Lesung mit Arbeiterliteratur zum 1. Mai

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Die Mitglieder des REVAG-Geschichtskreises Zeche Graf Moltke 1/4 wollen nicht nur Erinnerungen an die mittlerweile vergangene Bergbau-Ära wachhalten, sondern auch Gladbecker bei ihrer Arbeit einbinden. Sei es nun, dass mit ihrer Unterstützung Hauptschüler ein Stück über den Vortag des 1. Mai in der Kolonie Weberstraße in Zweckel auf die Beine stellen, oder dass einstige Kumpel ihre Lebenserfahrung mit Zuhörern und Lesern teilen.

Und genau darum geht es den historisch Interessierten um Walter Hüßhoff auch bei ihrem nächsten Projekt: Sie wünschen sich, dass Gladbecker mitwirken bei der zweiten Arbeiterliteraturlesung in Butendorf. In Zusammenarbeit mit dem städtischen Kulturamt ist diese Veranstaltung für Freitag, 17. April, ab 18 Uhr geplant. Ort der Lesung ist diejenige Stätte, an der die engagierten Mitglieder des REVAG-Geschichtskreises regelmäßig zusammen kommen: der Freizeittreff Karo an der Schachstraße 54.

Gelesen werden Geschichten und Gedichte zum 1. Mai und zur Arbeiterbewegung der vergangenen 125 Jahre. Gesucht werden Menschen, die mit einem Lesebeitrag den Abend mitgestalten möchten.

Zum Hintergrund: Trotz drohender Sanktionen beteiligten sich am 1. Mai 1890 in Deutschland etwa 100 000 Arbeiterinnen und Arbeiter an Streiks, Demonstrationen und sogenannten „Maispaziergängen“. Der REVAG-Geschichtsverein wird mit der Veranstaltung auf dem Gelände der ehemaligen Zeche Graf Moltke 1/4 daran erinnern. Die Sozialdemokratische Partei (SPD), gerade wieder zugelassen, beschloss auf ihrem Hallenser Parteitag im Oktober 1890, den 1. Mai als dauerhaften „Feiertag der Arbeiter“ einzuführen. Um der Provokation die Spitze zu nehmen, wollte sie von Arbeitsruhe dort absehen, wo sich ihr Hindernisse in den Weg stellten. Partei und Gewerkschaften machten den Aufruf zum Streik von der wirtschaftlichen Lage des jeweiligen Betriebs abhängig. Wo er nicht möglich war, sollten am ersten Maisonntag Umzüge und Feste im Freien stattfinden.