt.“ Dass es auf dem Markt am Samstagmittag ruhiger als gewöhnlich war, dafür hatte Smit viel Verständnis: „Es ist so heiß und ein Teil der Kundschaft ist im Urlaub. Wäre ich auch gerne“, flachste der Holländer.

Passanten in der City

Auch wenn es hitzebedingt ruhig zuging in der Innenstadt, flanierten doch einige Passanten durch die Fußgängerzone. Wie sie die Hitze aushalten? „Wenig Bewegung, aber das fällt mir nicht schwer“, scherzte Ümüt Uluc (40). „Zuhause haben wir den Pool aufgebaut, in der Kombination mit viel Schatten lässt es sich aushalten.“

Barbara Veist (33) hatte sich für den Nachmittag ein ganz eigenes Kälte-Paket zusammen gestellt:„Ich habe mir viele verschiedene Sorten für einen Obstsalat gekauft und werde dazu meine Füße in ein Eisbad stellen.“