Markante Zechenhäuser prägen die Phönixstraße

Die charakteristischen Bergarbeiterhäuser, inzwischen größtenteils saniert, prägen die  Phönixstraße nördlich der A 2.
Die charakteristischen Bergarbeiterhäuser, inzwischen größtenteils saniert, prägen die Phönixstraße nördlich der A 2.
Foto: WAZ Fotopool
Was wir bereits wissen
Der Bau der Straße ist eng mit dem Bergwerk Graf Moltke 3 /4 verbunden. Der Name (seit 1907) erinnert an den Zechenbetreiber Phönix AG.

Gladbeck..  Die Phönixstraße an der Nahtstelle zwischen Butendorf und Brauck zählt zu den markantesten Straßen der Stadt. Sie steht im unmittelbaren Zusammenhang mit der Schachtanlage Graf Moltke 3/4.

Die rund 700 Meter lange Straße war einst die unmittelbare Verlängerung der Schützenstraße (bevor es die B 224 gab) und führte schnurstracks auf die neue Zeche zu: An der Ecke zur Helmutstraße (der Name geht auf den Namensgeber der Zeche Graf Helmuth von Moltke zurück) lag der Zecheneingang.

Moltke 3/4 wurde ab 1900 als selbstständiger Pütt abgeteuft (zunächst Schacht 3), ab 1902 wurde dort die erste Kohle gefördert. Noch im gleichen Jahr wurde mit dem Abteufen von Schacht 4 begonnen, zwei Jahre später begann die Kohlenförderung auch dort. Die neue Zeche galt seinerzeit als Musteranlage.

Die Phönixstraße wurde zur gleichen Zeit gebaut. Mit ihr war eine überörtliche Verkehrsanbindung sicher gestellt. Der Zechenbetreiber, die Aktiengesellschaft Steinkohlenbergbau Nordstern, baute an der Straße Quartiere für die Beschäftigten: In den markanten Häusern nördlich der heutigen A 2 zogen Kumpel ein, im südlichen Teil – und so näher zum Zecheneingang – fanden in den repräsentativeren Häusern Steiger eine Unterkunft.

Noch heute prägen die Zechenhäuser die Straße, sind inzwischen größtenteils ansehnlich saniert. Viele Jahre wurde über den Abriss der damals oft maroden Häuser spekuliert, womit auch ein Teil der Stadtgeschichte für immer verloren gegangen wäre. Am Ende setzten sich die Kräfte durch, die für den Erhalt plädierten, und fanden einen Investor.

Ihren Namen erhielt die Phönixstraße im Mai 1907 durch einen Beschluss der Gemeindevertretung – eine Würdigung des Engagements der Phönix AG für Bergbau und Hüttenbetrieb in Dortmund-Hörde, die im Januar 1907 den Pütt übernommen hatte und bis 1926 führte, als es an die Gelsenkirchener Bergwerks-AG (GBAG) ging. Für den Kauf zahlte Phönix allein eine Viertelmillion Mark Umsatzsteuer an die Gemeinde. Im gleichen Jahr (1926) ging Phönix, das 1852 gegründet worden war, in der neu entstandenen Vereinigte Stahlwerke AG auf, die eng mit der GBAG verknüpft war.