Gedenkfeier in Wittringen
Mahnmal für alle Abel dieser Welt
09.11.2009 | 16:56 Uhr 2009-11-09T16:56:00+0100Gladbeck. Seit dem 9. November 1988, dem 50. Jahrestag des Nazi-Pogroms gegen die Juden in Deutschland und in Gladbeck, wird des Datums an der Stele am Mahnmal in Wittringen gedacht - jetzt zum 21. Mal.
Wenn die Bäume Trauer tragen im Wittringer Wald, ist auch die Zeit des Gedenkens gekommen. „Seit 21 Jahren treffen wir uns alljährlich am 9. November hier in Wittringen um zu trauern, zu erinnern und zu mahnen”, so Bürgermeister Ulrich Roland. „Wir treffen uns im Gedenken an die unzähligen Opfer der Nazidiktatur.”
Das Kainsmal, das Zeichen des Brudermordes, des ersten Verbrechens außerhalb des Paradieses, es dürfe nicht zum Muttermal werden, sondern „Mahnmal für alle Abel dieser Welt, für alle Abel dieser Stadt”, sagte Propst Andre´ Müller, der an der Stele am Mahnmal in Wittringen zusammen mit Bürgermeister Roland und vielen Mittrauernden an die Ereignisse der Pogrome am 9. November 1938 erinnerte und an die schrecklichen Folgen in den Jahren danach für Juden und andere Gruppen, deren „Anderssein” ihnen zum Verhängnis wurde. Auch in Gladbeck, wie Roland deutlich machte, „unter den Augen der Gladbecker Bevölkerung und mit ihrer Beteiligung”.
Überzeugende Antworten darauf, wie es so weit habe kommen können, gebe es für ihn bis heute nicht, sagte der Bürgermeister. Wegsehen, das sei wohl ein Grund allen Übels, meint mit ihm Propst Müller, der aus einer Rede Friedrich Schorlemmers zur Verleihung des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels zitierte: „Mach einen neuen Versuch. Verlier nicht den Mut, wo doch das Erschrecken über den Menschen zugleich ein Erschrecken über dich selbst wird . . . Nenne mir ein Verbrechen, das ich nicht auch hätte begehen können.”
Rechtzeitig aufsehen, im Gesicht des Anderen uns selber entdecken, auch in der Fratze des Anderen, die aus Angst Angst macht, aus Wut Gewalt werden lässt. „Wo wir im anderen uns selbst – mit all unseren Schatten – wiederentdecken, können wir es lernen, Differenz zu ertragen, einander leben zu lassen.”
Hinsehen, helfen, Widerstand leisten, so Bürgermeister Ulrich Roland, das sei nötig, um zu verhindern, dass so etwas wieder passiere. „Einheit in der Vielfalt”, das sei vielleicht die Antwort. „Das Anderssein anderer akzeptieren, Verstöße gegen gemeinsame Werte als Angriffe auf uns alle empfinden, als Angriffe, denen wir gemeinsam widerstehen müssen – damit sich der 9. November 1938 nie wiederholt.”
07:18
wer ist denn da nicht auf den Film gekommen ?
grins
und
am Schloss << Wittringen war das Gedenken
ja nun auch nicht.
Das Schloß hat mit der Gedenkstätte nichts zu tun.
05:58
Das war eine gute Idee, dem Artikel ein Video beizufügen. Es hätte ruhig auch länger sein können.