Letzte Förder-Chance für Abriss der Schrottimmobilie

Ein Dauerärgernis in Rentfort-Nord ist die Schrottimmobilie Schwechater Straße 38. Seit der Lebensmittelmarkt schloss, verwaist das Geschäftszentrum zusehends.
Ein Dauerärgernis in Rentfort-Nord ist die Schrottimmobilie Schwechater Straße 38. Seit der Lebensmittelmarkt schloss, verwaist das Geschäftszentrum zusehends.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Nur noch bis zum Herbst kann der Antrag auf Fördermittel gestellt werden, erfuhr der Hauptausschuss. Dafür muss aber die Eigentümersituation geklärt sein.

Gladbeck..  Es eilt, salopp ausgedrückt könnte man auch sagen: Es ist höchste Eisenbahn, dass in Sachen Schwechater Straße 38, Gladbecks wohl dauerhafteste Schrottimmobilie, eine Klärung der Eigentümersituation erfolgt. Denn die schon einmal von der Bezirksregierung in Aussicht gestellten Fördermittel (ca. 400000 Euro) für Abriss und Neugestaltung des Areals in Rentfort Nord werden nur noch einmal zur Verfügung stehen, erfuhr die Fraktion Die Linke auf ihre Anfrage im Haupt- und Finanzausschuss. Das gelte aber nur, wenn „spätestens im Herbst diesen Jahres ein Antrag gestellt wird, denn danach ist der Fördertopf aus dem Stadtumbauprogramm endgültig geschlossen“, erläuterte Planungsamtsleiter Dr. Volker Kreuzer, warum plötzlich so viel Druck aufkommt.

Abriss muss realisierbar sein

Das Problem: Wenn dieser Antrag Aussicht auf Erfolg haben soll, muss die Stadt nachweisen, dass der geplante Abriss auch realisierbar ist, sprich alle Eigentümer der 267 Wohnungen dem zustimmen würden. Und eben daran hakt es weiterhin. Nach wie vor blockiert die schwierige Eigentümersituation die Entwicklung. Wie berichtet, versucht eine eigens zu dem Zweck gegründete Eigentümergemeinschaft seit geraumer Zeit alle Wohnungen in eine Hand zu bekommen, um dann den Abriss der Immobilie veranlassen zu können. Allerdings weigern sich noch einige wenige Wohnungseigentümer, dabei mitzumachen. Mit diesen sei man, so die Gemeinschaft, jedoch in intensiven Gesprächen. Es bestehe allerdings der Verdacht, so Dr. Kreuzer, dass versucht werde, mit den wertlosen Wohnungen Gewinn zu machen. „Denen ist Rentfort-Nord egal“, bemerkte Bürgermeister Roland und betonte, „das Schneckentempe ärgert alle hier“.

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Und die Handhabe der Stadt ist begrenzt in solchen Fällen, denn auch dieses Eigentum ist durch den Paragrafen 24 des Grundgesetzes geschützt. Die gesetzliche Möglichkeit eines Rückbaugebots, das die Stadt im letzten Jahr erlassen hat, ist im Fall der Schwechater 38 nicht einfach umzusetzen. Dr. Kreuzer: „Das Landesbauministerium hält die Imobilie für die schwierigste in ganz NRW.“ Das sagt einiges über die komplexe Situation aus.

Dennoch: Wenn es gelänge, den Knoten durchzuschlagen, wäre der Standort Schwechater Straße 38 samt Geschäftszentrum interessant für Investoren, betont Dr. Kreuzer. Einen ernsthaften Investor gibt es ja mit dem Projektentwickler IPG aus Witten schon, der 2014 konkrete Pläne vorgelegt hatte. Ohne Fördermittel für den Abriss wird die Umsetzung aber wohl schwieriger.