Lkw-Stellplätze an Beisenstraße in Gladbeck bleiben erhalten

Durch die Parkbuchten kommt es immer wieder zu Staus und Verkehrsbehinderungen.
Durch die Parkbuchten kommt es immer wieder zu Staus und Verkehrsbehinderungen.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Ordnungsamt ist nach vier Ortsterminen sicher: Ein Wegfall der Parkplätze hat nur eine minimale Auswirkungen auf den Verkehrsfluss Richtung Norden.

Gladbeck..  Der Verkehrsfluss in der Kreuzung Bottroper Straße/Beisenstraße/Rockwool Straße lässt sich auch durch einen Wegfall der dortigen Lkw-Abstellplätze aktuell nicht optimieren. Dies ist das Ergebnis einer umfangreichen Vor-Ort-Prüfung der Situation durch die Fachleute der Verwaltung.

SPD und Grüne hatten im Bauausschuss einen entsprechenden Antrag gestellt, in dem sie von einer behindernden Wirkung der Lkw-Abstellplätze am östlichen Fahrbahnrand der Beisenstraße vor dem Kreuzungsbereich sprachen. Die Parkplätze verhinderten eine effektive Nutzung der drei Fahrspuren vor der Kreuzung und führten so zu unnötig langem Rückstau, der die Anwohner erheblich belaste, hieß es weiter.

Die Lokalität ist nicht ohne Brisanz. Bürgermeister Ulrich Roland nannte sie sogar „einen höchst sensiblen Bereich unserer Stadt“, und mahnte: Hier geht es nicht nur um die Verkehrssituation, sondern vor allem auch „um Wirtschaftsförderung“.

So seien die ansässigen Firmen, vor allem Rockwool, auf den Schwerlastverkehr angewiesen. Der Bedarf an Stellplätzen, insbesondere für Transportunternehmen, die Rockwool beliefern, ist entsprechend hoch. Roland: „Das ist alles dort getaktet und hat seit Jahrzehnten gut funktioniert.“ In Gesprächen mit der Wirtschaftsförderung, sagte die Verwaltung, habe insbesondere die Lkw-Spedition Pedo-Transporte deutlich gemacht, dass die vor dem Kreuzungsbereich Beisenstraße/Bottroper Straße seit vielen Jahren bestehenden Lkw-Stellplätze eine wesentliche Erleichterung im Betriebsablauf der Firma darstellen. Allein auf dem eigenen Betriebsgelände können nicht alle Sattelzüge untergebracht werden.

Wegen der im Antrag angesprochenen Rückstausituation setzte die Verwaltung gleich vier Ortstermine an. Mit überraschendem Ergebnis: Die Rückstausituation wird ganz wesentlich durch die Fahrzeuge verursacht, die die Ampelkreuzung geradeaus in Richtung Norden passieren wollen.

Eher marginal war der Anteil der Rechtsabbieger in Richtung Osten, berichtete Gregor Wirgs, Leiter des Ordnungsamts, im Ausschuss. Er wies auf die „leistungsfähige Ampelanlage, die verkehrsabhängig gesteuert wird“, hin. „Rückstau ja, aber je länger der Rückstau ist, je länger dauert die grüne Phase.“

Parkplätze gibt es seit 28 Jahren

In einer durchgeführten Testfahrt betrug die Wartezeit bei einem Rückstau bis zum Betriebsgelände der Firma Döllken mit einer Entfernung zur Kreuzung von rund 700 Metern insgesamt lediglich dreieinhalb Minuten. Insofern hätte eine Verlängerung der nicht ausgelasteten Rechtsabbiegespur durch Wegfall der Stellplätze nur sehr minimale Auswirkungen. Wirgs Fazit: „Ich empfehle sehr, die Parkplätze so beizubehalten.“ Zumal es die Plätze dort seit 28 Jahren gibt.

SPD und Grüne dankten ausdrücklich für die erschöpfende Antwort der Verwaltung. Man nehme das Ergebnis zur Kenntnis, dass durch eine Änderung kein positiver Nutzen entstehen könnte. Mario Herrmann (Grüne): „Niemand von uns hat Interesse daran, Rockwool Probleme zu machen.“